Wirtschaft

Tondern bei Industrieparks übergangen: Bürgermeister zeigt sich enttäuscht

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Bürgermeister Jørgen Popp Petersen berichtet, dass die Kommune Tondern bezüglich des Industrieparks erstmals offensiv auf Unternehmen zugegangen ist (Archivfoto).

Während die Nachbarkommune Apenrade von den neuen staatlichen Industrieparks profitiert, bleibt Tondern außen vor. Bürgermeister Jørgen Popp Petersen spricht von großer Enttäuschung, betont jedoch, dass die Kommune weiterhin aktiv Unternehmen anspricht und gut aufgestellt in die Zukunft blickt.

„Das ist sehr enttäuschend und auch ein bisschen unverständlich, wenn man die Standorte sieht“, sagt Bürgermeister Jørgen Popp Petersen (Schleswigsche Partei).

Damit bezieht er sich auf die Ausweisung von landesweit elf staatlichen Industrieparks, bei der ein Bogen um die Kommune Tondern gemacht wurde. Die Nachbarkommune Apenrade (Aabenraa) wird berücksichtigt, wie aus einer Pressemitteilung des Wirtschaftsministeriums hervorgeht.

Mit den neuen Industrieparks soll es weniger umständlich werden, hierzulande Produktionsbetriebe zu errichten. Tonderns Bürgermeister gönnt es der Kommune Apenrade, wundert sich aber dennoch, da diese zum Beispiel auch sehr viele Mittel für sogenannte PTX-Anlagen und Infrastruktur erhalten habe.

Nordschleswig hätte Platz für zwei Industrieparks 

„Es wurde als eine wichtige Maßnahme zur Entwicklung des ländlichen Raums vorgestellt. Unter dem Tenor ‚Dänemark in Balance‘ geht es auch um ein Nordschleswig in Balance. Bei elf Industrieparks hätten gut zwei in Nordschleswig angesiedelt werden können“, sagt Popp Petersen.

Tondern hatte sich mit einer baureifen Fläche von 190 Hektar in Bredebro ins Spiel gebracht. Die Kommune sei der Meinung, dass sie in allen erforderlichen Punkten hätte liefern können, so der Bürgermeister.

„Wir haben Bedarf an Entwicklung und benötigen dafür Unterstützung. Als die Anzahl der Industrieparks von fünf auf elf erweitert wurde, hatten wir die Erwartung, dass es möglich sein würde.“ 

Er weist darauf hin, dass der Wirtschaftsrat einen riesengroßen Einsatz geleistet habe.

Kontakt zu interessierten Unternehmen

„Es ist ein ziemlich großes Vorhaben, und die Enttäuschung ist riesig.“ Die geleistete Arbeit sei aber nicht umsonst gewesen.

„Wir haben Aktivitäten zur Unternehmensentwicklung gestartet und sind aktiv auf Unternehmen mit dieser Initiative zugegangen. Das ist vorher so nicht praktiziert worden. Diese Arbeit wird auch in Zukunft fortgesetzt“, erklärt er. 

Und während die Enttäuschung erst mal verdaut werden muss, sei die Kommune jetzt besser aufgestellt als vor der Maßnahme und stehe bereits in Kontakt mit mehreren Unternehmen, die Interesse zeigen würden.

Einer von elf staatlichen Mega-Industrieparks kommt nach Nordschleswig