Kommunapolitik

Noch keine Entscheidung zu Windkraft-Projekten in Tondern: Ausschuss sucht breite Einigkeit

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Die sechs Windräder am Vindtvedkanal südöstlich von Seth sind die vorerst letzten Windkraftanlagen, die in der Kommune Tondern aufgestellt worden sind. Sie produzieren seit 2018 Strom (Archivfoto).

Der zuständige Ausschuss hat sich noch nicht auf ein Vorgehen zu den 22 beantragten Windkraft-Projekten geeinigt. Der Vorsitzende Thomas Ørting Jørgensen hofft auf eine breite Koalition, um vor der Fortsetzung der Planung für Stabilität zu sorgen.

In der Sache um die beantragten 22 Windkraft-Projekte in der Kommune Tondern hat der kommunale Ausschuss für Klima, Wachstum und Entwicklung am Montag, 15. Dezember, noch keine Entscheidung getroffen. 

„Wir haben die gemeinsame Ambition, dass wir eine breite Absprache eingehen wollen“, erläutert der Ausschussvorsitzende Thomas Ørting Jørgensen (Venstre) im Anschluss an die Sitzung. 

In einer richtungsweisenden Volksabstimmung hatten die Stimmberechtigten durchgehend die 22 Vorhaben abgelehnt. Knapp 50 Prozent der stimmberechtigten Bürgerinnen und Bürger im Umfeld der Projektstandorte beteiligten sich an der Aktion.

„Wir halten es für sehr wichtig, dass wir mit der breiten Koalition weitermachen, die seinerzeit die Vereinbarung eingegangen ist“, so Ørting Jørgensen weiter.

Im Mai 2023 hatten die Parteien im Kommunalrat mehrheitlich eine Marschroute für die Anlagen zur regenerativen Energie verabschiedet. Dagegen votierten die Konservative Volkspartei, Allan Svendsen (damals Neue Bürgerliche, jetzt Dänische Volkspartei) sowie Barbara Krarup Hansen (damals Soz., jetzt parteilos).

Da die Planung 2026 fortgesetzt werde, erfordere es eine breite Einigkeit. Es sei eine große Arbeit, die 22 Anträge zu sichten. Es gehe unter anderem auch darum, zu sehen, welche Projekte sich mit bereits angekurbelten Vorhaben überschneiden würden, wie die einzelnen Abstimmungen gelaufen seien und wie sich die Projektleute einbringen würden, so Ørting Jørgensen.

Anknüpfen an alte Mehrheitsverhältnisse erhofft

Der Ausschussvorsitzende hofft, dass sich die Schleswigsche Partei (SP), die Sozialistische Volkspartei (SF), die Tondern-Liste, Venstre und die Sozialdemokratie auf einen gemeinsamen Nenner einigen. 

„Wir werden auch die zwei Neuen im Stadtrat einladen, mitzuwirken“, so Ørting Jørgensen mit Blick auf die Dänemarkdemokraten und die Liberale Allianz, die ab Januar jeweils mit einem Vertreter dem Stadtparlament angehören. 

Das Risiko, dass es nicht gelinge, alle aus der damaligen Mehrheit in ein Boot zu holen, bestehe natürlich. 

„Wir müssen uns tief in die Augen schauen und sehen, wie es mit dem gegenseitigen Vertrauen aussieht. Es ist wichtig, dass wir eine breite Vereinbarung erzielen, damit in diesem Bereich für die nächsten Jahre Ruhe einkehrt“, so der Vorsitzende nach einer seiner letzten Sitzungen. 

Er hat nicht erneut für den Kommunalrat kandidiert. Zudem gibt es das vor vier Jahren gegründete Gremium ab Jahresende nicht mehr. In der neuen Legislaturperiode soll sich der Ausschuss für Technik und Umwelt auch mit Klimafragen befassen.

Beratungen gehen weiter

Der Ausschuss für Klima, Wachstum und Entwicklung setzt seine Beratungen auf einer Sitzung am Donnerstag, 18. Dezember, fort. Außerdem fordert Ørting Jørgensen im Namen des Gremiums Bürgermeister Jørgen Popp Petersen (SP) dazu auf, an diesem Tag den Finanzausschuss zu einer außerordentlichen Sitzung einzuberufen. 

So soll nach dem Klimaausschuss und dem Finanzausschuss im Anschluss der Kommunalrat eine Entscheidung fällen, wie es mit den 22 Projekten weitergeht.

632 Proteste auf einen Blick

„Es ist schön, das Engagement der Menschen zu sehen. In dieser Sache sind viele Gefühle im Spiel“, erwähnte der Ausschussvorsitzende im Zusammenhang mit einer Unterschriftenaktion. 

Eine kleine Delegation überreichte vor der Ausschusssitzung ein Paket mit 632 Protestunterschriften. Damit wird gegen das angestrebte Projekt mit neun Windrädern auf etwa 229 Hektar Fläche rund einen Kilometer südwestlich von Mögeltondern (Møgeltønder) protestiert.

So setzt sich der Ausschuss für Klima, Wachstum und Entwicklung zusammen