Gemeindearbeit

Die Lichtquellen auf dem Friedhof in Tondern stehen im Fokus

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Auf dem Friedhof in Tondern darf nach den geltenden Regeln ausschließlich „echtes“ Kerzenlicht brennen.

Die Tatsache, dass auf den Grabstellen kein LED-Licht brennen darf, ist in die Kritik geraten. Vier Mitglieder aus dem Gemeinderat befassen sich intensiv mit dem Thema.

„Der Ausschuss für den Friedhof wird sich genauer mit der Thematik befassen. Die Mitglieder werden sich auf dem Friedhof umschauen und vielleicht auch andere Friedhöfe besuchen“, sagt der Vorsitzende des Gemeinderats in Tondern, Torben Frederiksen.

Dabei geht es um die Lichtquellen auf dem Friedhof. Was eigentlich in der Vorweihnachtszeit als Servicehinweis von der Friedhofsleitung in Tondern gedacht war, hat im sozialen Netzwerk Facebook viel Wirbel und auch unangenehme Kommentare ausgelöst.

Der Stein des Anstoßes ist die Information, dass es nicht erlaubt ist, LED-Lichter auf die Grabstätten zu setzen. Da besonders um Weihnachten herum viele Menschen ihren Verstorbenen mit Licht gedenken, hatte die Friedhofsleiterin mit einem Facebook-Eintrag an diese Maßgabe erinnert. Die Regel ist in der Satzung für den Friedhof verankert.

Die Regel ist nicht ganz neu

Bisher hatte es für den Gemeinderat keinen Anlass gegeben, diese Marschroute zu ändern. Der Gemeinderatsvorsitzende Torben Frederiksen erläutert, dass der Passus älter als acht Jahre ist, da die Entscheidung vor seiner Amtszeit gefallen ist.

Die LED-Lichter seien seinerzeit noch verhältnismäßig neu und vielleicht auch nicht besonders schön gewesen. „Damals hat man nicht differenziert, sondern festgelegt, dass ausschließlich natürliches Kerzenlicht angewandt werden darf“, sagt Frederiksen. Damit wollte man wohl auch einem blinkenden Jahrmarkt-Lichtermeer vorbeugen, so seine Annahme.

Bei der Buchung von Grabstätten erhalten die Betreffenden eine Kopie der Satzung für den Friedhof. Aus dieser geht unter anderem hervor, dass Kerzenlicht auf einer Grabstelle erlaubt ist, sofern die Höhe der Lichtquelle/Lampen 20 cm nicht überschreitet. Andere Arten von Lichtquellen sind nicht zulässig.

Der Gemeinderatsvorsitzende Torben Frederiksen hat wegen der Lichtquellen-Frage auch Mails mit unschönen Formulierungen empfangen (Archivfoto).

Auf Facebook hat es ungefähr 500 Kommentare gegeben; nur zehn Prozent von ihnen sind aus Tondern. Der weit überwiegende Teil habe niemanden auf dem Friedhof in Tondern und sei auch nicht aus der Gegend, erzählt der Gemeinderatsvorsitzende. „Ja, ich bin von dem Ausmaß auf den sozialen Medien sehr überrascht“, so Frederiksen. Er hat auch bitterböse Mails empfangen.

Webseite und Richtlinien im Fokus

Die Gemeindevertreterin der deutschen Minderheit, Anke Haagensen, erläutert, dass es bereits vor dem Shitstorm geplant war, die Webseite und auch die Richtlinien zu überarbeiten, um diese übersichtlicher zu machen, aber auch inhaltlich auf den neuesten Stand zu bringen.

„Wir wollen unseren Friedhof als schönen Ort erhalten und einer Jahrmarkt-Stimmung entgegenwirken. Auf dem LED-Sektor hat sich jedoch inzwischen allerhand getan. Es ist aber eine Geschmacksfrage, wann etwas schön und wann es zu viel ist. Das liegt im Auge der Betrachtenden“, sagt Anke Haagensen. Sie gehört dem Friedhofsausschuss an, der sich auf die Suche nach einer Lösung machen wird. „Wir nehmen uns die Zeit, die es dafür benötigt.“

Anke Haagensen gehört dem Friedhofsausschuss an, der sich mit der Beleuchtungsfrage befassen wird.

Der Ausschuss arbeitet eine Empfehlung aus

Wenn der Friedhofsausschuss seine Sondierungen abgeschlossen hat, soll er dem Gemeinderat eine Empfehlung aussprechen. Auf dieser Grundlage wird das Gremium dann eine Entscheidung treffen.

„Der Friedhof ist ein friedlicher Ort und Teil des sozialen Lebens. Auf der anderen Seite gibt es aber den Trend hin zum Individuellen. Das ist ein Akt der Balance“, erklärt der Gemeinderatsvorsitzende Torben Frederiksen mit Blick auf die Entscheidungsfindung.

Der Ausschuss für den Friedhof

• Anke Haagensen
• Dorothea Lindow
• Grete Iversen Mamsen
• Henning Stengaard Mortensen