Deutsche Minderheit

Knivsbergfest: Ein Berg, viele Lieblingsmomente

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Annette und Olaf Wright besuchen das Knivsbergfest seit 30 Jahren.

Ob auf dem Spielfeld, beim Schlemmen oder beim Schnacken mit Freunden – das Sommerfest der deutschen Minderheit auf dem Knivsberg bringt Alt und Jung in ganz Nordschleswig zusammen. Praktikantin Celina Matthiesen aus der Redaktion des „Nordschleswigers“ hat sich unter die Gäste gemischt und nachgefragt, was sie hier am liebsten machen.

Die Sonne scheint über den Knivsberg. Das bunte Treiben auf dem Berg ist in vollem Gange: Fröhliche Kinder rennen über die grüne Wiese, Volleyballbälle fliegen durch die Luft. Zwischen Essensständen, Sportturnieren und der Live-Bühne versammeln sich heute zahlreiche Besucherinnen und Besucher, um gemeinsam zu feiern.

Es ist wieder Knivsbergfestzeit – das traditionsreiche Sommerfest der deutschen Minderheit in Nordschleswig geht in die nächste Runde. Ein Fest voller Begegnungen, voller Gemeinschaft und voller Freude am Zusammensein und Wiedersehen. Für jede Generation hält der Berg ganz eigene Lieblingsmomente bereit.

Was gefällt den Menschen am Knivsbergfest besonders? Praktikantin Celina Matthiesen von der Redaktion des „Nordschleswigers“ hat sich unter die Gäste gemischt und nachgefragt, was sie auf dem Fest am liebsten machen. Ob jung oder alt, zum ersten Mal dabei oder treue Besucherinnen und Besucher – die Vielfalt der Stimmen zeigt, welche Bedeutung hinter dem Knivsbergfest steckt.

Ein Fest für die Kleinen

Für viele Kinder ist die Hüpfburg das absolute Highlight des Tages – sie springen, lachen und toben, bis die Beine müde werden.

Unter ihnen sind auch die beiden Freunde Tim Lucas aus Mogeltondern (Møgeltønder) und Anton Paulsen aus Toftlund. Der zehnjährige Tim Lucas ist zum ersten Mal dabei und begeistert: „Alle haben heute hier viel Spaß. Ich hüpfe am liebsten auf den Hüpfburgen.“

Der achtjährige Anton stimmt ihm zu: „Ich mag die Hüpfburgen. Da bin ich am liebsten.“

Neue Freundschaften und Gemeinschaft auf dem Spielfeld

Für die jungen Erwachsenen stehen vor allem die sportlichen Aktivitäten und das Gemeinschaftserlebnis im Mittelpunkt. Stephanie Wilhöft aus Kupfermühle (Kobbermølle) unterstützt heute ihre Schüler auf dem Fußballfeld: „Ich begleite die Jungs beim Spiel und freue mich, die Erlebnisse gemeinsam mit ihnen zu teilen.“

Auch ihre Kollegin Majbritt Alnor Pedersen aus Rothenkrug (Rødekro) ist regelmäßig dabei: „Ich bin nun schon zum zehnten Mal hier. Für mich zählt vor allem das Zusammensein und das Feiern unserer Minderheit. Besonders schön finde ich, dass so viele Kulturen hier zusammenkommen.“

„Die vielen Sportangebote für die Kinder sind klasse. Es freut mich zu sehen, wie sie neue Freundschaften schließen“, ergänzt Wilhöft stolz.

Ein eigenes Maskottchen ist mit Hundedame Chilli auch gefunden. „Sie ist immer dabei. Heute trägt sie das Trikot, um die Kinder zu unterstützen“, erzählt Majbritt.

Jahrelange Verbundenheit

Majbritt Alnor Pedersen (l.) und Stephanie Wilhöft haben Hundedame Chilli als sportliche Unterstützung dabei.

Langjährige Gäste wie Annette und Olaf Wright aus Bov (Bau) sind seit fast 30 Jahren treue Besucher des Knivsbergfestes.

„Das Knivsbergfest ist über die Jahre immer moderner, frischer und informativer geworden“, stellt die 62-Jährige fest. „Schade, dass es letztes Jahr ausgefallen ist. Aber jetzt ist es umso schöner, alte Bekannte wiederzutreffen, die man lange nicht gesehen hat“, freut sich Ehemann Olaf.

Eine besondere Perspektive bringt der deutsche Botschafter Prof. Dr. Pascal Hector aus Kopenhagen mit. Für ihn ist das Knivsbergfest ein bedeutendes Ereignis: „Das Knivsbergfest bringt Angehörige der Minderheit zusammen und ist damit für die Identität der Minderheit von entscheidender Bedeutung.“

In diesem Jahr war sein Besuch zugleich ein Abschied: Nach drei Jahren in Dänemark wird er demnächst als deutscher Botschafter nach Kroatien wechseln.

„Ich freue mich am meisten auf die Kaffeetafel“, sagt der 63-Jährige mit einem Augenzwinkern – ein Stück Vertrautheit, bevor ein neues Kapitel für ihn beginnt.

Familienzeit und Erinnerungen aufleben lassen

Das Knivsbergfest ist für viele Familien ein Ort der Begegnung über Generationen hinweg. Annika Møller aus Pattburg (Padborg) ist zum zweiten Mal dabei, zusammen mit ihrer Mutter Anja aus Krusau (Kruså).

„Es erinnert mich an meine Kindheit“, erzählt Annika. „Für mich sind vor allem die Live-Musik, die Zeit mit meiner Familie und die Sportturniere die schönsten Momente.“

Anja ist dagegen beeindruckt, wie groß das Fest geworden ist: „Wir waren 25 Jahre nicht mehr hier und sind ganz überwältigt. Das Knivsbergfest ist eine große Gemeinschaft der deutschen Minderheit. Ich freue mich auf die Live-Konzerte und darauf, alte Freunde wiederzutreffen“, fügt die 63-Jährige hinzu.

Für Paul Andresen aus Pattburg (Padborg) und Jan Andresen aus Vollerup steht das Fest heute vor allem für das Wiedersehen alter Bekannter: „Früher war es vor allem ein Handballturnier“, sagt Paul. „Heute ist es mehr wie ein Ehemaligentreffen.“

„Man trifft sich hier wieder – fast zufällig, aber das ist das Besondere“, fügt der 39-jährige Jan mit einem Lächeln hinzu.

Vorfreude auf das nächste Mal

Paul und Jan Andresen kennen das Knivsbergfest noch aus der Kindheit – heute sind sie als Eltern dabei und unterstützen ihre Kinder selbst auf dem Berg.

Auch wenn die Besucherinnen und Besucher aus ganz unterschiedlichen Gründen hierhergekommen sind, steht eines fest: Der Knivsberg ist ein Ort, der sie verbindet – über Generationen, Regionen und Schulgrenzen hinweg. Und die Vorfreude auf das nächste Wiedersehen steigt schon jetzt.