Kommunalpolitik

Grünes Licht für Videoüberwachung am Bahnhof Woyens

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Für die kommunalen Mitarbeitenden, die das Toilettenhäuschen in Woyens betreuen, gibt es viel zu tun. Es musste bereits im Februar 2025 instand gesetzt werden.

Obwohl die Lage sich zeitweise entspannte, häufen sich mit der warmen Jahreszeit wieder Beschwerden über Ruhestörung, Böller und schnelle Mopeds. Nun soll eine Videoüberwachung für mehr Sicherheit sorgen.

Der Jugendausschuss der Kommune hat auf seiner jüngsten Sitzung eine Videoüberwachung des Bahnhofs in Woyens beschlossen.

Noch im Januar berichtete „Der Nordschleswiger“ nach einer entsprechenden Anfrage bei der Polizei von einer entspannteren Lage am Bahnhof von Woyens. Von dort waren im Vorfeld Hinweise von Bürgerinnen und Bürgern eingegangen, die sich nicht immer sicher fühlten.

Mit der Eröffnung des Jugendklubs konnte die Polizei keine besonderen Auffälligkeiten mehr feststellen. Nun hat sich die Lage offenbar wieder verschärft. „Wir können sehen, dass es leider eine Steigerung an Hinweisen gibt, wenn der Sommer kommt und das Wetter besser wird“, so Vizepolizeiinspektor Nikolaj Hølmkjær.

Seinen Worten nach gab es im vergangenen Monat drei Anzeigen wegen Ruhestörung und Belästigung. Dreimal meldeten sich Personen, um das Zünden von Kanonenschlägen im Bereich des Bahnhofs zu melden. Hinzu kommen Hinweise auf laute und mutmaßlich frisierten Mopeds. Wie aus dem Referat der Ausschusssitzung hervorgeht, wurde zudem das neue Toilettenhäuschen, erst im Sommer 2024 eingeweiht, Ziel von Vandalismus. Es musste bereits im Februar 2025 nach Auskunft der Kommune instand gesetzt werden.

Gefühl der Unsicherheit

„Diese Unruhe kann bei den Menschen zu einem Gefühl der Unsicherheit führen, das nehmen wir ernst. Wir haben uns die Mopeds im Mai in einer zielgerichteten Aktion angeschaut und fahren Patrouille“, so der Vizepolizeiinspektor.

„Dann ist es auch ruhig“, sagt Karl Posselt, Vorsitzender des Forum Vojens und frisch gebackener Ehrenherzog der Kommune, und meint die Patrouillenfahrten der Ordnungshüter. Nur könne die Polizei nicht die ganze Zeit da sein. Die Videoüberwachung sei eine Möglichkeit, mehr Ruhe in das Viertel um den Bahnhof zu bekommen.

Posselt: Viele Meinungen zur Videoüberwachung

„Aber zur Videoüberwachung gibt es viele Meinungen. Deshalb war es uns wichtig, dass es im Jugendausschuss behandelt wird – auch weil viele Akteure eingebunden werden müssen, etwa die Polizei oder auch die Bahn“, so Posselt. Der Jugendausschuss stimmte nun für die Initiative des Forums.

Die Bahn hat die Erlaubnis erteilt, an ihren Gebäuden die nötigen Kameras zu installieren. Ins Blickfeld kommen Bereiche, die die Kommune Hadersleben besitzt oder sie pachtet. Die Kosten der Installation werden auf 50.000 Kronen veranschlagt. 3.000 Kronen soll der Betrieb im Jahr kosten. Das Forum Vojens will sich Karl Posselt zufolge an den Kosten der Installation beteiligen.

Marie Skødt: Überwachung soll Zeichen setzen

Wann die Videoüberwachung steht, ist noch nicht raus. „So schnell wie möglich“, sagt die Vorsitzende des Jungendausschusses Marie Skødt (Soz.). Die Sache sei aber komplex, von heute auf morgen sei die Sache nicht zu machen. Videoüberwachung könne zwar nicht allein das Problem lösen, doch sei es wichtig, die Gruppe von jungen Menschen, die den Ärger verursachten, vom Bahnhof fernzuhalten. „Wir wollen ihnen zeigen, ihr seid nicht willkommen.“ Eine Pauschalisierung lehnt sie ab. „Es sind nicht alle Jugendlichen, es ist nur eine kleine Gruppe“, so Marie Skødt.