Natur & Umwelt

Warum Hadersleben bei Naturaktivitäten nur im Schnitt liegt

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Hadersleben ist laut Analyse mittelmäßig, wenn es darum geht, das Potenzial natürlicher Vorzüge auszuschöpfen. Die Platzierung im Mittelfeld sagt nichts über die Qualität der Landschaft aus – dafür umso mehr über politische Steuerung.

Wald, Wasser und weite Landschaften prägen die Kommune Hadersleben. Wer hier lebt, erreicht Förde, Küste oder Wald oft zu Fuß. Umso überraschender wirkt das Ergebnis einer aktuellen landesweiten Untersuchung: Bei Natur- und Outdooraktivitäten landet Hadersleben nur im Mittelfeld. Die übrigen nordschleswigschen Kommunen Tondern, Apenrade und Sonderburg liegen über dem Durchschnitt.

Die Analyse „Danmarks bedste friluftskommuner“ vom „Friluftsrådet“ misst nicht, wie viel Natur eine Kommune besitzt. Sie bewertet, was Kommunen aktiv tun, um Natur zugänglich zu machen: Wander- und Radwege, Einrichtungen wie Shelter (Schutzhütten) oder Grillplätze, aber auch Kennzeichnungen – alles ins Verhältnis zur Einwohnerzahl gesetzt. Die Domstadtkommune hat demnach noch Luft nach oben.

Was gemessen wird – und was nicht

Die Studie erklärt, warum natürliche Vorzüge als solche keine Rolle spielen. Entscheidend sind Wegeführung und Pflege. Wege schaffen Zugang zur Natur, Beschilderung macht Angebote sichtbar. Das grüne Selbstbild der Kommune kollidiert mit ihrer mittelmäßigen Platzierung.

Apenrade, Tondern und Sonderburg machen's vor

Im Vergleich mit den übrigen nordschleswigschen Kommunen Tondern (Tønder), Apenrade (Aabenraa) und Sonderburg (Sønderborg) verfügt Hadersleben über weniger ausgewiesene Routen und schneidet bei der kommunalen Erschließung natürlicher Angebote schwächer ab. Gleichzeitig liegt die Kommune bei den Kennzeichnungen für Natur- und Freizeitangebote landesweit vorn. Dazu zählen unter anderem Blaue-Flagge-Strände, Badepunkte und ausgewiesene Winterbadestellen.

Outdoor ohne Strategie

Das Gebiet um die Törninger Mühle ist Teil des Heerwegprojektes.

Ein Blick in die kommunalen Leitlinien liefert den Schlüssel für das durchschnittliche Abschneiden. Hadersleben verfügt über keine eigenständige Natur- oder Outdoor-Politik. Natur und Aktivitäten unter freiem Himmel tauchen in der Kultur- und Freizeitpolitik auf – eingebettet in abstrakte Begriffe wie Gemeinschaft, Gesundheit und Vereinsleben. Die Politik beschreibt zwar Ziele, formuliert jedoch keine messbaren Vorgaben für Wege oder Angebote in der Natur. 

Die landesweite Analyse zeigt auch: Kommunen mit Strategien schneiden oft besser ab, weil sie systematisch planen und priorisieren.

Und die Spitzenreiter sind ...

Für die Menschen macht das den Unterschied. Natur entfaltet ihren Wert erst, wenn es Wege gibt, die dorthin führen – auch ohne Ortskenntnisse oder Auto. Eine Outdoor-Politik für sich genommen reicht nicht, um in der obersten Liga mitspielen zu können. 

Übrigens: Ganz vorn liegen Faaborg-Midtfyn, Langeland und Varde.

Im Hinblick auf die Kennzeichnung von Naturangeboten hat Hadersleben die Nase vorn.