Wort zum Sonntag

„Hoffnung für die Geknickten und Ausgebrannten“

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Von der Hoffnung für die Schwachen und Erschöpften schreibt Pastor Carsten Pfeiffer. In seinem Wort zum Sonntag erinnert er daran, dass Gott das geknickte Rohr nicht zerbricht und den glimmenden Docht nicht auslöscht.

Wochenspruch für die 37 Kalenderwoche: Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen.
Jesaja 42,3

Ganz am Ende sein! Wer kennt das nicht aus seinem Leben? Am Boden zerstört sein! Wer hat das nicht schon erfahren? Nicht wissen, ob und wie es weitergehen soll, zu zerbrechen drohen! Wer wüsste nicht, wie schmerzhaft das sein kann an Körper und Seele?
Die Verse 1 bis 9 im 42. Kapitel beim Propheten Jesaja werden als das erste der „Knecht-Gottes-Lieder“ bezeichnet. In den Kapiteln 42 bis 53 wird mehrere Male vom „Knecht Gottes“ gesprochen. Einmal heißt es: „Fürwahr, er trug unsere Krankheit und lud auf sich unsere Schmerzen.“

Der Knecht Gottes ist von Gott erwählt, hat Gottes Wohlgefallen, ist mit Gottes Geist ausgerüstet, setzt sich für die Menschen ein, hat eine innige Gottesbeziehung und vertraut auf Gottes vollendendes Handeln. Diese Beschreibung hat das Neue Testament auf Jesus Christus hin gedeutet. Jesus hat in dem, was er tat und wie er von sich sprach, dem Bild des Gottesknechtes entsprochen – bis hin zu seinem Tod, ähnlich dem Schaf, das man zur Schlachtbank führt.

Als dieser Wochenspruch geschrieben wurde, befand sich das Volk Israel im Exil, in der Verbannung. Unter den Verbannten machte sich die sehr reale Befürchtung breit: Uns ist nicht mehr zu helfen. Wir werden in der Fremde vollends zugrunde gehen.

In dieser Lage, am Ende sein, am Boden zerstört sein, nicht wissen, ob und wie es weitergeht – verkündet der Prophet, was der Knecht Gottes tun wird. Es gibt eine Hoffnung. Das Volk und jeder Einzelne hat eine Zukunft.

Das Bild vom Schilfrohr, das wieder aufgerichtet wird, und von der Glut, die wieder angefacht wird, ist in der Geschichte der Kirche oft auch als Trost für „geknickte“ und „ausgebrannte“ Menschen verstanden worden.

Heute ist es die Aufforderung an uns und Motivation, alles zu tun, um menschliches Leben, besonders an seinem Anfang und an seinem Ende, aufzurichten, zu fördern, zu schützen und zu erhalten.

Diese Gedanken mögen uns durch die Woche begleiten.

Einen gesegneten Sonntag wünscht ihnen Carsten Pfeiffer