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Sønderjyske will aus sportlichem Erfolg Kapital schlagen

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Der Jubel war groß, als Sønderjyske mit vielen Fans im Rücken einen 2:0-Sieg im Kopenhagener „Parken“ gegen den FCK feierte und als Tabellenvierter in die Winterpause ging.

Ausverkauf auf Kosten des Endrunden-Einzugs? Für Sønderjyske-Sportchef Casper Daather gibt es kein Entweder-oder. Er will sportlichen Erfolg, aber auch Spieler verkaufen. Anfragen hat es bereits viele gegeben, auch der Trainer ist ein gefragter Mann.

Fußball-Superligist Sønderjyske Fodbold wird in den kommenden Monaten ein dickes Millionendefizit aus dem im September zu Ende gegangenen Haushaltsjahr 2024/25 präsentieren und benötigt Transfererlöse, um künftig wieder schwarze Zahlen schreiben zu können. Und das wird voraussichtlich bereits im Januar-Transferfenster passieren.

Der Überraschungs-Vierte der Superliga nimmt am Montagvormittag die Vorbereitungen für die zweite Saisonhälfte in Angriff, wird aber vermutlich mit einem veränderten Kader antreten, wenn es am 8. Februar gegen den FC Nordsjælland erstmals wieder um Punkte geht. Sønderjyske will aus dem sportlichen Erfolg Kapital schlagen und wird nicht mit aller Macht den Kader beisammenhalten, um den Einzug in die Top 6 zu sichern.

Das Maximale aus der Situation herausholen

„Für mich ist es kein Entweder-oder. Es ist nicht so, dass wir unsere Chance auf den Einzug in die Top 6 verschenken, wenn wir Spieler verkaufen. Wir wollen das Maximale aus unserer Situation herausholen. Wir wollen sportlich das bestmögliche Ergebnis erzielen, aber auch Spieler verkaufen, wenn wir einen vernünftigen Preis erzielen können. Und ich kann nur wiederholen, dass man zu Fleggaard gehen kann, wenn man in der Grenzregion günstig einkaufen will. Nicht bei uns“, sagt Sønderjyske-Sportchef Casper Daather zum „Nordschleswiger“.

Der Marktwert seiner Spieler ist durch den sportlichen Erfolg in der ersten Saisonhälfte fast durchweg gestiegen. Bei „transfermarkt.de“ sind die Verkaufskandidaten Maxime Soulas (1,8 Millionen Euro), Olti Hyseni (1,5 Millionen Euro), Alexander Lyng (1,2 Millionen Euro), Mads Agger (1,2 Millionen Euro), Tobias Sommer (1 Million Euro), Lirim Qamili (1 Million Euro) und Kristall Mani Ingason (900.000 Euro) die teuersten.

Es wird eine ereignisreiche Transferperiode erwartet, doch nach den ersten vier Tagen des Transferfensters ist noch nicht viel passiert.

Siege gegen Topklubs sind nicht unbemerkt geblieben

„Interessante Angebote hat es nicht gegeben, aber Interesse schon. Es ist nicht unbemerkt geblieben, dass wir eine gute erste Saisonhälfte gespielt haben. Und da hilft es schon, dass wir Teams geschlagen haben, die bei ausländischen Klubs Respekt genießen“, so der Sportchef nach den Erfolgen gegen die Europa- bzw. Champions-League-Teilnehmer FC Midtjylland und FC København.

Spielerverkäufe würden seiner Ansicht nach nicht unbedingt eine sportliche Schwächung bedeuten. Teile der Transfererlöse würden in den Kader reinvestiert werden. Alles spricht aber dafür, dass es erst Abgänge geben muss, bevor es Neuzugänge geben wird.

Der Nordmazedonier Ivan Nikolov ist von seinem ursprünglich im Sommer auslaufenden Vertrag gelöst worden und wird voraussichtlich die Karriere in seiner Heimat fortsetzen. Dafür steigen Ivan Djantou, Anders Bergholt und Gustav Drest Wagner nach ihren Leihabsprachen in Norwegen bzw. Brønshøj am Montag wieder ins Training ein. 

Cheftrainer ist ein gefragter Mann

Cheftrainer wird bei der ersten Trainingseinheit des Jahres weiterhin Thomas Nørgaard sein. Der 43-Jährige ist kurz vor dem Jahreswechsel von „Tipsbladet“ zum besten Trainer der Superliga gekürt worden, vor Mike Tullberg (FC Midtjylland), Jakob Poulsen (AGF), Jacob Neestrup (FCK) und Kent Nielsen (Silkeborg).

Thomas Nørgaard steht auch bei anderen Klubs hoch im Kurs, und wie schon vor dem Start in die laufende Saison hat es Anfragen gegeben. Casper Daather will dies nicht kommentieren.

„Thomas Nørgaard wird Montag das Training mit unserer Mannschaft aufnehmen und auch 2026 unser Cheftrainer sein. Er hat bei uns einen Vertrag bis Sommer 2027“, so der Sønderjyske-Sportchef.