Verkehrspolitik

Schluss mit Langzeitparken für Wohnmobile am Schloss: Das ist der Plan

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Seit Jahren nutzen Wohnmobilisten den Parkplatz am Sonderburger Schlosskai für stundenlange Aufenthalte, oft auch für kostenlose Übernachtungen.

Wo kann man in der Sonderburger Innenstadt ein Auto abstellen? Dieser Nachfrage möchte die Kommunalpolitik in Sonderburg mit einem neuen Handlungsplan nachkommen. Der Stadtrat entscheidet Ende Februar. So sehen die Überlegungen aus.

Kein Wohnmobil-Parken am Schlosskai, dafür mehr Langzeitplätze für Pendlerautos auf dem Ringreiterplatz: Die Stadtratspolitik diskutiert einen Plan, der das Parken in der Innenstadt Sonderburgs umstrukturiert.

Kein Langzeitparken am Schlosskai mehr möglich

Der Vorschlag beschreibt unter anderem, wie das Langzeitparken von Wohnmobilen am Schlosskai unterbunden werden soll. Aktuell ist das Parken am Schloss ohne Zeitlimit, und das soll sich ändern. Geplant ist, die Parkdauer auf vier Stunden zu begrenzen. Außerdem sollen visuell Parkbuchten entstehen, die nur für Fahrzeuge mit Normalgröße passen.

„Mein Wunsch für den Schlosskai ist, dass wir das schon zum Sommer 2025 umsetzen können“, sagt die Vorsitzende des Ausschusses für Technik, Wohnen und Stadt, Kirsten Bachmann (Schleswigsche Partei).

Parkplätze auf dem Ringreiterplatz ohne Zeitbegrenzung

In direkter Nähe der Sonderburger Fußgängerzone, wie hier auf dem Rønhaveplads, sind alle Parkplätze kostenlos – aber auf zwei Stunden begrenzt.

Wer als Pendlerin oder Pendler nach Sonderburg fährt, um zu arbeiten, findet in Zukunft Langzeitparkplätze auf dem Ringreiterplatz, wo 120 Parkbuchten entstehen. Aktuell gibt es 105 Stellplätze. Damit Anwohnende weniger Autolärm hören, werden Bäume gepflanzt und die Schottereinfahrten asphaltiert.

Bislang offen ist die Frage, wo Hunderte von Pendlerinnen, Pendler und Anwohnende in der Innenstadt ihre Autos parken können, wenn auch die Langzeitparkplätze am Schlosskai wegfallen. Die Kommune will die Entwicklung verfolgen und spätestens 2030 eine neue Parkanalyse durchführen, um eine Balance zwischen Kurz- und Langzeitplätzen zu schaffen.

„Wir wollten ein ordentliches, durchdachtes Produkt erstellen, und das müssen wir jetzt aufeinander abstimmen“, sagt Kirsten Bachmann. Der gesamte Masterplan soll nach und nach umgesetzt werden und die Bedürfnisse vor Ort berücksichtigen.

Anwohnerparken bleibt zunächst ungeklärt

Diese Karte aus dem Handlungsplan zeigt, wo das Parkleitsystem ausgeschildert wird.

Rund 4.500 öffentliche Parkplätze gibt es in Sonderburg. Die Haltemöglichkeiten nahe der Fußgängerzone sollen alle auf zwei Stunden begrenzt werden. An der Marienkirche, der Sundgade und am Schloss ist das Parken in Zukunft für bis zu vier Stunden möglich. Ob auch der Parkplatz an der alten Reimers-Skole eine Zeitbegrenzung erhält, ist bisher nicht geklärt.

Bessere Parkmöglichkeiten auch für Fahrradfahrende

Auch die Fahrradfahrenden Sonderburgs sollen in Zukunft besser parken können. Der Handlungsplan sieht vor, mehr Halterungen und auch sogenannte „Cykelhubs“ an strategischen Orten zu platzieren. 2027 soll ein Plan vorliegen, wie in der Innenstadt ein zusammenhängendes Radwegenetz entstehen kann.

Der ausgearbeitete Handlungsplan wird dem Sonderburger Stadtrat am 26. Februar zur Verabschiedung vorgelegt.