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Mit Disziplin und Drill die Liebe zum Tanzen lernen

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20 Jahre her: Melissa Mathies und eine Schülerin in der Reimers-Schule

„Sønderjyllands Danseakademi“ feiert am 23. März im Sonderburger Theater mit der Vorstellung „To årtier i trin“ sein 20-jähriges Bestehen. Was die Schule den Kindern und Jugendlichen bietet, erzählt Gründerin und Leiterin Melissa Mathies.

Melissa Mathies (56) ist frühere königliche Balletttänzerin, dreifache Mutter und war vor 20 Jahren in Sonderburg eigentlich dabei, ihre professionelle Karriere abzuschließen. Doch dann hatten sie und der Sonderburger Musikschulleiter Arne Fribo eine Idee: eine Tanzakademie für Balletttänzerinnen und Balletttänzer in Sonderburg.

In der Reimers-Schule legten sie vor 20 Jahren die Grundlage für das, was heute in ganz Süddänemark die größte Schule für klassisches Ballett und modernen Tanz ist. Heute liegt die Tanzakademie neben der Musikschule am Skovvej, in einem Neubau für zehn Millionen Kronen. Mit zwei Ballettsälen, Umkleideräumen, Aufenthaltsraum und Büro. Die Sonderburger Musikschule erhielt bei dem Millionenprojekt außerdem vier weitere Übungsräume.

Von 6 bis 18 Jahren

Seit zwei Jahrzehnten trainieren Kinder im Alter zwischen 6 und 18 Jahren unter der Leitung von mehreren professionellen Lehrkräften. Bei klassischen Klängen stehen die standardisierten Fußpositionen, Bewegungen und Posen auf dem Programm. Konzentration ist gefragt. In den großen Spiegeln an den Wänden kontrollieren die Kinder und Jugendlichen ihre Körperposition. In der Ballettschule gibt es viele Wiederholungen und gezieltes Training, bis Figuren, Abläufe und Technik sitzen.

Die Tanzakademie verfügt heute über mehrere Lehrkräfte, die auch Choreografinnen sind. Kozue Mikami stammt aus Japan und unterrichtet wie Melissa Mathies klassisches Ballett. Zu ihnen gehört auch Elisabeth Møland Thiesen, die sich auf moderne Tänze spezialisiert hat.

Die Schülerinnen und Schüler der Sønderjyllands Danseakademi trainieren ihre Körper.

Die Tanzakademie lockt diverse professionelle Gastlehrkräfte aus dem In- und Ausland nach Sonderburg. Zum Tanzen gehören natürlich auch Auftritte. So zeigten die Tänzerinnen und -tänzer ihr Können bereits im Sonderburger Theater und dem Alsion, im Königlichen Theater in Kopenhagen, in Aarhus, Odense, Apenrade (Aabenraa), Flensburg (Flensborg) oder Husum.

Handys sind in der Tanzschule nicht erwünscht

Es wird viele Wow-Effekte geben, und es zeigt, was unsere Stärke ist: Nummern von früher und das Neue der Zukunft. Es zeigt, was wir sind.

Melissa Mathies

Die Tänzerinnen und Tänzer bringen ihre Handys mit in die Tanzschule, dürfen diese aber nicht mit in die Trainingsbereiche nehmen. „Es ist kein Problem, aber wir sind eine Realtime-Aktivität“, so Mathies.

Das Beisammensein in der Tanzhalle wird seit der Corona-Pandemie noch höher geschätzt. Alle waren überglücklich, als sie wieder zusammen tanzen konnten. „Das Tanzen ist nun mal eine Gruppenaktivität. Die Kinder müssen die Musik und die Bewegungen koordinieren und zusammen etwas zustande bringen“, so die Tanzlehrerin.

„Das war doch eine Glenda“

Melissa Mathies stammt aus keiner Tanz-Familie. Ihre Eltern arbeiteten im Handwerk. Das Einzelkind Melissa bettelte lange bei ihnen, bis sie mit vier Jahren in eine Tanzschule gehen durfte. Ihre Lehrerin hieß Glenda. Melissa Mathies hat immer noch Kontakt zu ihr, und noch heute denkt sie in verschiedenen Situationen: „Das war doch eine Glenda“.

Die Tanzschulleiterin weiß: Es ist eine große Verantwortung, ein Kind manchmal viele Jahre lang zu begleiten. Melissa Mathies ist eine Frau, die den Kindern Disziplin und Selbstbeherrschung beibringt. Aber: „Diese Ballettschule ist nicht nur da, um professionelle Tänzer auszubilden. Sie sollen ein supergutes Erlebnis mit sich selbst haben.“

Kinder sollen in den Spiegel schauen und denken: Das ist gut! Die Schulleiterin weiß aus eigener Erfahrung, dass Ballett den Körper zum Äußersten bringt. Die Kinder tanzen erst im Alter von elf oder zwölf Jahren auf den Zehenspitzen. Erst müssen die Füße stark genug sein. „Der Körper ist dein Instrument, und die Anforderungen an den Körper sind enorm“, erklärt Melissa.

Melissa Mathies näht selbst die verschiedenen Kostüme für die Vorstellungen. Für die 20-Jahr-Feier im Sonderburger Theater hat sie 120 Kostüme produziert.

Jubiläumsvorstellung im Sonderburger Theater

Die Vorstellung zum 20-jährigen Bestehen der Schule heißt „To årtier i trin“ und findet am 23. März im Sonderburger Theater statt. Sie beschreibt, was die Jungen und Mädchen als Schülerinnen und Schüler der Akademie alles erleben.

„Es zeigt, was unsere Stärke ist: Nummern von früher und das Neue der Zukunft. Es zeigt, was wir sind“, so Melissa Mathies. Die Tanzschule ist nicht nur ein Ort für große Talente, sondern für alle. Mathies erklärt das übergeordnete Credo: Allen wird eine echte Chance geboten.

Tänzerin Melissa Mathies

Melissa Mathies ist gebürtige Australierin. Nach ihrer zwölfjährigen Ausbildung als Balletttänzerin ging es für sie nach London, Dänemark, Deutschland und wieder nach Dänemark. Sie hatte tragende Rollen in diversen großen Vorstellungen: ob als russisches Mädchen Giselle, in Pas de Six, oder als Schneewittchen. Sie stand unter anderem mit den dänischen Tänzern Nikolaj Hübbe, Alexander Kølpin und Lloyd Riggins auf der Bühne.

Das Plakat der Vorstellung „To Årtier i Trin"

Der Körper ist dein Instrument, und die Anforderungen an den Körper sind enorm.

Melissa Mathies