Kommunalwahl 2025

Hanne stimmt jetzt anders – Wahlveranstaltung mit Überraschung

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Der Königssaal im Folkehjem war bis auf den letzten Platz gefüllt, und es mussten Stühle hinzugeholt werden, damit Platz für alle war. Einige mussten sogar im Foyer sitzen.

Volles Haus, volle Themenliste: Beim Wahlabend im Apenrader Folkehjem wurde deutlich, wie viel den Menschen in Apenrade an ihrer Stadt liegt – und wie unterschiedlich die Antworten der Parteien auf die Zukunftsfragen ausfallen. Die Veranstaltung führte bei einer Wählerin sogar zu einer neuen Kandidatenentscheidung.

Der große Saal im Apenrader Folkehjem war bis auf den letzten Platz gefüllt. Mehr als 250 Menschen drängten sich am Donnerstagabend zwischen Stuhlreihen, Stehtischen und Wahlplakaten – gespannt auf das, was die Kandidatinnen und Kandidaten der kommenden Kommunalwahl zu sagen hatten.

Die Themenpalette reichte vom umstrittenen Plan für den Nørreportpark über Wohnungsbau und Küstenschutz bis zur geplante Deponie bei Bodum, kostenlosem Nahverkehr und dem Neubau des Museums am Kilen. Auch Maßnahmen zur Stärkung des Einzelhandels für Einheimische und Gäste sowie Zuzug und gute Lebensbedingungen für junge Menschen kamen zur Sprache.

Publikumfragen waren erwünscht.

Ausgangslage klarer geworden

Benny Petersen aus Apenrade konnte dem Abend als Zuhörer allerhand abgewinnen. „Ich habe etwas Klarheit bekommen, wie die Parteien zu Bauplänen im Ort Apenrade und am Hafen stehen. Das hatte ich mir vom Abend auch erhofft“, so der 54-Jährige kurz nach dem Ende der Wahlveranstaltung.

„Auch zum Thema Küstensicherung gab es interessante Äußerungen. Dieser Bereich interessiert mich ebenfalls, da ich ehrenamtlich in der Bereitschaft tätig bin“, so Petersen, der beruflich als Gebäudetechniker arbeitet.

Benny Petersen empfand die Wahlveranstaltung im Folkehjem in Apenrade als aufschlussreich.

Vor der Veranstaltung sei er sich noch nicht ganz sicher gewesen, für welche Partei und welche Kandidatin oder für welchen Kandidaten er stimmen wird. „Ich habe mich immer noch nicht festgelegt, es ist für mich aber einiges klarer geworden“, so der Apenrader, ohne seine favorisierte Partei zu verraten.

Neuen Favoriten gefunden

Bei Hanne Kjeldbjerg hatte die Veranstaltung entscheidenden Einfluss auf ihre Stimmabgabe, wie sie im Foyer des Folkehjems verriet. „Es war ein Kandidat einer Partei dabei, den ich noch gar nicht kannte. Er hat es gut gemacht und einen überzeugenden Eindruck auf mich gemacht. Ich werde ihn wohl wählen“, so die 64-Jährige mit einem Schmunzeln. Um welchen Kandidaten es sich handelt, blieb geheim.

Lokale Künstlerinnen und Künstler zeigen

Hanne Kjeldbjerg war vom Auftritt eines bestimmten Kandidaten angetan.

Die Themen Nørrepark und Museumsbau hatten sie am meisten interessiert. Insbesondere das Museumsprojekt fand sie wichtig. „Ich habe mir notiert, dass die meisten aus der Kandidatenrunde für ein Museum sind. Für mich spielt es dabei keine Rolle, ob es am Kilen neu gebaut oder an anderer Stelle in einem bestehenden Gebäude entsteht. Wichtig ist einfach, dass die Werke der hiesigen Künstlerin Franziska Clausen in Apenrade bleiben und ausgestellt werden können“, sagte Hanne Kjeldberg, die als leitende Sekretärin in der Schuldenbehörde „gældsstyrelsen“ arbeitet und in Apenrade wohnt.

Zu viele Männer

Die Kandidatin und die Kandidaten machten auf sich aufmerksam.

„Mich hat interessiert, was die Parteien zum Nørreport-Park, Klimaherausforderungen und zu den Plänen am Kilen zu sagen hatten“, sagte Kirsten Asmussen. Was der Apenraderin besonders aufgefallen war: „Es gab nur eine Frau zwischen den vielen Männern.“ Das sei ihrer Meinung nach eine total ungleiche Verteilung. Warum sich so wenige Frauen an der politischen Arbeit beteiligten? Darauf habe sie keine Antwort. Doch trotz der enttäuschenden Frauenquote sei sie zumindest jetzt sicher, bei wem sie bei der Regionswahl ihr Kreuz setzen werde. „Das ist doch immerhin ein Erfolg“, fand sie.

Klare Tendenz

Für den Apenrader Ole Klitgård hat die Veranstaltung keinen Einfluss auf seine Wahlentscheidung. „Ich hatte schon vorher eine recht klare Vorstellung davon, wem ich meine Stimme gebe“, sagte er, fügte jedoch hinzu, dass er sich mehr Fragen aus dem Publikum gewünscht hätte. Er fände es jedoch spannend, die verschiedenen Meinungen der Politikerin und der Politiker zu den verschiedenen Themen zu hören.