Kommunalwahl 2025

Klimafreundliche Kommune 2030: So sehen sie die Spitzenkandidatin und -kandidaten

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Der Klimawandel lässt die Meeresspiegel steigen und sorgt für mehr Unwetter. Im Oktober 2023 gab es eine als Folge unter anderem sogenannte Jahrhundertflut.

Die Lokalredaktion Apenrade/Tingleff hat den fünf Spitzenkandidatinnen der Schleswigschen Partei sowie den Bürgermeisterkandidaten von Venstre, der Konservativen Volkspartei und der Sozialdemokratie drei Fragen zur bevorstehenden Kommunalwahl gestellt. Bei einer geht es um die grüne Transformation.

Wie stellst du dir eine klimafreundliche Kommune 2030 vor – und welche Herausforderungen siehst du? Diese Frage hat „Der Nordschleswiger“ der Spitzenkandidatin und den -kandidaten der Schleswigschen Partei (SP) sowie den drei Bürgermeisterkandidaten von Konservativen, Sozialdemokraten und Venstre gestellt. Nicht alle haben allerdings geantwortet.

Dorthe Andresen, SP

Dorthe Andresen

Ich denke, dass wir in der Klimafrage alle eine individuelle Verantwortung tragen. Auf kommunaler Ebene ist die Kommune Apenrade bereits dabei, innovative Projekte umzusetzen – zum Beispiel die Power-to-X-Anlage in Kassö (Kassø). Ich glaube, dass wir gerade durch neue, innovative Erfindungen noch klimafreundlicher werden können. 

Das geschieht in Kombination mit einem hoffentlich wachsenden Bewusstsein der Bürgerinnen und Bürger, dass jeder etwas verändern kann. Die größte Herausforderung liegt meiner Meinung nach darin, dass viele Menschen Angst vor Veränderungen haben und dass oft Kompromisse gefunden werden müssen, mit denen nicht immer alle zufrieden sind. Deshalb sind gute Kommunikation und Zusammenarbeit besonders wichtig.   

Erwin Andresen, SP:

Erwin Andresen


 

Kurt Asmussen, SP

Kurt Asmussen

Man soll vorsichtig sein, alles übers Knie zu brechen, um sich mit dem Titel klimafreundliche Kommune zu rühmen. Viele Initiativen sind bereits im vollen Gange und bei jeder Investition, spielt Klima eine Rolle. 

Es ist nicht zu unterschätzen, dass die Kosten für alle klimafreundlichen Massnahmen, auch höhere Unkosten mit zu sich bringen. In unseren Ausschreibungsverfahren stellen wir schon heute extrem hohe Anforderungen an die beteiligten Unternehmen, was zu höheren Baukosten führt, aber auch zu einer Entwicklung führt, wo viele kleine Bauunternehmen nicht länger konkurrieren können und dadurch sich nicht an den Ausschreibungen beteiligen können. 

Alles hat seine Vor- und Nachteile, hier müssen wir in Zukunft aber auch auf unsere kleineren Unternehmen Rücksicht nehmen.

Jan Breitenkamp Hansen, SP

Jan Breitenkamp Hansen

Die Apenrader Kommune 2030 ist da eine Kommune, wo der Klimaabdruck deutlich zu sehen ist. Wir sind federführend mit der neusten Technologie. Die Transportbranche ist grüner geworden und wir haben die Herausforderungen mit dem kollektiven Verkehr geknackt, sodass mehr Menschen mit dem öffentlichen Verkehr fahren.  

Thilo Schlechter, SP

Thilo Schlechter

Unsere technischen Möglichkeiten zu Klima und nachhaltiger Produktion sind jetzt schon sehr weit, besonders in Dänemark, wo wir in der Entwicklung von klimafreundlicher Innovation führend sind. Da auch gerade die Kommune Apenrade sich zurzeit stark mit Projekten wie PtX und einem sich umstellenden großen Transportsektor hervortut, können wir viel Umsetzung bis 2030 erwarten, und ich gehe davon aus, dass diese Projekte auch Folgewirkungen haben wie z. B. die Nutzung von Abwärme bei PtX-Produktion.

Herausforderungen sehe ich dabei, die Kosten zur Umsetzung zu stemmen sowie die nötige Infrastruktur für die optimale Nutzung der Projekte zu schaffen.

Thomas Andresen, Venstre

Ich möchte, dass wir bis 2030 klimaneutral sind – also, dass die Energiemenge, die wir im gesamten geografischen Gebiet Apenrade verbrauchen, von uns selbst produziert wird. Das bedeutet, dass wir – sofern die Technologie es ermöglicht – fossilfrei werden können.

Wir sollten aktiv die Zusammenarbeit mit Unternehmen suchen, die uns auf diesem Weg unterstützen können, und dabei diejenigen auswählen, die unsere Ziele für die Region teilen, neue und spannende Arbeitsplätze schaffen und ihren Firmensitz in der Kommune haben.

Die Herausforderung liegt im Tempo der behördlichen Genehmigungen – und darin, die Bevölkerung mitzunehmen. Wir nennen das Umstellung mit Umsicht: Es soll unsere Entwicklung sein, die wir selbst steuern – und nicht umgekehrt.

Besonderes Augenmerk sollten wir darauf legen, überschüssige Wärme, die bei der Produktion entsteht, zu nutzen, um Energieverschwendung zu vermeiden. Außerdem müssen wir uns für die Planung von Kernenergie engagieren.