Königshaus

Frederiks erste Neujahrsrede: Die deutsche Minderheit erwähnt er nicht

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König Frederik hielt seine Rede zum Jahresabschluss vom Frederik VIII's Palæ auf Amalienborg aus.

Die historische Neujahrsrede wurde mit großer Spannung erwartet. König Frederik hob das große Vertrauen in der Gesellschaft hervor und betonte die Zusammengehörigkeit des dänischen Königreichs.

Am letzten Tag des Jahres hat König Frederik X. eine jahrzehntealte Tradition fortgeführt und die Neujahrsrede live gehalten. In Millionen dänischer Haushalte flimmerte um Punkt 18 Uhr sein Gesicht über die Bildschirme.

Besondere Eindrücke vom Krönungstag

In seiner ersten Neujahrsrede waren Vertrauen, Zusammengehörigkeit und Mitmenschlichkeit die Hauptthemen, auf die er einging und die er – zum Teil – durch persönliche Erinnerungen greifbar machte.

Beim Thema Zusammengehörigkeit hob das königliche Staatsoberhaupt die enge Verbindung zu Grönland und Südschleswig hervor: „Wir sind alle verbunden und jeder Einzelne im Königreich Dänemark verpflichtet. Von der dänischen Minderheit in Südschleswig – das sogar außerhalb des Königreichs liegt – bis ganz nach Grönland“, hieß es in der Rede. Die deutsche Minderheit in Nordschleswig fand keine Erwähnung.

Ein wichtiges Ereignis, auf das König Frederik zu sprechen kam, ist der 14. Januar 2024 – der Tag seiner Krönung, den er mit ganz persönlichen Erinnerungen Revue passieren ließ. Er und seine Frau, Königin Mary, hätten sich keinen besseren Start wünschen können, betont er und bedankt sich beim Volk dafür.

Das Glück des Vertrauens

Ein weiteres Thema, das König Frederik hervorhob, sind die Herausforderungen, denen die junge Generation gegenübersteht. Anlass hierfür ist das Abitur seines ältesten Sohnes, Kronprinz Christian. „Es sieht spielerisch leicht aus, wenn die Jugend sich austobt. Und gleichzeitig kann es alles andere als das sein. Viele Jugendliche verlieren den Halt“, so Frederik. Es sei wichtig, zuzuhören, das habe er als vierfacher Vater gelernt. In seinen Augen ist die Jugend mutig. „Die Jugendlichen von heute stehen zu sich selbst. Sie wagen es, sowohl als auch zu sein. Sowohl verletzlich als auch stark.“

Aber auch jene Vorzüge, die die dänische Gesellschaft als Ganzes besonders kennzeichnen, hob Frederik hervor: „Unser Glück ist, dass wir hier zu Hause aufeinander vertrauen. Das Vertrauen unter uns ist groß. Das macht es leichter, den Mitmenschen vor dem Widersacher zu sehen.“

Weitere zentrale Themen in seiner Ansprache waren das Ehrenamt, das so viel leiste, und der Natur- und Umweltschutz, der gesichert werden müsse, so Frederik.

Zum Abschluss seines Debüts folgten die drei Worte, die er in seinem Buch „Kongeord“ bereits bekanntgab, von seiner Mutter übernehmen zu wollen: Gud bevare Danmark (Gott beschütze Dänemark).