Eishockey

Turbulente Zeiten nicht so leicht aus den Köpfen zu verdrängen

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Jacob Schmidt-Svejstrup

Sønderjyske-Stürmer Jacob Schmidt-Svejstrup nennt die Derbypleite in Esbjerg inakzeptabel und will eine Saison mit vielen Tiefen noch zurechtbiegen. Eine Saison, die seine letzte im hellblauen Trikot werden könnte.

Beim dänischen Eishockeymeister von 2024 ist in den vergangenen zwölf Monaten viel passiert. Die turbulenten Zeiten haben auch bei den Spielern Spuren hinterlassen, dürfen aber nicht als Entschuldigung für die enttäuschenden Leistungen auf dem Eis gelten, unterstreicht Sønderjyske-Stürmer Jacob Schmidt-Svejstrup.

„Wir Eishockeyspieler müssen uns aufs Eishockeyspielen konzentrieren. Dort muss unser Fokus liegen, aber wenn man sich auf einem Arbeitsplatz befindet, kann man es nicht vermeiden, von Dingen beeinflusst zu werden, die auf diesem Arbeitsplatz passieren, egal wie sehr man es versucht. Es ist viel passiert. Førster rein und raus, Stockfisch rein und raus und Klaus raus, nur um einiges zu nennen“, sagt Jacob Schmidt-Svejstrup nach dem Montagstraining zum „Nordschleswiger“.

Die Entlassungen von den Cheftrainern Anders Førster und Casper Stockfisch sowie von Sportchef Klaus Rasmussen sind nur einige der vielen Turbulenzen der vergangenen zwölf Monate. Die erwartete Reaktion auf die Trennung von Casper Stockfisch blieb am Tag danach bei der 2:7-Pleite im Derby gegen Esbjerg aus.

Jacob Schmidt-Svejstrup musste in der vergangenen Saison wegen einer Schulteroperation viele Monate lang pausieren.

„Es ist eine Entscheidung in der Trainerfrage getroffen worden, die wir unterstützen müssen, und dann sehen wir auf dem Eis so blass aus. Das war inakzeptabel, und das auch noch in einem Derby. Ich kann mir nicht erklären, weshalb. Wir wollten Lars (Foder, d. Red.) einen guten Start geben, aber daraus sind zwei der schlechtesten Drittel der gesamten Saison geworden. Wir waren in den Köpfen nicht frei, aber das darf nicht als Entschuldigung gelten. Wir haben Sonntag und Montag zwei der besten Trainingseinheiten gehabt, wo neue Energie und Tempo reingekommen sind. Ich hoffe, dass dies eine verspätete Reaktion ist“, sagt der 28-Jährige, der im Sommer 2023 von der Clarkson University aus den USA kam.

Degn-Verpflichtung positiv

Er ist zuversichtlich, dass die verkorkste Saison noch zurechtgebogen werden kann. Und er begrüßt die Verpflichtung von Kasper Degn als General Manager.

„Ich bin überzeugt, dass es gut für den Klub ist. Degn war schon Spieler, Trainer und Agent, und er weiß, was erforderlich ist. Besonders wir älteren Spieler wurden vor seiner Verpflichtung in Entscheidungen miteinbezogen, jetzt gibt es viele Dinge, mit denen wir uns nicht mehr auseinandersetzen müssen. Wir können uns aufs Eishockeyspielen konzentrieren, und das ist gut so. Die Verpflichtung von Degn lässt meine Zuversicht wachsen, dass dieses Projekt gut wird“, so Jacob Schmidt-Svejstrup.

Ob der Stürmer langfristig Teil des Teams bleiben wird, ist jedoch mehr als fraglich. Sein Vertrag läuft zum Saisonende aus, und alles deutet darauf hin, dass die laufende Saison seine letzte im hellblauen Trikot sein wird.

Jacob Schmidt-Svejstrup erzielte 2024 das entscheidende Tor zum 4:3-Sieg im siebten DM-Finale gegen Esbjerg.

Auslandstraum

„Ich will ins Ausland. Das ist kein Geheimnis, und das habe ich auch klar mitgeteilt. Das ist zu 100 Prozent mein Ziel, aber es muss auch vom Niveau her ein Schritt nach oben und eine Herausforderung sein, sonst mache ich es nicht“, sagt der Matchwinner aus dem entscheidenden DM-Finale 2024, der allerdings keine Tür zumacht, auch nicht bei Sønderjyske.

„Alles ist noch offen. Ich habe noch nirgendwo unterschrieben und werde die Entscheidung treffen, die sich richtig anfühlt. Jetzt bin ich aber Sønderjyske-Spieler“, unterstreicht Jacob Schmidt-Svejstrup, der mit seiner Mannschaft am Dienstag ab 19 Uhr beim Tabellenzweiten in Herlev den ersten Schritt machen will, um die verkorkste Saison noch zurechtzubiegen.