Fussball

Kontinuität, Kultur und Mannschaftsgefühl bei Sønderjyske

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Mit dem Sieg gegen den FC Midtjylland sind die Sønderjyske-Kicker seit nunmehr sechs Spielen ungeschlagen.

„Der wichtigste Wert ist die Zeit, die wir zusammen haben“, meint Sønderjyske-Trainer Thomas Nørgaard, der von einem berechtigten Traum vom Einzug in die Top 6 spricht.

Mit 13 Punkten aus den vergangenen fünf Spielen sind die Sønderjyske-Fußballer die formstärkste Mannschaft der dänischen Superliga. 

Eine schöne Momentaufnahme für den einstigen Abstiegsfavoriten, der mit einer Serie von sechs Spielen ohne Niederlage mittlerweile auf den fünften Tabellenplatz geklettert ist. Was aber keine Momentaufnahme mehr ist, ist die Tatsache, dass Sønderjyske über das Kalenderjahr 2025 gesehen auch zu den fünf Klubs gehört, die die meisten Punkte geholt haben.

Erbstücke nicht verkauft

Thomas Nørgaard machte schon vor Saisonbeginn klar, dass er im zweiten Jahr nach dem Wiederaufstieg mehr als nur den Klassenerhalt will, und nahm bereits Ende August nach dem Sieg in Silkeborg das Wort „Endrunde“ in den Mund. Der Grund für den Höhenflug ist auch im Sommertransferfenster zu finden, wo weniger Spieler verkauft wurden, als eigentlich geplant war.

„Wir haben im Sommer unsere Erbstücke nicht verkauft. Wir verkaufen gerne unsere Spieler, aber nur zum richtigen Preis. Und wenn wir nicht den richtigen Preis erzielen können, haben wir zum Glück Eigentümer, die die Mannschaft zusammenhalten. Der wichtigste Wert, die wichtigste Währung, ist die Zeit, die wir zusammen haben. Das sieht man immer mehr auf dem Platz“, sagt Thomas Nørgaard zum „Nordschleswiger“.

Der Sønderjyske-Trainer sieht eine Mannschaft, die immer solider und abgeklärter wird.

„Das sorgt für einen berechtigten Traum vom Einzug in die Top 6“, meint Nørgaard.

Kontinuität ist das Schlüsselwort, aber auch die Breite des Kaders ist ein nicht zu unterschätzender Faktor. Die Mannschaft verliert nicht an Qualität, wenn gewechselt wird.

26 Spieler eingesetzt

Sønderjyske hat in der ersten Saisonhälfte 26 Spieler eingesetzt, das ist mehr als der Durchschnittswert in der Superliga. Magnus Jensen und Tobias Sommer haben keine einzige Minute verpasst, und elf Spieler haben mehr als die Hälfte der Spielminuten absolviert. Dahinter folgen aber mehr Spieler mit einer beachtlichen dreistelligen Minutenzahl als die meisten Konkurrenten.

„Es ist in erster Linie auf den Offensivpositionen, wo wir viel gewechselt haben. Wir haben ein wenig nach den richtigen Relationen gesucht, haben sie aber immer mehr gefunden. Wir sind beispielsweise im zentralen Mittelfeld so weit gekommen, dass selbst ein ,Ralle' (Rasmus Vinderslev, d. Red.), der in der vergangenen Saison zu den herausragenden Spielern gehörte, nach Verletzungen seinen Weg erst zurückfinden und das mitnehmen muss, was für ihn übrig bleibt“, so Thomas Nørgaard.

 

Zu den schwersten Aufgaben eines Trainers gehört es, alle Spieler bei Laune zu halten.

„Es ist umgekehrt die Aufgabe der Spieler, sich zu empfehlen und die Mechanismen im Mannschaftssport zu verstehen. Ich kann nur elf Spieler von Anfang an spielen lassen und muss mehr als die Hälfte des Kaders enttäuschen. Es kann schwer sein, dies zu akzeptieren, aber wir sind bei uns in Sachen Kultur und Mannschaftsgefühl sehr weit gekommen. Auch die Spieler, die nicht zum Einsatz kommen, können und müssen ihren Beitrag leisten, und das Verständnis dafür ist groß“, meint der Sønderjyske-Trainer.

Die Sønderjyske-Fußballer empfangen am Freitag ab 19 Uhr den Tabellennachbarn Viborg FF.