Natur in Nordschleswig

Viele Wintervögel in den Marschen und am Wattenmeer

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Die Singschwäne überwintern zahlreich im Bereich des Margrethenkoogs bei Hoyer in Nachbarschaft zur Wiedauschleuse (Vidåslusen).

Zahlreiche Zugvogelarten bleiben bei milder Witterung im Küstenbereich Nordschleswigs. Singschwäne, Sumpfohreulen und auch Singvögel aus nördlichen Gefilden sind zu Gast. Als Standvögel sind Goldammern, Rotkehlchen und Grauammern vertreten.

Während der vergangenen Tage hat der Winter an der nordschleswigschen Westküste kürzere Gastspiele gegeben. Die kurzfristig eisigen Temperaturen haben zahlreiche Vogelarten jedoch nicht zum Abzug in südlichere Gefilde veranlasst.

So ist das melodische Flöten der Großen Brachvögel ebenso wie der Ruf der Kiebitze weiterhin bei Touren am Seedeich bei Hoyer zu vernehmen. Auch Austernfischer sind in Schwärmen zu sehen und zu hören.

Der Große Brachvogel ist am gebogenen Schnabel zu erkennen. Die Vögel machen sich auch im Winter durch typisches melodisches Flöten bemerkbar. Sie zählen hierzulande zu den seltenen Brutvögeln in Mooren und Feuchtgebieten.

Klimawandel bremst Zugvögel

Aufgrund des Klimawandels überwintern diese Arten vermehrt im Bereich des nahrungsreichen Wattenmeers.

Sumpfohreulen jagen entlang der Deiche und Böschungen, sogar bei Tageslicht. In Sträuchern sieht man Schwärme von Berghänflingen. Es sind Arten, die aus dem Norden angereist sind. Die Sumpfohreulen sind aktuell als Brutvögel aus dem Bereich des dänischen Wattenmeeres verschwunden. 

Die Sumpfohreule ist in Dänemark aktuell als Brutvogel verschwunden. Als Wintergäste kommen allerdings Exemplare aus nördlicheren Breiten an die Wattenmeerküste.
Die Sumpfohreule ist auch bei Tageslicht am Deich zu sehen, wo sie Mäuse jagt.

Neues Naturschutzprojekt als Chance

Chancen für eine Wiederansiedlung gibt es, wenn ihnen störungsfreie Brutreviere angeboten werden, eventuell im geplanten neuen Naturschutzgebiet Margrethenkoog Nord bei Hoyer. Dort wird die zuvor intensiv genutzte Agrarfläche in ein Überschwemmungsgebiet umgewandelt, um angesichts steigender Niederschlagsmenge Wasser aus der Wiedau aufzunehmen. 

Im Gegensatz zu den hierzulande ganzjährig zu beobachtenden Höckerschwänen besitzen Singschwäne gelbe Schnäbel. Und sie sind an ihren Stimmen zu erkennen. Selbst bei Dunkelheit tröten sie, mitunter scheinen sie sich zu unterhalten. 

Die Singschwäne sind vom Weg zwischen Hoyerschleuse und Wiedauschleuse gut zu beobachten. Neben erwachsenen Exemplaren sind auch Jungvögel im dunkleren Gefieder zu erkennen.

Pfeifenten werden ihrem Namen gerecht

Durch ihre Stimme, ein lautes Pfeifen, machen sich auch die Pfeifenten im Bereich der Wiedaumündung bemerkbar. Sie fallen auch durch ein farbenprächtiges Gefieder auf. Oft grasen sie an Land. 

Die Wiedau ist im Winter auch Jagdrevier der Gänsesäger, die tauchend vor allem kleine Fische fangen, mit ihrem gesägten Schnabel. Die hübschen Vögel brüten an der Ostküste, mitunter sogar in Schornsteinen von Sommerhäusern, die Gänsesäger sind Höhlenbrüter. 

Die Pfeifenten sind an ihren schrillen Pfiffen erkennbar. Sie grasen gerne auf Flächen neben der Wiedau.

Besuchende werden im Bereich des Seedeiches bei der Wiedauschleuse auch während der Wintermonate gebeten, ihre Hunde anzuleinen, um Störungen der Vogelwelt zu vermeiden. 

Die Gänsesäger sind Wintergäste in der Wiedau. Die Vogelart ist an der Ostseeküste auch Brutvogel.