Blaulicht

Verfressen, faul und doch schmerzlich vermisst: Wo ist Pony Leo?

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Als das Idyll noch perfekt war: Ein Foto von Leo auf der Löwenzahnwiese schmückt das Titelfoto der Facebook-Seite des Tonderner Reitklubs.

Von einer Koppel des Tonderner Reitklubs TØR ist ein 24-jähriges Reitschulpferd spurlos verschwunden. Kein Ausbruch, kein Unfall – sondern offenbar Diebstahl. Die Polizei ermittelt und der Reitklub hofft: Leo soll zurück auf die Koppel. Der Fall ist kurios.

Ein Pony ist weg – und mit ihm ein Stück Herz des Tonderner Reitklubs, Tønder Rideklub (TØR). Seit dem Wochenende wird Leo, intern liebevoll „Bassemand“ genannt, schmerzlich vermisst. Das 24-jährige Reitschulpferd ist offenbar von seiner Koppel am Holmevej am südöstlichen Stadtrand von Tondern verschwunden – und das unter höchst mysteriösen Umständen.

Zwischen Freitag, 11 Uhr, und Sonnabendmorgen, 7 Uhr, muss der oder die Unbekannte zugeschlagen haben. Doch wer nimmt ausgerechnet Leo mit? Ein weiß-braun geschecktes Pony mit einem Stockmaß von 152 Zentimetern – bekannt dafür, lieber gemütlich zu grasen als über Weidezäune zu hüpfen. „Faul und verfressen“ sei er, so heißt es in zahlreichen Kommentaren in den sozialen Medien – allerdings stets mit einem liebevollen Unterton. Denn Leo ist Kult. Und Leo ist: ein treuer Kamerad.

Dass das Pony einfach selbst die Koppel verlassen hat, schließen die Verantwortlichen des Reitklubs aus. Die Einzäunung ist intakt, keine Spuren von Ausbruch oder wilder Flucht. Und mal ehrlich – ein Sprung über den Zaun oder ein Drunterdurchrobben? „Das wäre physisch schier unmöglich. Außerdem ist Leo – wie erwähnt – faul“, heißt es mit einem gewissen Galgenhumor vom Reitklub.

Pony Leo ist eines von insgesamt 13 Reitschulpferden des Tonderner Reitklubs. Der Schecke ist 24 Jahre alt und beliebt.

Nun hat der Fall eine neue Wendung genommen: Leo wurde offiziell als gestohlen gemeldet. Die Polizei ist eingeschaltet und bittet um Hinweise aus der Bevölkerung. Wer etwas Verdächtiges beobachtet hat – insbesondere rund um den Holmevej im genannten Zeitraum – soll sich bitte bei der Polizei melden.

Für den Reitklub ist der Verlust ein Schock. Leo ist nicht nur ein fester Bestandteil des Schulbetriebs, sondern auch bei Groß und Klein beliebt. Trotz seiner Eigenheiten – oder gerade deshalb – ist er für viele ein echtes Herzenspony.

Die Hoffnung bleibt, dass der treue „Bassemand“, so der Kosename des Tieres, bald wieder auf seiner Koppel steht – beim Nichtstun, Gras mampfen und einfach Leo sein.

Hinweise zum Verbleib von Leo nimmt die Polizei unter der Telefonnummer 114 entgegen.