Gesundheitsreform

Gesundheitsreform: Was sie bringen soll und mit welchen Problemen Lungenkranke kämpfen

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Der Lungenverein bietet sportliche Betätigung an, unter anderem die Stuhlgymnastik, danach ist immer Zeit für einen Plausch.

Beim Treffen des Lungenvereins in Hadersleben mit dem Regionsratspolitiker Allan Emiliussen schilderten Lungenkranke ihre Erfahrungen mit dem Gesundheitssystem. Emiliussen gab einen Einblick in die geplante Reform.

Jeder hier in der Gruppe hat seine eigene Krankheitsgeschichte. „Ich bekam Probleme, als ich Kind war“, sagt Vivian Hansen, Vorsitzende des Lungenvereins in Hadersleben. Im Lungenverein treffen sich Menschen, die an einer Lungenkrankheit leiden. „Es gibt mehr als 200“, wirft am Kaffeetisch der ehemalige Vorsitzende des Lungenvereins in Hadersleben, Frede Christensen, ein. Er sitzt im Rollstuhl, gerade heute hat er das Krankenhaus verlassen.

COPD, oder KOL auf Dänisch, ist eine der häufigen Lungenkrankheiten, eine chronische Entzündung, nicht heilbar. Medikamente können Symptome lindern.

Emiliussen: Top-Krankenhäuser, aber...

Vivian Hansen hat sich an die Tür eines Sitzungsraumes gestellt, um Allan Emiliussen zu empfangen. Der Regionsratspolitiker (Venstre) ist auf Einladung des Lungenvereins gekommen, um über die Gesundheitsreform zu sprechen – und um Gedanken mitzunehmen von Menschen, die auf ein gut funktionierendes Gesundheitssystem angewiesen sind.

Einige der Menschen, die sich am Mittag im Gesundheitszentrum eingefunden haben, sind von der Lungenkrankheit deutlich gezeichnet. Eine Teilnehmerin erklärt gern, wie schwer der Rucksack mit der Sauerstoffflasche ist. „Hier, nimm mal in die Hand“, sagt sie. Ordentliches Gewicht. Luft zum Atmen ist essenziell, fehlt sie dem Körper, macht sich das sofort, aber auch langfristig bemerkbar. Die Kraft schwindet.

Die Vorsitzende des Lungenvereins in Hadersleben, Vivian Hansen, und Allan Emiliussen, Regions- und Kommunalpolitiker (Venstre)

„Unsere Krankenhäuser haben eine Topqualität“, stellt der Regionspolitiker Allan Emiliussen fest. Das lokale Gesundheitswesen (nær sundhedsvæsen) müsse aber verbessert werden, und dafür nehme die Regierung viel Geld in die Hand. Die Dinge im Nahbereich ändern will die Regierung zunächst bei KOL-Patientinnen und -Patienten sowie bei Menschen mit Lendenwirbelleiden.

Zäher Alltag der Betroffenen

Es lässt sich vielleicht so zusammenfassen: Es braucht offenbar wieder mehr Nähe, damit das nahe Gesundheitswesen seinem Namen gerecht wird. 

Frede Christensen verfolgt die Worte von Allan Emiliussen und erzählt von seinen Erlebnissen. Er muss Pausen machen, um genug Luft zum Sprechen zu haben. Er berichtet von den langen Fahrzeiten, um behandelt zu werden. Eine Teilnehmerin erzählt von ihrer Hausarztpraxis, in der sie den vielen Vertretungsärzten immer wieder neu erklären müsse, was sie habe und welche Therapie sie bekomme.

Ärzte siedelten sich lieber in Großstädten an, so der Regionspolitiker. Auf dem Land gebe es mehr ältere, chronisch Kranke. Das bedeute mehr Arbeit, aber nicht mehr Geld für die Ärzte. Dies solle sich mit der Reform nun ändern.

„Das hört sich gut an, aber warum müssen wir dann noch bis Anfang 2027 warten?“ lautet dann eine Frage, gerichtet an Allan Emiliussen. „Weil es ein Riesenapparat ist mit sehr vielen Akteuren, die sich alle einig werden müssen“, lautet die Antwort. Und weil die Älteren den Wandel der Zeit miterlebt haben, wird der Politiker darauf hingewiesen, dass vor einigen Jahren vieles zentralisiert worden sei. Nun werde dies also wieder zurückgenommen.

Allan Emiliussen ist am Ende der Veranstaltung zufrieden. „Ich habe einige gute Beispiele gehört, wo es hakt, das nehme ich mit.“