Kommunalpolitik

Mehr Licht in Hadersleben für mehr Sicherheit und Tourismus

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Hadersleben soll in den Abendstunden mehr als bisher ausgeleuchtet werden. Zunächst sind fünf Orte in der Innenstadt angedacht. Sankt Severin auf dem Foto erstrahlt bereits.

Die Stadt Gent hat seit vielen Jahren eine Lichtpolitik, um das architektonische Erbe ins rechte Licht zu rücken. Hadersleben will nachziehen. Dabei geht es um zwei Aspekte, wie Ausschussvorsitzender Børge Frank Koch sagt.

Die Stadt Gent, nordwestlich von Brüssel in Belgien gelegen, ist bekannt für ihre vielen mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Gebäude, die sie zu einem touristischen Magneten machen. Hadersleben ist zwar nicht Gent, kann aber ebenfalls mit historischer Architektur aufwarten, und die will die Kommune nun ins rechte Licht rücken – mit Inspiration aus Gent.

„Vor zwei Jahren waren wir mit dem Ausschuss für Wachstum und Entwicklung in Gent. Seit über 25 Jahren hat Gent eine Beleuchtungspolitik, und die Stadt hat Leute angestellt, die sich um diese Sache kümmern“, berichtet Børge Frank Koch (Radikale Venstre), Vorsitzender des genannten Ausschusses. 

Gent, so steht auf der Tourismusseite der Stadt zu lesen, verfügt seit 1999 über einen architektonischen Lichtplan, mit dessen Hilfe Gebäude hervorgehoben werden und eine Lichtstimmung erzeugt wird. 

Wie aus dem Bericht zur jüngsten Ausschusssitzung hervorgeht, sollen in Hadersleben zunächst fünf Orte erstrahlen: 

  • Gåskærgade
  • Verbindung Gravene zur Alten Kathedralschule
  • Gravene
  • Dammpark zum Stadtzentrum über Bispebroen
  • Verbindung Jomfrustien Herzog-Hans-Park

Geplant ist, die Beleuchtung an den genannten Orten im kommenden Jahr 2026 umzusetzen, weitere Orte sollen 2027 folgen. 

Tourismus und Sicherheit

„Wir haben einige dunkle Ecken in der Stadt, das Problem wollen wir gern lösen“, so der Ausschussvorsitzende, der damit zwei Ziele verfolgt: Die Beleuchtung soll die einzelnen Gebäude hervorheben und das Sicherheitsgefühl der Menschen in den dunklen Stunden erhöhen. 

„Wirtschaftlich gesehen kostet uns das fast nichts“, sagt der Ausschussvorsitzende. Sein Argument: LED-Lampen, die verbaut werden sollen, haben einen geringen Stromverbrauch.  

Der Ausschuss veranschlagt 2,1 Millionen Kronen für die optische Aufwertung in den dunklen Stunden. Zunächst sollen die Gåskærgade und die Alte Kathedralschule von einer neuen Beleuchtung profitieren. In der Gåskærgade soll die Straßenbeleuchtung um einzelne Lichtpunkte ergänzt werden. 

Geplant ist auch, zwischen Gravene und der Alten Kathedralschule Lampen blendfrei zu montieren, um die Gegend dort zu erhellen. Die denkmalgeschützte Alte Kathedralschule soll eine Fassadenbeleuchtung erhalten, Lichtpunkte sollen den Garten der Alten Kathedralschule aufwerten, der sich hinter der ebenfalls denkmalgeschützten Mauer befindet. 

Wie aus der Beilage zur Ausschusssitzung hervorgeht, kommt dem Platz Gravene im Beleuchtungsprojekt eine besondere Bedeutung zu – mit einer historischen Dimension. Der Platz soll einladender werden, wenn sich die Sonne über Hadersleben gesenkt hat. 

Deutsch-dänische Geschichte im Licht

Zudem bestehe die Möglichkeit, das deutsche Elektrizitätswerk aus dem Jahr 1905, im Jugendstil errichtet, und das dänische neoklassizistische Postgebäude aus dem Jahr 1923 in Szene zu setzen, wie es in einem Anhang zum Referat heißt. Damit könne das Beleuchtungsprojekt ein Augenmerk auf die Geschichte Haderslebens im Grenzland richten, heißt es weiter. 

Um eine beleuchtete Verbindung zu schaffen zwischen dem Dammpark und dem Platz Gravene, soll zudem die Straße Bispebroen stimmungsvoll beleuchtet werden.  Schließlich ist vorgesehen, eine lichte Verbindung zu schaffen zwischen dem Herzog-Hans-Park und der Stadtmitte über den westlichen Jomfrustien. 

Dass die Sache ein Erfolg wird, davon ist der Ausschussvorsitzende Børge Frank Koch überzeugt. Und bei den fünf Orten soll es nicht bleiben. „Wir wollen Privatpersonen überzeugen, dass die Initiative eine gute Sache ist. Wir fangen deshalb zunächst einmal mit kommunalen Einrichtungen an, um zu zeigen, wie die Beleuchtung wirkt“, so Koch, der seinen Worten nach in der Sache einen geschlossenen Ausschuss hinter sich hat. 

Touristisch könne Hadersleben von einer effektvollen Beleuchtung profitieren, da Gästen in der Nebensaison etwas geboten werde, wirbt Koch für das Projekt. „Da ist noch viel Potenzial für wenig Geld“, sagt er.