Kommunalwahl 2025

Tondern lädt zum „Festabend der Demokratie“ ins Rathaus – ganz Dänemark schaut mit

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Vor laufenden Kameras und gezückten Mikrofonen gibt Jørgen Popp Petersen in der Wahlnacht 2021 bekannt, dass er der künftige Bürgermeister der Kommune Tondern ist (Archivfoto).

Wenn am 18. November die Stimmen der Kommunalwahl ausgezählt werden, öffnet die Kommune die Türen des Rathauses für alle Interessierten. Neben Bürgerinnen und Bürgern wird auch die dänische „Weltpresse“ vertreten sein. So spannend wie in der Wiedaustadt ist wohl kaum eine Kommunalwahl in Dänemark: Wer wird in diesem Jahr Bürgermeister?

In der Kommune Tondern wird der Wahlabend zu einem öffentlichen Ereignis: Ab 20 Uhr sind die Bürgerinnen und Bürger am Dienstag, 18. November, zu „Demokratiets festaften“ – also einem Festabend der Demokratie – ins Rathaus eingeladen. Bei einer Tasse Kaffee oder einem kleinen Imbiss können die Menschen an Großbildschirmen live mitverfolgen, wie die Abstimmungsergebnisse im Laufe des Abends hereintickern.

„Der Wahlabend ist etwas ganz Besonderes. Hier entfaltet sich die Demokratie“, heißt es in der Einladung der Kommune. 

Wer die Einladung annimmt, kann quasi aus der ersten Reihe beobachten, wie sich die politische Zukunft der eigenen Kommune formt.

Gesichter sprechen manchmal Bände

Thomas Ørting Jørgensen von der „Borgerlisten“ war 2021 als Bürgermeisterkandidat angetreten, musste aber das Amt seinem Kontrahenten Jørgen Popp Petersen von der Schleswigschen Partei überlassen und anschließend vor laufenden Kameras Rede und Antwort stehen (Archivfoto).

Auch wenn man nicht bei den Konstituierungsverhandlungen und Gesprächen dabei ist, weil die hinter verschlossenen Türen stattfinden, so kann man vielleicht einiges an den Gesichtern der Beteiligten ablesen, wenn sie in den Raum gehen oder herauskommen.

Darüber hinaus kann man der dänischen Presse bei der Arbeit über die Schulter schauen. Es werden nicht nur Vertreterinnen und Vertreter der lokalen Medien erwartet. „JydskeVestkysten“, „Flensborg Avis“ und „Der Nordschleswiger“ sind allesamt mit Kugelschreibern und Blöcken vor Ort, teilt die Kommunikationskonsulentin der Kommune Tondern, Lone Rytter, auf Anfrage mit.

Landesweites Interesse

Vor vier Jahren hat „DR“ ein komplettes Wahlstudio im Tonderner Rathaus aufgebaut. Das Foto zeigt den zu Scherzen aufgelegten Johannes Langkilde (l.), der zusammen mit seiner Kollegin Camilla Rozenfeld (verdeckt) live den Wahlabend moderierte, in einer Sendepause (Archivfoto).

Die Frage, ob Bürgermeister Jørgen Popp Petersen von der Schleswigschen Partei (SP) den symbolischen Schlüssel zum Bürgermeisterbüro behalten darf, bewegt nämlich nicht nur die Menschen in Tondern und die Presse vor Ort – sie wird auch landesweit mit Interesse verfolgt.

Angemeldet hat sich ein Fernsehteam von der Nachrichtensendung „TV Avisen“ der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt „Danmarks Radio“ („DR“). „DR“ schickt auch ein Radio-Team. Der Fernsehsender „TV2“ und der regionale TV-Sender „TV Syd“ sind ebenfalls mit einem Fernsehteam vertreten. „Hinzu kommen noch weitere kleinere Medien“, berichtet Lone Rytter. Sie alle haben sich bereits Arbeitsplätze im Rathaus gesichert. Ob der Pressepulk in diesem Jahr größer ist als vor vier Jahren, vermag sie allerdings nicht einzuschätzen, weil ihr die Vergleichszahlen nicht vorliegen. 

Das mediale Interesse ist jedenfalls groß. Das ganze Land blickt nach Tondern, wo sich am Dienstagabend entscheidet, ob die Schleswigsche Partei das Bürgermeisteramt in der südwestlichsten Kommune Dänemarks halten kann.

Das Rathaus bleibt bis Mitternacht für Publikum geöffnet – die Presse darf bleiben.