Kommunalwahl 2025

Verluste und Verhandlungen: Jetzt wird's politisch eng

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Auf dem Weg zum Verhandlungstisch: Kjeld Thrane (Kons.), Carsten Leth Schmidt und Hans-Iver Kley (SP)

Die Wahl ist gelaufen – und in Hadersleben verhandeln die elf Parteien. Während die Sozialdemokraten drei Mandate verlieren, bewahrt die Schleswigsche Partei ihren Sitz im Kommunalparlament. Die Frage, wer künftig mit wem regiert, ist noch offen.

Groß ist die Enttäuschung bei Marie Skødt. Die sozialdemokratische Bürgermeisterkandidatin hatte auf Rückenwind gehofft, doch ihre Partei verliert drei Mandate. „Das ist nicht das Ergebnis, das wir uns erhofft hatten“, sagte Skødt. „Jetzt geht es darum, Verantwortung zu übernehmen und Gespräche zu führen.“

Bei der Schleswigschen Partei (SP) herrscht vorsichtiger Optimismus. Zwar konnte sie ihr Mandat halten – etwa mit deutlichen Zugewinnen in Kelstrup (Kjelstrup) und Hadersleben selbst, doch von Feierlaune ist keine Spur. „Wir haben ein wenig dazugewonnen, das ist natürlich schön“, sagt SP-Spitzenkandidat Carsten Leth Schmidt. Rückschläge gab es in Sommerstedt (Sommersted), wo der geplante Solarpark in Kastwraa für Empörung sorgt. Insgesamt 94 Stimmen Zuwachs kann die SP im Vergleich zur vergangenen Kommunalwahl verzeichnen.

Freude herrscht am Tisch der Dänischen Volkspartei: Sie sichern sich drei Mandate. Ein Wiedersehen gibt es mit Thies Mathiasen (nicht auf dem Foto). Jon Krongaard (2.v.r.) behält sein Mandat und mit ihm zieht Josephine Alstrup Kofod ins Kommunalparlament ein.

Wer künftig mit wem koaliert, ist zur Stunde unklar.

Spannung hinter verschlossenen Türen

Die sozialdemokratische Spitzenkandidatin Marie Skødt vor der Auszählung der Stimmen – hinterher war die Enttäuschung groß.

Kurz vor Mitternacht begannen die Gespräche. Eine knappe Mehrheit aus bürgerlichen Parteien ist möglich – ohne die Allianz der Mitte. Das Wahlbündnis der politischen Mitte, zu dem die SP gehört, bringt fünf Mandate ein – eine Konstellation mit taktischem Potenzial. Immerhin. Doch wie sich die Blöcke formieren, ist noch völlig offen.

SF erringt zwei Mandate und gehört damit zu den Gewinnern des Abends.
Politisch sind sie Gegnerinnen, persönlich verstehen sie sich gut: Malene Ravn Neumann (Dänemarkdemokraten) und Maria Glinvad Damgaard (Soz.)
Svend Brandt (Mitte, Einheitsliste) hat nach einer vierjährigen Pause einen Sitz im Kommunalvorstand zurückerobert – und kann sich über einen Stimmenzuwachs von acht Stimmen für seine Partei freuen.
Besorgte Gesichter bei Venstres Lene Bierbaum und Fraktionschefin Signe Knappe (rechts). Dafür gibt es keinen Grund: Venstre behält seine neun Sitze.
Die Radikale Venstre konnte ihr Mandat bewahren, ab Januar 2026 mit Jakob Vindel Duedahl (links) am Ruder.