Kommunalwahl 2025

In Tondern scheint sich ein Frieden anzubahnen

Veröffentlicht Geändert
In der Wahlnacht lächelten nicht alle in die Kameras (Archivfoto).

Nach schwierigen Sondierungsgesprächen in den Tagen nach der Kommunalwahl hat sich eine mehrheitsfähige Gruppe von vier Parteien zusammengetan. Venstre, die Sozialistische Volkspartei, die Dänemarkdemokraten und die Schleswigsche Partei wollen an einem Strang ziehen, haben aber nur eine hauchdünne Mehrheit. Am Donnerstag, 4. Dezember, konstituiert sich der Stadtrat.

Als besonders schwierig bezeichnet der Kommunalvorsitzende der Schleswigschen Partei, Christian Andresen, die Verhandlungen nach der Kommunalwahl am 18. November. Nun soll eine Gruppe von vier Parteien, die es auf 16 von 31 möglichen Mandaten und damit eine hauchdünne Mehrheit mitbringt, Frieden geschlossen haben. Da muss nicht viel ausscheren, bevor das Kartenhaus zusammenkracht. In diesem Fall könnte es damit enden, dass Bürgermeister Jørgen Popp Petersen sein Amt verlieren könnte. 

Drei Parteivorsitzende haben ein Machtwort gesprochen: Bjarne Lund Henneberg, Sozialistische Volkspartei, der Vorsitzende für die Dänemarkdemokraten, Hans Christian Riggelsen und der Venstre-Vorsitzende Lindholm der Kommune Tondern, Hans Schmidt Lindholm.

„Wir müssen uns nicht dazu äußern, was sich die anderen Parteien gedacht haben. Wir wissen, dass politische Sondierungsgespräche stattgefunden haben. Wir können bei dieser Konstellation feststellen, dass es auf dem Papier immer noch eine mandatsmäßige Mehrheit gibt“, schreiben die drei Vorsitzenden in einem Leserbrief in „JydskeVestkysten“ nach langen und schwierigen Verhandlungen, die teilweise auch bizarre Formen angenommen haben sollen.

Duo wartet hinter den Kulissen

Für die Parteiführung und das organisatorische Umfeld gelte für die drei Parteien: Ein Wort ist ein Wort. „Wir sehen einer konstruktiven und loyalen Zusammenarbeit im neuen Stadtrat entgegen, für den das Beste für die Kommune im Mittelpunkt stehen soll.“

Diese Marschroute entspricht auch dem Ergebnis in der Wahlnacht, als Bürgermeister Jørgen Popp Petersen, Schleswigsche Partei, nach einem grandiosen Wahlsieg von allen Parteien bis auf die Dänische Volkspartei das Vertrauen zum Weitermachen ausgesprochen wurde. Doch die nach außen gestellte Geschlossenheit währte nicht lange. Denn die auf sechs Mandate geschrumpfte Tønder Listen stand mit der ambitionierten Anita Uggerholt Eriksen als Bürgermeisteranwärterin in den Kulissen. Gleiches Schicksal ereilte Venstre. Ihr Bürgermeisterkandidat Martin Iversen verlor ungefähr 50 persönliche Stimmen und fiel auf 455 Stimmen. Stimmen verlor er, aber nicht seine Ambition, neuer Bürgermeister zu werden. Seine Partei rutschte von neun auf sechs Sitze ab.

Für die Schleswigsche Partei, die wieder Jørgen Popp Petersen in Stellung gefahren hat, ging es seit einer Woche auf und ab. „Wir glauben, dass jetzt Frieden eingekehrt ist. Ich kann keine Vergleiche zu früheren Verhandlungen ziehen, denn bei früheren Wahlen haben sich Venstre und die Dänische Volkspartei zusammengetan und haben entschieden, wer welchen Posten bekommt. Die Verhandlungen sind in diesem Jahr schwierig gewesen. Da passierten immer wieder Dinge, mit denen wir nicht gerechnet hatten“, so Christian Andresen.

Wir haben mit allen Parteien gesprochen, die mit uns reden wollten.

Christian Andresen

„Wir haben mit allen Parteien geredet, die mit uns reden wollten“, erläutert der Parteichef, ohne zu verraten, um welche Parteien es sich handelt. „Wir warten jetzt die Konstituierung am 4. Dezember ab, in der Hoffnung, dass nichts Unerwartetes dazwischenkommt“, erklärt Andresen.

In Bezug auf die Postenverteilung ist bis jetzt nur öffentlich mitgeteilt worden, dass Bjarne Lund Henneberg den Vorsitz im Sozialausschuss übernimmt, während Anette Abildgaard Larsen (Kons.) Vorsitzende des Gesundheitsausschusses bleibt.