Wort zum Sonntag

„Manchmal“

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Plötzlich sind sie wieder da – kleine Dinge mit großer Bedeutung. Ein Zettel, ein Büchlein, ein Gruß aus alten Zeiten. In ihrem Wort zum Sonntag, 27. Juli 2025, schreibt Pastorin Astrid Cramer-Kausch über solche Alltagsfunde, die Mut machen, erinnern, stärken. Ein Text zum Innehalten – für alle, gläubig oder nicht.

Manchmal … da fallen einem Dinge in die Hand, die man irgendwann einmal von jemandem erhalten oder geschenkt bekommen hat. In Vergessenheit geraten, sind sie plötzlich wieder da … und begegnen einem neu.

Das ist dann wie eine zweite Begegnung, ein wiederholtes Geschenk, eine neue Überraschung oder Herausforderung, wie ein Gruß aus alten Zeiten.

Mir ging es so mit einem winzigen Büchlein, das mir vor Jahren einmal eine Kollegin geschenkt hat mit dem Titel: „Pass gut auf dich auf“.

Darin befindet sich eine kleine Sammlung von wunderbaren kurzen Texten, Gedichten und Gedanken.

Alle wie ein kleines Geschenk in den Alltag hinein.

Solche Grüße brauchen wir immer mal wieder, denn sie machen Mut und erinnern an Menschen auf unserer Lebensreise, denen wir einmal begegnen durften.

Und aus diesem Buch schreibe ich heute für diesen Sonntag einen für Euch auf und gebe ihn weiter:

Der Weg

der Weg ist weit –
wir gehen
Tag für Tag
und Jahr um Jahr.
breite Straßen
voller Licht –
enge Gassen
in Düsternis –
schmale Pfade
Ackerwege
an Wassern
Brückenstege
unsichtbar
geführter Gang
gehalten
ein Leben lang

(Regina Giese)

Vielleicht findet sich in diesem Sommer bei dem Einen oder der Anderen auch ein solcher Gruß wieder … in einer Schublade, auf dem Dachboden, in einer Krimskramskiste … und stärkt Euch den Rücken.

Auf dem Buchdeckel hinten steht dann noch: Damit wir uns wohlbehalten wiedersehen, gebe ich Dir ein paar Wünsche mit auf den Weg. Möge ein Schutzengel immer an Deiner Seite sein.

In diesem Sinne,

Pastorin Astrid Cramer-Kausch (Pfarrbezirk Tingleff)