Kommunalpolitik

Das sind die Neuen im Stadtrat, und diese Ziele verfolgen sie

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Acht neue Mitglieder haben bei der Kommunalwahl ein Mandat für den Stadtrat in Sonderburg erhalten, der 35-jährige Frederik Klakk aus Höruphaff ist einer von ihnen.

Acht neue Politikerinnen und Politiker gibt es im neu gewählten Stadtrat der Kommune Sonderburg. Beim offiziellen Neujahrsempfang am Alsensund haben sie verraten, wie sie in ihr neues Kapitel als Stadtratsmitglied starten und wofür sie sich einsetzen wollen.

Sie gehören fünf verschiedenen Parteien an und haben eines gemeinsam: Seit dem 1. Januar sind sie „die Neuen“ im Sonderburger Stadtrat. 

Kim Bækdal Agerley, Frederik Klakk und Claus Damm Johansen für die Liberale Allianz, Niels Benjamin Sørensen und Dorthe Mehlberg von den Dänemarkdemokraten, Tobias Brus Mikkelsen für die Dänische Volkspartei, Susanne Blegvad Posselt von der Sozialistischen Volkspartei und Sozialdemokrat Rune Dormann sind bei der Kommunalwahl 2025 in den Stadtrat gewählt worden. 

Beim offiziellen Neujahrsempfang der Kommune Sonderburg im Alsion haben sie dazu Stellung genommen, mit welchen Zielen sie in ihre neue Aufgabe starten.

Kim Bækdal Agerley (LA) ist mit 634 Stimmen gewählt worden. „Für mich ist das alles noch ziemlich neu“, sagt er, als er über seine ersten Wochen im Amt spricht. „Ich gehe die Aufgabe mit Offenheit und Lernbereitschaft an – wir sind ja keine Berufspolitiker, und deshalb müssen wir uns Schritt für Schritt in diese Rolle hineinfinden.“

Der traditionelle Neujahrsempfang für Menschen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft fand erneut im Café des Alsions statt. Bürgermeister Erik Lauritzen hielt die Begrüßungsrede.

Gemeinsam mit seinen Parteikollegen Frederik Klakk und Claus Damm Johansen möchte er zunächst ein stabiles Fundament schaffen, um in der Ratsarbeit Fuß zu fassen. 

Besonders am Herzen liegt ihm die Arbeit mit sozial benachteiligten und behinderten Kindern. Bækdal Agerley erzählt, dass er selbst ein Kind mit Behinderung hat, und fügt hinzu, dass viele dieser jungen Menschen keine optimalen Voraussetzungen hätten – „und das müssen wir ändern“, betont er.

Ziel: Kommunale Strukturen verschlanken

Ein zentrales Anliegen ist für ihn außerdem, die kommunalen Strukturen zu verschlanken. Viele engagierte Fachkräfte würden eine hervorragende Arbeit leisten, doch die Verwaltung sei oft zu schwerfällig. Da wolle er ansetzen, um Prozesse effizienter zu gestalten.

Darüber hinaus sieht Bækdal Agerley Potenzial im Bereich Tourismus. Sonderburg ziehe zwar viele Gäste an, doch diese gäben vor Ort zu wenig Geld aus. Hier möchte er neue Impulse setzen, um lokale Geschäfte stärker zu unterstützen und die Wirtschaft zu beleben.

Frederik Klakk (LA) holte 623 Stimmen. Klakk betont, dass er und seine Parteikollegen sich sehr über die Unterstützung der Wählerinnen und Wähler freuen. Nun gehe es darum, „in die Arbeitskleidung zu schlüpfen“, wie er es formuliert, und die Zusammenarbeit mit den anderen Ratsmitgliedern aufzubauen. 

Kim Bækdal Agerley ist 47 Jahre alt und lebt in Sonderburg.

Der Wahlkampf sei vorbei – jetzt sei es an der Zeit, tragfähige Partnerschaften zu formen und gemeinsam Ergebnisse zu erzielen.

Aus der Opposition heraus Reformen anstoßen

Gleichzeitig wolle seine Fraktion aber klar Stellung beziehen: Sie wolle auf effiziente Verwaltung, verantwortungsvolle Haushaltsführung und transparente Entscheidungsprozesse achten. „Wir stehen zu unseren Linien, aber wir wollen auch Verantwortung übernehmen und konstruktiv mitarbeiten“, betont Klakk.

Mit Blick auf die kommenden vier Jahre bleibt er bescheiden in seinen Zielen. Da seine Partei in der Opposition sitzt, gehe es weniger darum, große Reformen durchzusetzen, als vielmehr darum, langfristig gute Wirtschaftsentscheidungen vorzubereiten und solide Strukturen zu schaffen. Kleine, konkrete Verbesserungen – etwa bei Bildungsangeboten oder der Förderung lokaler Initiativen – seien ebenso wichtig wie die großen Themen.

Tobias Brus Mikkelsen (DF) erhielt als 25-Jähriger bei der Kommunalwahl 272 Stimmen. „Mein Ziel ist, dass wir das umsetzen, was die Bürgerinnen und Bürger wollen“, sagt Tobias Brus Mikkelsen. „Es geht mir nicht um mich selbst, sondern darum, die Menschen einzubeziehen. Bürgerbeteiligung ist für mich der Kern politischer Arbeit – wir sind schließlich Volksvertreter.“

Acht neue Mitglieder haben bei der Kommunalwahl ein Mandat für den Stadtrat in Sonderburg erhalten, der 35-jährige Frederik Klakk aus Höruphaff ist einer von ihnen.

Mikkelsen betont, dass seine wichtigste Aufgabe darin bestehe, als Stimme der Bürgerinnen und Bürger im Stadtrat zu agieren – besonders als kritische Stimme, die zuhört, beobachtet und erst dann spricht. Die Metapher gefällt ihm: Mit „zwei Ohren, zwei Augen und einem Mund“ wolle er zuhören, bevor er sich eine Meinung bilde.

„Ich muss mich manchmal noch kneifen“

In der praktischen Arbeit plane er, bei jedem neuen Thema zunächst die betroffenen Menschen zu konsultieren. Wenn er die Tagesordnung für eine Ratssitzung bekommt, möchte er gezielt den Kontakt zu denjenigen suchen, die von den Entscheidungen betroffen sind. So will er erfahren, welche Bedenken oder Vorschläge es gibt – Dinge, die Politikerinnen und Politiker im Verwaltungsprozess vielleicht übersehen würden.

„Ich will möglichst früh rausgehen und direkt mit den Bürgern sprechen, um ihre Perspektiven mitzunehmen“, erklärt er. „Nur so kann ich sie wirklich vertreten.“

Tobias Brus Mikkelsen ist erst im vergangenen Jahr aus Ostjütland hierhergezogen und empfindet seine Wahl in den Stadtrat als „noch immer etwas surreal“. Mit großer Bescheidenheit blickt er darauf, dass ihm die Menschen vor Ort ihr Vertrauen geschenkt haben. „Ich muss mich manchmal noch kneifen.“

Susanne Blegvad Posselt (SF) ist mit 513 Stimmen gewählt worden. Sie erzählt, dass sie bereits mit ihren Statratskolleginnen und -kollegen im Austausch steht und in den kommenden Wochen einige Treffen geplant sind, um sich einen Überblick über die aktuelle Lage zu verschaffen.

Tobias Brus Mikkelsen ist 25 Jahre alt und wohnt in Sonderburg.

Für die nächsten vier Jahre hat sie ein klares Ziel: „Mein größtes Ziel ist es, dafür zu sorgen, dass Kinder – alle Kinder – es gut haben.“ Das sei zwar ein großes und weites Thema, aber eines, das ihr sehr am Herzen liege. Besonders wichtig sei für sie die Volksschule, auf die die Kommune noch stärker den Fokus legen müsse. Es sei in Ordnung, Schulen zu renovieren, sagt sie, „aber sie müssen auch von innen heraus wirklich funktionieren – das ist entscheidend.“

Ein weiteres zentrales Anliegen ist der Schutz des Trinkwassers. „Das ist eines meiner wichtigsten Themen – unser Wasser muss geschützt werden“, betont sie abschließend.

 

Stadtrats-Neuling Rune Dormann holte als sozialdemokratischer Kandidat 213 Stimmen. „Ich habe zunächst alle Tagesordnungen und Protokolle gründlich durchgelesen, damit ich genau weiß, worum es im Stadtrat geht“, erzählt er. „Ich war viele Jahre am Rande kommunaler Ausschüsse aktiv, also kenne ich den Ablauf – und ich weiß, dass Veränderungen Zeit brauchen.“

Susanne Blegvad Posselt ist 61 Jahre alt und wohnt in Broacker.

Dormann freut sich darüber, nun selbst auf der Entscheidungsebene mitzuwirken und Politik nicht mehr nur zu beobachten, sondern aktiv mitzugestalten. Besonders begeistert ist er über seine Arbeit im Ausschuss für Freizeit und Sport. „Ich möchte, dass wir in Sonderburg unsere Sport- und Freizeiteinrichtungen modernisieren und besser organisieren“, sagt er.

Bessere Strukturen beim Ausrichten von Veranstaltungen

Dabei geht es ihm nicht nur um Gebäude oder Ausstattung, sondern auch darum, Vereine stärker zu unterstützen. Als Organisator der Kulturnacht in den vergangenen drei Jahren hat er erlebt, wie aufwendig es ist, größere Veranstaltungen auf die Beine zu stellen.

„Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie kompliziert Genehmigungen, Sicherheitspläne und Beschilderungen sein können“, erklärt Dormann. „Deshalb möchte ich es Vereinen und Initiativen leichter machen, Veranstaltungen zu organisieren – besonders denjenigen, die neu anfangen.“

Ziel sei es, dass künftig mehr kulturelle und sportliche Aktivitäten stattfinden und alle Beteiligten von der Stadt besser unterstützt werden. 

 

Außerdem neu im Stadtrat sind Claus Damm Johansen (LA), Broacker (Broager), 542 Stimmen, Niels Benjamin Sørensen (DD), 479 Stimmen, und Dorthe Mehlberg (DD), 322 Stimmen.

Rune Dormann lebt in Wollerup und ist 44 Jahre alt.
V. l.: Niels Benjamin Sørensen, Dorthe Mehlberg und Claus Damm Johansen