Klimawandel

Küstenschutz startet: Bevölkerung in Gravenstein soll sich beteiligen

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Die Gravensteinerinnen und Gravensteiner sollen jetzt Geld von der Kommune bekommen, um ihre Häuser besser vor künftigen Sturmfluten zu sichern

In Gravenstein soll es jetzt losgehen mit dem Küstenschutz. 1,7 Millionen Kronen will die Kommune Sonderburg dafür lockermachen. Die Gesamtkosten für Schutzmaßnahmen sind aber deutlich teurer. Und: die Anwohnerinnen und Anwohner müssen sich daran beteiligen.

Die Gravensteinerinnen und Gravensteiner erinnern sich gut an die schlimmste Sturmflut an der Ostküste seit 100 Jahren. An der nordschleswigschen Küste war das Wasser vor zwei Jahren auf mehr als zwei Meter angestiegen. Häuser und Wohnungen liefen mit Wasser voll. Sommerhäuser, ganze Küstenstreifen, darunter Teile des beliebten Gendarmenpfads (Gendarmstien): zerstört.

Kommune macht Geld für Küstenschutz locker

Jetzt will die Kommune Sonderburg (Sønderborg) die Anwohnerinnen und Anwohner in Gravenstein finanziell dabei unterstützten, ihre Wohnungen und Häuser besser zu sichern. Das hat der Stadtrat im Mai beschlossen. 1,7 Millionen Kronen sollen die Gravensteinerinnen und Gravensteiner für Küstenschutzmaßnahmen bekommen; verteilt auf dieses und das kommende Jahr. Zusätzliche 200.000 Kronen sind dafür gedacht, dass sich die Maßnahmen harmonisch in das Stadtbild einfügen.

Insgesamt werden die Küstenschutzmaßnahmen aber deutlich teurer: auf 17 bis 20 Millionen Kronen schätzt die Kommune die Kosten. Sie will sieben Millionen Kronen davon übernehmen, verteilt auf mehrere Jahre. Doch auch die Gravensteinerinnen und Gravensteiner sollen für die Kosten aufkommen, sagt Kirsten Bachmann (SP). „Wie hoch diese sein werden, richtet sich unter anderem nach der Größe der Immobilie.“ Außerdem fließt in die Berechnung ein, wie hoch der Schaden bei einer künftigen Sturmflut ohne zusätzlichen Schutz wäre, sagt Kirsten Bachmann.

Baumaßnahmen zunächst im Hafengebiet

Voraussichtlich im kommenden Jahr soll es mit den Baumaßnahmen losgehen. Zunächst im Gravensteiner Hafengebiet vom Sildekulevej im Westen bis zum Fiskenæsvej im Osten. „Unter anderem soll ein Deich gebaut und der Radweg höher gesetzt, die Straße im Sildekulevej gesichert werden“, sagt Kirsten Bachmann. Was genau an anderen Stellen passieren soll, werde noch geprüft. Zum Beispiel, ob die Schutzmauer am Hafen erhöht werden muss oder der Wasserzulauf in Bryggen eine Schleuse bekommt oder zugeschüttet wird.

Den Plänen der Kommune vorausgegangen war eine Analyse des Umweltministeriums. Es hatte neue Risikogebiete für Hochwasser ausgewiesen. Neu auf der Liste sind unter anderem Gravenstein und Ekensund (Egernsund). Diese Risikoeinschätzung des Umweltministeriums nimmt nun die Kommunen in die Pflicht, Pläne für den Schutz der gefährdeten Gebiete zu erarbeiten.

Kein Geld für die Bewohnerinnen und Bewohner von Ekensund

Geld gibt es aber erst mal nur für Gravenstein; nicht für Ekensund. Deren Bewohnerinnen und Bewohner kämpften ebenfalls gegen die Wassermassen der Jahrhundertsturmflut. „Das ist auch eine Kostenfrage. Wir haben deshalb entschieden, erst mal an einer Stelle anzufangen“, sagt Kirsten Bachmann. Doch sie räumt auch ein: Wenn das Wasser an einer Stelle nicht durchkommt, macht es an anderer Probleme.