Grenzregion

Grenzhandel belastet das Klima: Einkäufe in Deutschland verursachen CO₂-Emissionen

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Für 68 Prozent aller Däninnen und Dänen geht es zum Einkaufen über die Grenze (Archivbild).

Fast 70 Prozent pendelten im vergangenen Jahr zum Einkaufen über die Landesgrenzen. Das hat nicht nur wirtschaftliche Auswirkungen, sondern trägt zu den Treibhausgasemissionen bei.

Für 68 Prozent aller Däninnen und Dänen ging es im vergangenen Jahr nach Deutschland oder Schweden, um sich im dortigen Grenzhandel mit dem jeweiligen Bedarf einzudecken. Das zeigt eine Untersuchung des Marktforschungsinstituts Norstat für die Branchenorganisation der Kaufleute, „De Samvirkende Købmænd“ (DSK).

Und ebendiese Hin- und Rückfahrten zu den Geschäften auf der anderen Seite der Grenze haben deutliche Konsequenzen für das Klima, wie DSK in einer Pressemitteilung erklärt.

Die Untersuchung zeigt, dass der Löwenanteil der Fahrten zu den Grenzläden mit Benzin- und Dieselautos unternommen wird, was direkt zu einem erhöhten CO₂-Ausstoß beiträgt.

Die Durchschnittsbürgerin beziehungsweise der Durchschnittsbürger sorgt mit dem eigenen Einkauf für einen Ausstoß von 51,2 Kilogramm Kohlendioxid jährlich. Würden diese Einkäufe stattdessen lokal getätigt, könnte dies die jährlichen CO₂-Emissionen um mehr als 210.000 Tonnen reduzieren. Insgesamt stößt der Transportsektor pro Jagr 12 Millionen Tonnen CO₂ aus.

„Der Preis ist leider viel höher, als viele glauben“

Der Transportsektor ist derzeit für circa 30 Prozent aller Treibhausgasemissionen in Dänemark verantwortlich.

Daher sei es essenziell, dass an der Reduktion von Treibhausgasen gearbeitet wird. Beim Grenzhandel könne man laut Pressemitteilung vergleichsweise leicht eingreifen: Unter anderem mit der Senkung von Abgaben könne der Kauf auf der anderen Seite der Grenze vollkommen unnötig und ökonomisch reizlos gemacht werden.

„Der Grenzhandel hat eine ganze Reihe negativer Effekte für Dänemark. Und der Preis ist leider viel höher, als viele glauben. Es geht nicht nur um den Verlust von Arbeitsplätzen und Steuereinnahmen – die stattdessen direkt in den Taschen unserer deutschen und schwedischen Nachbarn landen – sondern auch um die Umwelt. Der CO₂-Fußabdruck des Grenzhandels ist nennenswert und kann erheblich reduziert werden, indem es attraktiver wird, lokal einzukaufen“, sagt Jannick Nytoft, geschäftsführender Direktor von DSK laut der Pressemitteilung.

In den angegebenen CO₂-Werten wurden auch andere Treibhausgase berücksichtigt.