Sicherheitspolitik

Raketentreibstofffabrik: Kommune Hadersleben hat Anmerkungen

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Am Tingvejen in Woyens soll die Fabrik liegen, die Raketentreibstoff für die Ukraine produzieren soll.

In unmittelbarer Nähe des Fliegerhorstes Skrydstrup will ein ukrainisches Unternehmen Raketentreibstoff produzieren. Die Gewerbebehörde hat die Kommune um Stellungnahme gebeten. Letztere hat ein paar Wünsche.

Die Gewerbebehörde (Erhvervsstyrelsen) hatte die Kommune Hadersleben dazu aufgefordert, eine Stellungnahme zum geplanten ukrainischen Unternehmen abzugeben, das in Woyens (Vojens) festen Raketentreibstoff produzieren will. Nachdem der Entwurf der Stellungnahme durch den Technik- und Klimaausschuss gegangen ist, hat auch der Ökonomieausschuss als letzte Instanz dem Entwurf zugestimmt.

Wie „Der Nordschleswiger“ Anfang September berichtete, hatte die Regierung den ukrainischen Verteidigungsproduzenten „Fire Point“ dazu eingeladen, in unmittelbarer Nähe des Fliegerhorstes Skrydstrup Raketenfestbrennstoff zu produzieren. Die Produktion soll noch im Dezember dieses Jahres starten.

Die Schnelligkeit ist einem neuen Gesetz geschuldet, das erst am 9. September beschlossen wurde. Es beschleunigt Bauvorhaben, die verteidigungspolitisch wichtig sind, indem Verfahren geändert werden und von Vorschriften und Regeln abgesehen wird.

Auf einem Bürgertreffen, ebenfalls Anfang September, kündigte Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen (Venstre) Entschädigungszahlungen für Nachbarn an. Carsten Leth Schmidt (Schleswigsche Partei), Vorsitzender des Ausschusses für Technik und Klima, der auch vor Ort war, stimmte der Auftritt der Gewerbebehörde positiv.

Forderungen der Kommune

Gleichwohl habe man in der Stellungnahme die Gelegenheit genutzt, auf die Dinge hinzuweisen, die der Kommune wichtig seien, so Leth Schmidt, der ausführt: „Wir wollen, dass entstehende Kosten vom Staat übernommen werden und dass dänisches Arbeitsrecht eingehalten wird. Und es darf beim Thema Gesundheit keine Kompromisse geben.“

Nach der Nutzung dürfe die Kommune nicht auf Kosten sitzen bleiben. Dies sei dann Aufgabe des Staates. Eine Antwort der Behörde steht noch aus. Auf die ist Carsten Leth Schmidt nach eigener Aussage gespannt.

Aufgrund ihres Zweckes ist die Fabrik von sicherheitspolitischer Relevanz, zumal sie nur wenige Hundert Meter vom Fliegerhorst Skrydstrup entfernt liegt. Dass Drohnen über dem Fliegerhorst herumfliegen können, empfindet er als ausgesprochen enttäuschend. „Ich erwarte eine handfestere Reaktion und ich erwarte, dass derartige Gefahren auch mit Hinblick auf die Fabrik anders gehandhabt werden“, so Leth Schmidt.