Eishockey

Derby-Demütigung am Tag nach der Trainerentlassung

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Das Cheftrainer-Debüt von Lars Foder ging in die Hose.

Mit einem lange Zeit peinlichen und leblosen Auftritt sind die Eishockeyspieler von Sønderjyske vom Lokalrivalen Esbjerg Energy mit 2:7 gedemütigt worden.

Das war nicht die Reaktion, die man sich bei den Sønderjyske-Verantwortlichen von der Entlassung von Cheftrainer Casper Stockfisch erhofft hatte. Der lange Zeit peinliche und leblose Auftritt beim 2:7-Debakel im Derby gegen den Erzrivalen Esbjerg Energy war eher ein Beweis dafür, dass der Cheftrainer nicht das Problem gewesen ist.

„Es ist viel passiert, aber das darf keine Entschuldigung sein. Das ist peinlich, das ist nicht okay“, schimpfte Sønderjyske-Stürmer Nikolaj Krag-Christensen bereits nach dem zweiten Drittel am Mikrofon von „DirekteSport“. Da lag Sønderjyske bereits mit 0:6 hinten.

Energie nur beim Gegner

Neue Energie hatte man sich bei den Sønderjyske-Verantwortlichen vom Trainerwechsel erhofft, doch Energie war über weite Strecken nur beim Gegner zu erkennen. Arbeitsverweigerung ist vielleicht zu hoch gegriffen – bei Sønderjyske hängten sich aber nur die wenigsten voll rein.

„Es ist unglaublich enttäuschend, was wir in diesen 60 Minuten geboten haben, auf jeden Fall in den ersten 40. Wir haben in den ersten 20 absolut gar nichts gebracht, in den nächsten 20 haben wir es versucht, aber erneut ist gar nichts herausgekommen. Es ist bei uns viel passiert, aber das ist keine Entschuldigung dafür, dass nicht gearbeitet wird“, sagt Lars Foder nach seinem verkorksten Cheftrainer-Debüt zu „DirekteSport“.

Mit den letzten 20 Minuten konnte er etwas anfangen, doch da war es schon viel zu spät. Esbjerg Energy war bis dahin in allen Belangen überlegen.

Führungstor aberkannt

Zur Geschichte gehört aber auch, dass Sønderjyske an einer verhängnisvollen Minute im Anfangsdrittel zu knabbern hatte.

Jacob Schmidt-Svejstrup hatte in der neunten Minute einen Schlagschuss ins Tor gehämmert, doch der vermeintliche Führungstreffer wurde wegen einer angeblichen Torwartbehinderung von Angelo Miceli an Nicolaj Henriksen aberkennt, obwohl es Esbjerg-Verteidiger Gordon Ballhorn war, der Gegenspieler Angelo Miceli in den Torraum gestoßen und seinem eigenen Torhüter ein Bein gestellt hatte.

Die „Coach´s Challenge“ wurde abgewiesen und löste so eine Zwei-Minuten-Strafe aus. 37 Sekunden später wurde aus der vermeintlichen Führung ein 0:1-Rückstand, weitere 31 Sekunden später bestrafte Esbjerg den Patzer von Oskar Drugge zum 2:0.

Keine Entschuldigung für Kollaps

Sicherlich ein Knackpunkt, aber dennoch keine Entschuldigung für den Kollaps einer über weite Strecken leblosen Sønderjyske-Mannschaft, die sich nun an den letzten zwölf Spieltagen der regulären Saison beweisen muss.

Der Auftritt in Esbjerg beweist eher, dass der entlassene Cheftrainer nicht das Problem gewesen ist. Zumindest nicht das Einzige.

 

Esbjerg Energy - Sønderjyske (3:0,3:0,1:2) 7:2

1:0 Oliver Kjær (9:07/5 gegen 4), 2:0 Lucas Andersen (9:38), 3:0 Lucas Andersen (15:09/5 gegen 4), 4:0 Phillip Schultz (23:57/4 gegen 5), 5:0 Lucas Andersen (35:34), 6:0 Anders Krogsgaard (36:35), 6:1 Matthew Kopperud (41:13/Ass.: Nicolas Werbik), 6:2 Jacob Schmidt-Svejstrup (44:05/Ass.: Victor Schmidt Nielsen, Oscar Schulze), 7:2 Phillip Schultz (54:02).

Zeitstrafen: Esbjerg 3x2 – Sønderjyske 3x2 Minuten. Schiedsrichter: Vernon Hofferd/Alexander Kaptain. Zuschauer: 2.932.