Gesundheit

Regierung möchte Psychiatrie stärken

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Gesundheitsministerin Sophie Løhde (Venstre) räumte auf einer Pressekonferenz ein, dass die Psychiatrie „stiefmütterlich“ behandelt worden sei. Sie wurde flankiert von Digitalisierungsministerin Caroline Stage von den Moderaten (l.) und Innenministerin Sophie Hæstorp Andersen (Soz.).

Der Jugendpsychiatrie in Apenrade wird in „JydskeVestkysten“ Versagen vorgeworfen. Und nicht nur hier, sondern im ganzen Land, steht sie unter Druck. Ein Zehn-Jahres-Plan soll Abhilfe schaffen.

Schnellere und bessere Behandlung in der Psychiatrie. Das verspricht die SVM-Regierung in ihrem Plan „En stærkere Psychiatrie“.

Wie dringend nötig neue Initiativen und mehr Mittel sind, zeigt das Beispiel der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Apenrade (Aabenraa). Wie „JydskeVestkysten“ in einer Reihe von Artikeln aufgedeckt hat, werfen ehemalige Patientinnen und Patienten der Abteilung Versagen vor.

Auslöser der Kritik war der Selbstmord der 15-jährigen Patientin Nadia Rose Rothberg im August 2024. Doch bereits zuvor gab es Kritik an der Psychiatrie in Apenrade. „JydskeVestkysten“ hat seit 2021 wiederholt über mangelhafte Behandlung der Patientinnen und Patienten und von Arbeitsmilieu-Problemen berichtet.

Steigende Anzahl an Jugendlichen mit psychischen Problemen

Die Probleme sind nicht auf Apenrade begrenzt, sondern finden sich in unterschiedlichem Umfang im ganzen Land wieder. Eine Tatsache, die Gesundheitsministerin Sophie Løhde (Venstre) einräumt.

„Die Psychiatrie ist zu lange stiefmütterlich behandelt worden“, sagte sie bei einer Pressekonferenz am Dienstag.

Eine Ursache der Probleme ist, dass die Anzahl der Patientinnen und Patienten in der Kinder- und Jugendpsychiatrie laut dem Gesundheitsministerium jetzt doppelt so hoch ist wie vor 15 Jahren.

Vorbeugung

Mit einer Reihe von Initiativen möchte die Regierung vorbeugen, damit eine Einweisung in die Psychiatrie gar nicht erst notwendig wird. So soll es in sämtlichen Kommunen leicht erreichbare Behandlungsangebote geben, an die man sich bei ersten Anzeichen von psychischen Problemen wenden kann. Auch die pädagogisch-psychologische Beratung (PPR) an Volksschulen erhält Extra-Mittel.

Neue Kliniken für Menschen mit ADHS (ADHD auf Dänisch) oder Autismus sollen eine schnellere Diagnose und Behandlung gewährleisten. Dadurch sollen die psychiatrischen Krankenhäuser entlastet und die Wartelisten verkürzt werden. Ziel ist es auch, dass die Kliniken die praktizierenden Ärztinnen und Ärzte unterstützen.

Schnellere Behandlung

Die Regierung plant außerdem, Jugendlichen zwischen 18 und 24 Jahren mit Angst oder einer Depression eine schnellere Behandlung ohne Eigenbeteiligung zu gewährleisten. Kann die Region nicht innerhalb von 30 Tagen eine Behandlung anbieten, erhalten sie das Recht, eine private Alternative zu wählen.

Der Plan bedeutet, dass die Mittel für die Psychiatrie im Vergleich zu 2019 um 35 Prozent erhöht werden. Die Regierung wird die Parteien nach Ostern zu Verhandlungen über den Plan einladen.

Bereits kurz vor der Folketingswahl 2022 einigten sich sämtliche Parteien auf eine politische Absprache zur Stärkung der Psychiatrie. Aufgrund der Wahl wurde der Zehn-Jahres-Plan zunächst nicht umgesetzt. 2023 einigten sich die Parteien auf eine Teilabsprache zur Umsetzung. Mit dem neuen Plan soll nun die gesamte Absprache von 2022 umgesetzt werden.

Fakten: Neue Patientenrechte sollen Jugendliche aus der stationären Psychiatrie fernhalten
Die Regierung präsentiert nun den letzten Teil des Zehn-Jahres-Plans für die Psychiatrie. Aus dem Plan geht hervor, dass von 2020 bis 2030 4,6 Milliarden Kronen extra für den Bereich bereitgestellt werden. Laut der Regierung entspricht dies einer Steigerung von 35 Prozent.

Der Plan soll folgende vier Bereiche stärken, unter anderem, damit weniger Menschen in der stationären Psychiatrie landen:

Quelle: Gesundheitsministerium