Kommunalpolitik

Bis zu 4.000 Kronen mehr in der Tasche: Apenrade senkt Essenskosten für Bedürftige

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Die kommunale Großküche „Mad & Mådtider“ liefert Essen an bedürftige Bürgerinnen und Bürger.

Preissenkung: Der Stadtrat von Apenrade hat beschlossen, die Eigenanteile für gelieferte Mahlzeiten zu reduzieren. Ab Januar kostet eine Hauptmahlzeit maximal 50 Kronen. Diese Maßnahme ist Teil einer landesweiten Initiative zur Unterstützung älterer und behinderter Menschen.

Ältere und behinderte Menschen in der Kommune Apenrade müssen künftig weniger für ihr täglich geliefertes Essen bezahlen. Der Stadtrat hat kürzlich mehrheitlich beschlossen, den Eigenanteil für die kommunale Essensversorgung zu senken. Rückwirkend ab dem 1. Januar kostet eine gelieferte Hauptmahlzeit maximal 50 Kronen.

Bislang lag der Preis deutlich höher. Die Kommune hatte für 2026 mit einer Eigenzahlung von 63 Kronen pro Mahlzeit gerechnet – zusammengesetzt aus 57 Kronen für das Essen und 6 Kronen für die Lieferung. Diese Regelung gilt nicht mehr.

Klare Entlastung im Alltag

Für die Betroffenen bedeutet der Beschluss vor allem eines: mehr finanziellen Spielraum im Alltag. 7 Kronen weniger für eine Mahlzeit und die entfallenen Lieferkosten machen immerhin 13 Kronen mehr für die Bürgerinnen und Bürger aus – pro Tag. Auf das Jahr gerechnet summiert sich der Betrag auf bis zu 4.745 Kronen.

Teil einer landesweiten Initiative

Die Preissenkung ist allerdings kein Beschluss allein der Kommune Apenrade, sondern Teil der Finanzvereinbarung des dänischen Staates für 2026, die die Regierung gemeinsam mit der Konservativen Volkspartei geschlossen hat. Ziel ist es, die Altenpflege zu stärken und insbesondere Menschen zu entlasten, die auf Unterstützung im eigenen Zuhause angewiesen sind.

Landesweit stellt der Staat dafür jährlich 200 Millionen Kronen bereit – auch über 2026 hinaus. Das Geld soll die steigenden Lebensmittelpreise abfedern und dafür sorgen, dass ältere Menschen und Personen mit Behinderung günstiger an eine warme Mahlzeit kommen.

Freie Wahl bleibt bestehen

Die Essensversorgung fällt weiterhin unter das Prinzip der freien Wahl. Die Kommune Apenrade prüft den Bedarf und genehmigt die Essenslieferung, die Betroffenen entscheiden anschließend selbst, ob sie das Angebot der kommunalen Küche „Mad & Måltider“ oder einen privaten Anbieter nutzen möchten. Ist der private Anbieter teurer, trägt man die Mehrkosten selbst.

Die neue Preisobergrenze von 50 Kronen gilt dabei unabhängig vom Anbieter. Die kommunale „Visitation“ – ein Team, das sich die Lebensumstände des Menschen anschaut – entscheidet weiterhin, ob im Einzelfall Essen aus einer zentralen Küche zum vergünstigten Preis geliefert wird. 

Millionenbetrag wird ausgeglichen

Für die Kommune selbst bedeutet die Preissenkung zunächst Mindereinnahmen. Bei rund 160.000 gelieferten Mahlzeiten pro Jahr, verteilt auf etwa 650 Bürgerinnen und Bürger, rechnet Apenrade mit einem Einnahmeverlust von rund zwei Millionen Kronen jährlich. Insgesamt hatte die Kommune bislang Einnahmen von etwa zehn Millionen Kronen aus der Eigenbeteiligung eingeplant.

Diese Summe wird jedoch vollständig über den staatlichen Zuschuss ausgeglichen. So erhält Apenrade voraussichtlich ebenfalls rund zwei Millionen Kronen pro Jahr. Die Kommune bleibt damit finanziell abgesichert.

Auch in anderen nordschleswigschen Kommunen wird es durch den Beschluss aus Kopenhagen zu solchen Preissenkungen für die kommunal gelieferte Mahlzeit kommen.