Strickfestival

Masche für Masche ein Erfolg: „Masker i Marsken“ füllt Hoyer mit Leben

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„Das wird ein schönes Bild mit zwei Rothaarigen", sagt Marina Storm (l.) mit einem Lachen. Die gebürtige Griechin, die in Mainz lebt, ist das erste Mal in Hoyer, um Workshops zur griechischen Stricktechnik durchzuführen. Marianne Kalb, Vorsitzende des Strickfestivals, begrüßt sie herzlich.

Bunte Strickblumen, volle Hallen und Gäste aus nah und fern: Beim vierten „Masker i Marsken“ dreht sich in Hoyer alles um Wolle, Handarbeit und Gemeinschaft. Rund 150 Freiwillige sorgen für ein gelungenes Festivalwochenende.

„Das habt ihr schön gemacht, mit den vielen Blumen“, sagt Marina Storm. Marianne Rosalie Kalb, Vorsitzende des Strickfestivals, begrüßt sie wenige Minuten nach der Eröffnung von „Masker i Marsken“ vor der ehemaligen Teppichfabrik „Væveriet“ in Hoyer, während sich die Strickblumen auf dem grünen Rasen im Wind bewegen.

Marina Storm, die aus Griechenland stammt, lebt seit 13 Jahren in Mainz. Sie ist zum ersten Mal bei dem Event in der Marsch dabei. „Ich freue mich auf die zwei Workshops, die ich leite und bei denen es um die griechische Art des Strickens geht“, sagt sie lächelnd. 

Bei dieser Methode lässt man den Faden um den Nacken laufen, während man strickt. Sie erläutert, dass das zu weniger Spannungen führt, da die Strickenden die Hände und Handgelenke weniger bewegen.

Die Verkaufsstände sind in Hoyer konzentriert

Bunte Strickpompons „blühen“ auf dem Rasen vor der Fabrikshalle „Væveriert“.

Indes bewegten sich ständig mehr Beine in Richtung der Gebäude der Designnachschule, wo das Strickfestival stattfindet. „Es ist das erste Mal, dass so viele darauf warten, hereinzukommen“, sagt Marianne Kalb.

Bei der vierten Auflage des Festivals laufen aber alle Strickfäden, was die Verkaufsstände angeht, ausschließlich in Hoyer zusammen. In der Stätte „Klægager“ in Ballum gibt es weiterhin verschiedene Aktivitäten, aber es sind dort keine Ausstellenden zu finden.

 „Aus organisatorischer Sicht hatten wir Bedarf, es an einem Ort zu bündeln. Auch mit den vielen Freiwilligen ist es einfacher zu koordinieren, wenn wir nicht zwei Teams haben“, erläutert die Vorsitzende.

Nun sind die 150 Ehrenamtlichen alle ausschließlich in Hoyer in Schwung. Und es gibt prompt Andrang an den etwa 50 verschiedenen Verkaufsständen. „Ein Ausstellerpaar kommt aus Deutschland. Aus dem etwa 850 Kilometer entfernten Nürnberg. Das finden wir schon beeindruckend“, so Marianne Rosalie Kalb.

Inspiration an 50 Verkaufsständen

Betty Jürgensen Muus, Anne Cathrine Jürgensen und Margit Hinrichsen (v. l.) sind begeisterte Strickerinnen und haben in der Regel mehrere Projekte in Gang.

Zu den etwa 3.000 Besucherinnen und Besuchern, die sich an den drei Festivaltagen beim Strickfestival inspirieren lassen, gehören auch Anna Cathrine Jürgensen aus Tondern (Tønder), Margit Hinrichsen aus Bülderup-Bau (Bylderup-Bov) und Betty Jürgensen Muus aus Rapstedt (Ravsted).

„Ich weiß schon jetzt, dass ich etwas Neues kaufen werde“, sagt Anna Cathrine mit einem Lächeln. Ihre Schwestern, die ebenfalls mehrere Strickprojekte parallel laufen haben, nicken zustimmend. „Wenn nicht anderes, dann fürs Lager“, ergänzt Margit schmunzelnd.

Margit erwähnt den Vortrag „Craft Psyke“ der Psychologin, Kunsthandwerkerin und Handarbeitslehrerin Anne Kirketerp, die vor zwei Jahren bei Masker i Marsken über die gesundheitsfördernde Wirkung von Handarbeit und deren positiven Einfluss auf die Psyche gesprochen hatte und auch vom Wert von mehreren praktischen (Strick-)Projekten zur gleichen Zeit. 

Es gibt immer eine Gelegenheit zum Stricken

Und während in der Fabrikshalle „Væveriet“ der Designnachschule Wolle in verschiedenen Farbtönen und Strukturen und gestrickte Modelle verlockend aussehen, hat Anna Cathrine auch heute ein Strickzeug griffbereit in der Tasche. 

„Ich habe heute Morgen noch schnell zwei Reihen gestrickt, bevor ich losmusste“, berichtet sie. Auch die vierte Schwester im Bunde, Vera, die auf Langeland lebt, strickt, wie Betty lachend anmerkt. 

Bei dem Strickfestival reihen sich Vorträge, Talks und Workshops wie Maschen aneinander. Einen festen Programmpunkt haben sich die drei für diesen Tag schon vorgemerkt: den Vortrag der Folketingspolitikerin Pia Olsen Dyhr (SF). 

Dann wird Anna Cathrine voraussichtlich beim Zuhören ihre Stricknadeln klimpern lassen. Bevor es sie weiterzieht, sagen sie, dass sie gerne ein gedrucktes Programm hätten, um die verschiedenen Aktivitäten auf einen Blick zu sehen.

Merinowolle von fränkischen Schafen in Hoyer

Birgit und Kai Bossling waren das erste Mal bei dem Strickfestival mit von der Partie.

Und während die Schwestern zum wiederholten Mal das Strickfestival besuchen, sind Birgit und Kai Bossling aus Franken das erste Mal an einem Verkaufsstand dabei. 

„Wir haben in Berlin und München eine dänische Händler-Kollegin getroffen, sie hat uns das Strickfestival empfohlen. Dann habe ich Marianne Kalb eine Mail geschrieben, und nun sind wir hier“, erzählt Kai Bossling.

Er hat an diesem Wochenende außer dem Verkauf von Wolle von den Schafen fränkischer Schäfer einen zweiten Auftrag. Seine Mutter, die aus dem nordfriesischen Emmelsbüll stammt, hat ihm und seiner Frau Birgit aufgetragen, in der etwa 20 Kilometer südlich von Hoyer liegenden Ortschaft vorbeizufahren und zu überprüfen, ob es ihr elterliches Anwesen noch gibt.

Attraktive Sitznischen laden zum Verweilen, Schnacken und Stricken ein. Das Sofa ist mit einer gehäkelten Decke dekoriert.