Verkehr

Breite Unterstützung für niedrigere Promillegrenze am Steuer

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Trotz Alkohol ans Steuer: Bei jungen Fahrenden passiert das besonders häufig (Archivbild).

Neue Grenze für neue Fahrende: Ab dem 1. Juli dürfen Menschen mit neu erworbenem Führerschein in Dänemark nur noch 0,2 Promille Alkohol im Blut haben. In einer Umfrage spricht sich fast die Hälfte der Bevölkerung dafür aus, diese Regelung auf alle auszuweiten.

Wer ab dem 1. Juli in Dänemark den Führerschein neu erwirbt, unterliegt einer verschärften Promillegrenze: Drei Jahre lang gilt ein Grenzwert von 0,2 statt wie bisher 0,5 Promille. In der Praxis bedeutet das: Wer Auto fährt, sollte ganz auf Alkohol verzichten. Für erfahrene Autofahrende bleibt es vorerst bei der bisherigen Regelung.

Unterstützung aus der Bevölkerung

Laut einer Umfrage des Instituts Voxmeter im Auftrag der Nachrichtenagentur Ritzau unterstützen acht von zehn Befragten die neue Regelung für Fahranfängerinnen und Fahranfänger. Fast die Hälfte spricht sich zudem dafür aus, die 0,2-Promillegrenze für alle Autofahrenden einzuführen – unabhängig von Alter oder Fahrpraxis.

Sicherheitsrat begrüßt die Entscheidung

Der dänische Rat für Verkehrssicherheit (Rådet for Sikker Trafik) hatte sich seit Langem für diese Änderung eingesetzt. „Die neue Promillegrenze war ein lang gehegter Wunsch“, sagt Direktor Jakob Bøving Arendt laut Ritzau. Die Maßnahme sei sinnvoll, weil insbesondere junge Menschen in den Unfallstatistiken überrepräsentiert seien – auch in Zusammenhang mit Alkohol.

„Sie verhalten sich risikofreudiger als andere Gruppen. Genau da müssen wir ansetzen“, erklärt Arendt. Zugleich betont er, dass sich der Sicherheitsrat auch für strengere Regeln bei Fahrerinnen und Fahrer großer und schwerer Fahrzeuge stark mache: „Diese können besonders großen Schaden im Straßenverkehr anrichten.“

Ziel: Neue Verkehrskultur schaffen

Mit der verschärften Regelung für Fahranfängerinnen und Fahranfänger soll nicht nur die Zahl der Alkoholunfälle sinken. Langfristig geht es auch darum, eine neue Kultur zu etablieren.

„Wenn wir erreichen, dass junge Menschen eine gesunde Einstellung zu Alkohol im Straßenverkehr entwickeln, wird das langfristig positive Auswirkungen haben“, sagt Arendt.

Minister gegen Ausweitung der Regel

Transportminister Thomas Danielsen (Venstre) lehnt eine generelle Ausweitung der neuen Promillegrenze hingegen ab. Anfang Juni erklärte er gegenüber TV 2: „Die meisten Menschen können sehr wohl ein Bier zum Mittagessen trinken und danach noch nach Hause fahren.“

Hintergrund der Umfrage

Für die Voxmeter-Umfrage wurden 1.057 repräsentativ ausgewählte Personen ab 18 Jahren befragt. Die Befragten konnten angeben, ob die neue 0,2-Promillegrenze künftig für alle gelten oder die bisherige Regelung mit 0,5 Promille beibehalten werden soll.