Stadtentwicklung

Zukunftsträchtig: Supermarkt wird zum Mitmach-Treffpunkt

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In diesem Gebäude entsteht die neue Bibliothek, die gleichzeitig als Kulturhaus und Touristenhotspot dienen wird.

Mit zusätzlichen Millionen soll die neue Rothenkruger Bibliothek ein attraktiverer Treffpunkt für die Menschen vor Ort werden.

Die Rothenkruger Stadtmitte bekommt ein neues Highlight: Auf dem Grundstück am Hærvejen 24 in Rothenkrug (Rødekro) entsteht ein moderner Bibliotheks- und Kulturhotspot. Hier sollen sich Bürgerinnen und Bürger zukünftig nicht nur Bücher leihen können, sondern unter anderem auch Konzerte besuchen oder Treffen abhalten. So wird Rothenkrug als Wohn- und Lebensort langfristig gestärkt, so die Überzeugung des Stadtrats, der den Kauf des Gebäudes 2024 genehmigt hatte. 

Die Stiftung „Lokale og Anlægsfonden“ fördert das Stadtentwicklungsprojekt jetzt mit weiteren fünf Millionen Kronen. Das geht aus einer Mitteilung der Kommune hervor. 

Mehr Möglichkeiten für neuen Hotspot

„Die zusätzlichen Mittel geben uns die Möglichkeit, ein noch besseres Haus zu schaffen“, erklärt Dorte Soll (Sozialdemokraten), Vorsitzende des Ausschusses für Planung, Technik und ländliche Gebiete der Apenrader Kommune in einer Mitteilung. Ziel sei es, ein lebendiges Versammlungszentrum für die Bürgerinnen und Bürger zu entwickeln. 

Das Projekt orientiert sich am Konzept „Biblioteket som kulturhub“. Demnach sollen Bibliotheken künftig nicht nur als Büchersammlung dienen, sondern als offene, inklusive Treffpunkte fungieren. Das neue Kulturhaus sollen dann auch Vereine, Familien, Gruppen und Institutionen für unterschiedlichste Zwecke nutzen können.

Positive Beispiele für neu gedachte Bibliotheken

Beispiele für den positiven Einfluss solcher Kulturhäuser gibt es schon: In Køge entstand ein Kulturhaus mit Bibliothek, Theater und Musikschule, das bewusst als offener Treffpunkt für die Stadt geplant wurde. Durch die Verbindung vieler kultureller Funktionen unter einem Dach stärkt das Haus messbar das Gemeinschaftsleben und die kulturelle Teilhabe in der Innenstadt. 

Das ehemalige Herrenhaus „Rønnebæksholm“ bei Næstved wurde zu einem Kunst‑ und Kulturzentrum umgewidmet und bietet heute Ausstellungen, Konzerte und kulturelle Veranstaltungen an. Solche Zentren stärken nicht nur die lokale Kulturszene, sondern sorgen auch für mehr Besucherinnen und Besucher sowie Aktivitäten in der Region.

Mehr Gemeinschaft, mehr Demokratie

Die Interessenorganisation „Kulturhusene“ schreibt, dass Kulturhäuser in Dänemark eine wichtige soziale Infrastruktur darstellen: Sie initiieren kulturelle Aktivitäten, unterstützen Gemeinschaftsbildung und fördern die demokratische Teilhabe – mit geschätzt mehreren Millionen Besuchenden und Veranstaltungen pro Jahr.

Ergebnis erst im Alltag sichtbar

Offene Fragen bleiben: Entscheidend wird sein, wie das Haus nach der Eröffnung tatsächlich genutzt wird. Noch ist offen, wie der laufende Betrieb finanziert und personell getragen werden soll, welche Zielgruppen konkret erreicht werden – und wie verbindlich die angekündigte Bürgerbeteiligung ausfällt. Auch die Frage, ob das neue Kulturhaus langfristig Impulse für die Stadtmitte setzen kann oder ein einzelner Anziehungspunkt bleibt, wird sich erst im Alltag zeigen, wie Studien zur urbanen Infrastruktur ergeben haben.

Lokale Freude über Unterstützung 

Beim Rothenkruger Entwicklungsrat (Rødekro Udviklingsråd) zeigt man sich erfreut über die neue Perspektive für das Haus „Hærvejen 24“. „Die Förderung eröffnet größere Möglichkeiten für Umgestaltung und Einrichtung“, so Helle Krabsen Lausten, Vorsitzende des Entwicklungsrats.

Jon Gerner, Geschäftsführer von „Lokale og Anlægsfonden“, hebt den Vorzeigecharakter des Projekts hervor: „Es zeigt, wie eine ehemalige Supermarktfläche zu einem lebendigen Treffpunkt mit hoher architektonischer Qualität werden kann – ein Ort mit großem Nutzen für Bewohner und Besucher. Das Projekt bietet zudem Inspiration für andere Städte, wie Standardgebäude zur Stärkung der Innenstadt identitätsstiftend umgestaltet werden können.“

Konkrete Skizzen, wie das Projekt 2028 aussehen wird, gibt es noch nicht. Bürgerinnen und Bürger werden in diesem Jahr noch an der Planung beteiligt, bevor der Baustart 2027 erfolgen soll. 

Bibliotheks- und Kulturzentrum in Rothenkrug