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Punkt fühlt sich für Sønderjyske wie eine kleine Niederlage an

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Rasmus Vinderslev diskutiert mit Schiedsrichter Jens Maae in seinem 204. Einsatz für Sønderjyske. Damit hat er den Klubrekord von Henrik Hansen eingestellt.

Die Sønderjyske-Fußballer haben nach einer 2:0-Führung gegen Viborg nicht nur den Sieg leichtfertig verschenkt, sondern auch einen vielleicht schon vorentscheidenden Schritt in Richtung Meisterschafts-Endrunde. Das 2:2 war ein gerechtes Ergebnis, doch die Frage war, ob beim Ausgleich alles mit rechten Dingen zuging?

Die Mannschaft der Stunde in der Fußball-Superliga hatte den vierten Sieg in Folge vor Augen, ließ aber eine 2:0-Führung durch die Finger flutschen und musste sich im Heimspiel gegen den Tabellennachbarn mit einem 2:2-Unentschieden begnügen.

Ein Punkt, der sich aufgrund des Spielverlaufs wie eine halbe Niederlage anfühlte, aber unterm Strich eher ein Punktgewinn als ein Punktverlust war, denn die Sønderjyske-Fußballer blieben gegen Viborg weit unter dem Niveau der vergangenen Wochen. Mehr als einen Punkt hatten die Hellblauen nicht verdient.

Die Sønderjyske-Fußballer ließen nach Schlusspfiff die Köpfe hängen, denn nicht nur ein Sieg wurde leichtfertig verschenkt, sondern auch ein vielleicht schon vorentscheidender Schritt in Richtung Meisterschafts-Endrunde. 

Die Viborg-Kicker jubelten über den späten Ausgleich.

Die Hellblauen können aber mit dem einen Punkt gut leben. Der Abstand zu Viborg ist gewahrt und Sønderjyske ist mit 26 Punkten auf dem Konto schon vor dem letzten Spieltag des Jahres sicher, in den Top 6 zu überwintern. 

Seit sieben Spielen ist die Überraschungsmannschaft schon ungeschlagen. Sønderjyske hat seit dem 27. September nicht mehr verloren, seit dem 1:2 gegen den FC København. Der amtierende Meister ist der letzte Gegner vor der Winterpause. Ab Mitte Februar warten dann noch der FC Nordsjælland (A), Silkeborg IF (H), Brøndby IF (A) und OB (H).

„Wir hatten uns vor Saisonbeginn vorgenommen, dass wir zur Winterpause noch im Rennen um die Top 6 sein wollten, und das sind wir. Aber es ist klar, dass wir über ein 2:2 enttäuscht sind, wenn wir 2:0 führen. Für uns geht es aber darum, gegen direkte Konkurrenten nicht zu verlieren. Es ist in mentaler Hinsicht wichtig, nicht zu verlieren, und deswegen nehmen wir den einen Punkt mit“, so Magnus Jensen zum „Nordschleswiger“.

So viele Punkte reichten zum Einzug in die Endrunde

Saison 2024/25: 6. Brøndby 33 – 7. Silkeborg 33

Saison 2023/24: 6. Silkeborg 27 – 7. OB 24

Saison 2022/23: 6. Brøndby 30 – 7. Silkeborg 27

Saison 2021/22: 6. Silkeborg 31 – 7. Viborg 27

Saison 2020/21: 6. FC Nordsjælland 29 – 7. Sønderjyske 28

Vor der Saison 2020/21 wurde die Superliga von 14 auf 12 Mannschaften reduziert.

Der Gesichtsausdruck des Innenverteidigers verriet aber, dass sich die Freude über den einen Punkt in Grenzen hielt.

„Es ist für mich im Moment schwer zu sagen, wieso wir heute unser Niveau nicht erreichen. Wenn wir so weit unter unserem Niveau bleiben, wird der Gegner auch zu Chancen kommen, und er hat leider auch die Dinger reingemacht, während wir unsere Möglichkeiten, den Sack zuzumachen, ungenutzt ließen“, ärgert sich Magnus Jensen, der gleich zweimal auf der Torlinie klärte, aber beim Ausgleich keine glückliche Figur abgab.

Der 2:2-Ausgleich in der 86. Minute wurde erst nach minutenlanger VAR-Überprüfung gegeben. Auf dem Platz hatte es nach einer klaren Abseitsstellung ausgesehen, und die Fernsehbilder warfen nachher die Frage auf, ob die Abseitslinie von den VAR-Verantwortlichen richtig platziert worden war.

Mads Agger (links) war zweifacher Torschütze.

„Ich gehe davon aus, dass richtig gemessen worden ist. Es fällt mir schwer, etwas anderes zu glauben. Aber wenn ich dieses Bild betrachte, sieht es schon etwas speziell aus. Auf dem Platz war mein Gefühl, dass es abseits war, aber das ändert nichts daran, dass ich besser hätte verteidigen und die Flanke hätte verhindern müssen“, sagt Magnus Jensen.

Technische Probleme soll es beim VAR gegeben haben, deswegen auch die lange Wartezeit. Die Linie musste manuell platziert werden.

Es war vielleicht kein korrekter, aber ein verdienter Ausgleich. Viborg hatte die meisten Spielanteile und Torchancen, nachdem Mads Agger nach zweieinhalb Minuten für einen Traumstart gesorgt und zu Beginn der zweiten Halbzeit das 2:0 nachgelegt hatte.

Die rote Linie wurde unter dem Fuß des Viborg-Stürmers platziert – Popo und Oberkörper sind aber der Torlinie näher als die Fußspitze von Maxime Soulas.

Am Ende bleibt zu hoffen, dass dies nicht die Zentimeter sind, die Sønderjyske nach dem 22. Spieltag zum Einzug in die Meisterschafts-Endrunde fehlen.

 

Sønderjyske - Viborg FF (1:0) 2:2

1:0 Mads Agger (3.), 2:0 Mads Agger (53.), 2:1 Bilal Brahimi (55.), 2:2 Thomas Jørgensen (86.)

Sønderjyske: Marcus Bundgaard – Simon Wæver (64.: Tobias Klysner), Maxime Soulas, Magnus Jensen, Daniel Gretarsson – Tobias Sommer, Andreas Oggesen (46.: Rasmus Vinderslev), Kristall Mani Ingason (64.: Mohamed Cherif) – Mads Agger (82.: Lirim Qamili), Matthew Hoppe, Alexander Lyng (71.: Ebbe Duru).

Viborg: Lucas Lund – Manuel Mbom, Stipe Radic, Daniel Anyembe, Srdjan Kuzmic (82.: Hjalte Bidstrup) – Thomas Jørgensen, Jeppe Grønning, Asker Beck (58.: Mads Søndergaard) – Bilal Brahimi (58.: Jakob Vester), Tim Freriks (58.: Dorian Junior), Sami Jalal Karchoud.

Gelbe Karten: Matthew Hoppe (gegen FCK gesperrt), Daniel Gretarsson – Thomas Jørgensen.

Schiedsrichter: Jens Maae. VAR-Schiedsrichter: Jakob Sundberg. Zuschauer: 4.125.