Wissenschaft

Krebsdiagnose in Sekunden – SDU-Forschende glauben an Durchbruch

Veröffentlicht Geändert
Derzeit kann es mehrere Wochen dauern, bis das Ergebnis einer Krebsbiopsie vorliegt – doch das könnte sich durch die neue Forschungsmethode ändern.

Forschende der Süddänischen Universität arbeiten daran, mithilfe von unsichtbarem Licht und künstlicher Intelligenz Krebs und andere Krankheiten in Sekunden zu erkennen. Das könnte lange Wartezeiten auf Biopsie-Ergebnisse überflüssig machen und die Früherkennung entscheidend verbessern.

„Unser Ziel ist, dass ein einfacher Lichtstrahl Krebs erkennen kann, bevor sich die Krankheit ausbreitet“, sagt Professor Sergey I. Bozhevolnyi, Forschungseiter vom „Center for Nano Optikt“ an der Süddänischen Universität (SDU).

Der russisch-dänische Wissenschaftler beschäftigt sich seit über 30 Jahren mit Licht und Nanotechnologie und leitet die Beteiligung der SDU am Forschungsprojekt „OPTIPATH“, das unter anderem am SDU-Standort in Sonderburg (Sønderborg) stattfindet.

Bozhevolnyi und sein Team kombinieren Nanotechnologie, optische Metasurfaces (ultradünne planare optische Geräte) und künstliche Intelligenz, um Krankheiten wesentlich früher zu erkennen, als es bisherige Diagnoseverfahren erlauben. Dies teilt die SDU in einer Pressemitteilung mit.

Die Idee: Krebszellen verändern die optischen Eigenschaften des Gewebes. Das reflektierte und polarisierte Licht kann mithilfe künstlicher Intelligenz analysiert werden – und so Krankheiten wie Krebs und Alzheimer früher sichtbar machen als herkömmliche Methoden.

Das Projekt ist international aufgestellt: Neben dänischen Forschenden sind auch Kolleginnen und Kollegen aus Norwegen, Finnland und Großbritannien beteiligt. Die EU unterstützt die Forschung mit Fördermitteln in Millionenhöhe.

Schnellere Ergebnisse ohne Labor

Heute dauert es oft Tage bis Wochen, um eine Krebsdiagnose zu erhalten. Das neue Verfahren könnte die Wartezeit drastisch verkürzen. Eine Gewebeprobe wird in eine spezielle Einheit gelegt, durch die ein Lichtstrahl geschickt wird. Künstliche Intelligenz analysiert die Daten und liefert innerhalb von Sekunden ein Ergebnis.

„Das könnte bedeuten, dass Hausärzte oder Pflegekräfte eine präzise Diagnose stellen können, ohne die Proben ins Labor schicken zu müssen“, erklärt Bozhevolnyi. In der Praxis könnte das auch extrem kleine Veränderungen im Gewebe sichtbar machen, noch bevor die Krankheit in herkömmlichen Scans erkennbar ist.

Sollte sich die Methode bewähren, könnte sie vielen Patientinnen und Patienten eine schnellere und schonendere Diagnose ermöglichen.