Wort zum Sonntag

„Balsam für die Seele – was ist das für Dich?“

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Was tut der Seele gut? Im Wort zum Sonntag schreibt Pastorin Astrid Cramer-Kausch über Sommermomente, tröstliche Worte – und darüber, wie wichtig es ist, den Glauben an Frieden und Mitmenschlichkeit nicht zu verlieren.

Es ist Sommerzeit – egal, welches Wetter wir gerade haben … Ende Juni/Anfang Juli ist Sommer. Viele genießen das Licht, und dass es abends lange hell ist. Das Meer zu beiden Seiten lockt uns mit Sand an den Füßen, Weite und viel frischer Seeluft. Die Bäume spenden Schatten.

So manche(r) hat gerade Urlaub oder Ferien … oder kann sich eine kleine Auszeit am Feierabend gönnen. Das tut Körper und Seele gut. Chillen, relaxen, Wellness usw. – viele Namen hat das heutzutage.

Eine alte Redewendung spricht von „Balsam für die Seele“. Das ist eigentlich ein Saft oder ein Öl, das eine wohltuende, lindernde Wirkung hat. Im übertragenen Sinne ist es dann eine Linderung oder Wohltat. Man sagt auch: „Deine tröstenden Worte sind Balsam für meine Seele“.

Was könnten das für Worte sein, die dir persönlich in dieser Sommerzeit gerade guttun? Tröstliche, aufmunternde Worte oder etwas Humor, um dich zum Lachen zu bringen, ein Gespräch mit einem Nachbarn oder einer Freundin, ein Brief oder ein Telefonat. Ein Satz in einem Buch aus der Sommerlektüre? Vielleicht auch ein Lied im Radio …

Oder mal etwas aus der Bibel? Im 2. Tim1,13 begegneten mir neulich diese Worte: Halte Dich an das Vorbild der heilsamen Worte, die du von mir gehört hast, im Glauben und in der Liebe in Christus Jesus.

Damit sind Worte gemeint, die Timotheus an seine Gemeinde in einem Brief schon einmal geschrieben hat … und er erinnert daran, um Zuversicht zu fördern und Zuspruch zu geben in die Situation hinein, in der sich die Menschen damals vor Ort befanden.

Der G7-Gipfel in Kanada ist vorbei, und es passiert weltweit so viel Beunruhigendes und Kriegerisches, dass es viele sprachlos macht.

Heilsame Worte – wer soll sie wo und wie sprechen, wer würde sie hören?

Was ist mit Machtworten … mir fällt auf, dass auch in der Sprache inzwischen „aufgerüstet“ wird. Leitlinien und internationales Recht werden mit Füßen getreten.

Ob da Balsam für die Seele reicht? Dennoch glaube ich, wir dürfen mit dem Frieden und mit dem Wunsch und der Forderung danach nicht aufhören.

Von Margot Friedländer stammt folgender Satz: „Schaut nicht auf das, was Euch trennt. Schaut auf das, was euch verbindet.“

Als Zeitzeugin und Holocaust-Überlebende, Vortragsreisende und zeitlebens immer erzählende Persönlichkeit, fand sie mahnende und heilsame Worte. Sie ist eines der vielen Vorbilder, um uns Mut zu machen, in unseren Zeiten zu leben, zu bestehen, aber auch, um nie aufzuhören, das verbindende und lebensfördernde Miteinander der Menschheit nicht aufzugeben.

Was kann heilsam sein für dich, für uns, für alle? Jeder friedliche Moment und jeder Versuch ist es wert … im Kleinen und im Ganzen.

In diesem Sinne: Friede sei mit uns allen.

Pastorin Astrid Cramer-Kausch
Pfarrbezirk Tingleff