Wort zum Sonntag

„Ich bin die Tür“

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Nach den Sommerferien öffnen sich viele neue Türen – für Schülerinnen und Schüler im Konfirmandenunterricht, aber auch für Eltern, Berufstätige und alle, die einen Neuanfang wagen. Pastorin Dorothea Lindow erinnert an Jesu Worte: „Ich bin die Tür“ – eine Einladung zu Vertrauen, Gemeinschaft und Glauben.

Einige Jahre zogen sie miteinander durchs Land. Jesus lebte seinen Glauben. Sein Glaube war faszinierend anders, befreiend. Immer wieder schlossen Menschen sich ihm an, wollten auch in dieser Freiheit leben. Sie hatten alles dafür aufgegeben, um neu weiter durchs Leben zu gehen.

Aber was ist das Befreiende an Jesu Glauben?

Jesus lebte seinen Glauben. Immer wieder erklärte er auch, brachte Beispiele, um deutlich zu machen, was ihm wichtig war. Immer wieder gebrauchte er Bilder aus der damaligen Lebenswelt, um etwas deutlich zu machen.

„Ich bin die Tür“, sagte er einmal.

Und alle können und konnten damit etwas anfangen:
Türen öffnen sich, Türen schließen sich.
Ich kann meine Haustür öffnen, ich kann meine Herzenstür öffnen.
Ich kann mich hinter meiner Haustür in Sicherheit bringen oder vorsichtig, vielleicht auch mutig, die Tür zu etwas Neuem aufstoßen. An manchen Türen klingle ich erwartungsvoll, andere Türen darf ich öffnen, bin einfach willkommen.

Neue Türen öffnen sich für manche, jetzt nach den Schulferien, wenn der Alltag uns wieder hat.

Da sind die Jugendlichen, für die ein neues Schuljahr beginnt.
Manche sind an einer neuen Schule, manche haben ihr Elternhaus mit einer Nachschule (efterskole) getauscht, andere haben vor den Ferien ihre Schulzeit beendet. Neue Türen öffnen sich. Türen ins weitere Leben.

Da sind die Eltern der Jugendlichen. Da geht eine Tür zu, wenn der Sohn, die Tochter aus dem Haus geht. Eine neue Tür tut sich auf. Das Verhältnis zwischen Kind und Eltern verändert sich.

Da sind Erwachsene, die neu anfangen, ein neuer Job, ein neuer Lebensabschnitt, ein neues Zuhause…
Nach den Sommerferien beginnt auch neu der Konfirmandenunterricht. Die Tür steht einladend offen. Wir deutschen Pastoren laden euch Jugendliche ein, sich ein paar Monate lang mit dem Glauben zu beschäftigen. Gibt es etwas, wo ihr anknüpfen könnt? Lässt sich etwas entdecken, wo sich für euch eine Tür neu zum Glauben öffnet? Das sind bestimmt gerade nicht eure Fragen und trotzdem versuchen wir, die Tür zum Glauben für und mit euch zu öffnen. Die Tür zum Glauben soll für euch offenstehen, damit ihr immer wieder im Leben euch daran erinnern könnt.

Jesus sagt: „Ich bin die Tür.“

Bei vielen Kirchen stehen die Türen offen, nicht nur am Sonntag, wenn wir Gottesdienste feiern. Offene Türen laden ein zu Gemeinschaft, zur Besinnung, zu Neuem, Überraschendem, Unerwartetem.

Jesus hat noch andere Bilder gebracht, die mit unserem Leben zu tun haben. Er will uns einladen, die befreiende Kraft des Glaubens für unser Leben zu entdecken. Auch deswegen bringt er sich mit Beispielen in Erinnerung, die aus dem täglichen Leben stammen.

„Ich bin das Brot“, sagt er – denn ohne zu essen können wir nicht leben.

„Ich bin der Weg“, sagt er – denn auf allen Wegen will Jesus mitgehen, stützend und begleitend, ermutigend und befreiend.

„Ich bin die Tür“, sagt er auch nach den Sommerferien, wenn alles wieder neu losgeht, wenn sich für manche von uns eine Tür zum ersten Mal öffnet. Die Tür zum Konfirmandenunterricht in Tondern öffnet sich am 28. August. Andere Türen sind bereits neu aufgegangen.

Und heute? Welche Tür öffnet sich euch? Ich wünsche euch Neugierde auf das, was euch hinter der Tür erwartet. Jesus lädt ein, mitzugehen.

Einen gesegneten Sonntag

Dorothea Lindow