Kommunalwahl 2025

Sozialdemokratische Niederlage – Ohrfeige für Mette Frederiksen

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Die sozialdemokratische Vorsitzende Mette Frederiksen übernahm bereits am Wahlabend die Verantwortung für die Niederlage.

Venstre überholte die Sozialdemokratie bei der Anzahl der Bürgermeisterposten. Doch auch die liberale Regierungspartei verzeichnete in den Kommunen deutliche Stimmverluste.

Die Sozialdemokratie musste bei den Kommunalwahlen herbe Verluste hinnehmen. Auch bei der Anzahl der Bürgermeisterposten erlebt die Arbeiterpartei einen deutlichen Rückschlag.

Landesweit verliert sie 5,2 Prozentpunkte und muss sich mit 23,2 Prozent der Stimmen begnügen. Bereits in der Wahlnacht räumte die Parteivorsitzende Mette Frederiksen ein, der Rückgang sei größer als erwartet.

„Ich trage immer die Verantwortung dafür, was in der Sozialdemokratie passiert. Das gilt selbstverständlich auch heute“, sagte sie bei einer Wahlfeier in Kopenhagen.

Rückgang in Nordschleswig

Auch in den vier nordschleswigschen Kommunen musste die Partei der Staatsministerin Federn lassen. Am größten war der Rückgang Apenrade (Aabenraa) mit einem Minus von 10,9 Prozentpunkten. In Hadersleben (Haderslev) verloren die Genossinnen und Genossen 7,5 Prozentpunkte. In Tondern (Tønder) kamen sie mit einem Verlust von 2,7 Prozentpunkten noch glimpflich davon.

Erik Lauritzen bleibt zwar Bürgermeister in der Kommune Sonderburg (Sønderborg). Doch auch hier musste seine Partei einen Rückgang von 4,7 Prozentpunkten hinnehmen.

Venstre bekommt die meisten Bürgermeisterposten

Nach dem derzeitigen Stand hat die Sozialdemokratie ab 1. Januar 26 Bürgermeisterposten. Das sind 14 weniger als bisher, und damit ist sie nicht mehr größte Bürgermeisterpartei. In Kopenhagen musste sie nach mehr als 100 Jahren den Oberbürgermeisterposten an die Sozialistische Volkspartei abtreten. 

Diesen Titel als führende Bürgermeisterpartei übernimmt Venstre mit satten 39 Bürgermeisterposten in 98 Kommunen des Landes. Das sind 6 mehr als bisher. Dies gelang, obwohl die rechtsliberale Partei einen Rückgang von 3,3 Prozentpunkten hinnehmen musste und bei 17,9 Prozent landete.

Das Spitzenduo der Partei, Troels Lund Poulsen und Stephanie Lose, zeigt sich am Mittwochvormittag zufrieden mit dem Ergebnis. Der Rückgang sei zu erwarten gewesen, da die Moderaten und Dänemarkdemokraten erstmals bei Kommunalwahlen antraten. 

„Wir freuen uns darüber, dass wir sehr sicher im kommunalen Dänemark verankert sind“, so Parteichef Lund Poulsen.

Moderate mit niedrigem Ergebnis

Die dritte Regierungspartei, die Moderaten, erzielte bei ihrer ersten Kommunalwahl ein bescheidenes Ergebnis. Mit 1,3 Prozent erzielte die Zentrumspartei von Lars Løkke Rasmussen das zweitniedrigste Ergebnis der im Folketing vertretenen Parteien. Nur die Alternativen bekamen mit 1,1 Prozent einen geringeren Stimmanteil.