Kommunalpolitik

Carsten Leth Schmidt wirbt für einen Naturnationalpark Pamhule

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Kommunalpolitiker Carsten Leth Schmidt ist der Meinung, dass ein Naturnationalpark Pamhule allen zugute kommen kann.

Befürworter sehen im Naturnationalpark eine Chance für Natur, Tourismus und Zuzug, Gegner befürchten Einschränkungen, wenn sie etwa ihrem Hobby nachgehen möchten. Kommunalpolitiker Carsten Leth Schmidt setzt auf einen Ausgleich zwischen Schutz und Nutzung.

Carsten Leth Schmidt (Schleswigsche Partei), Vorsitzender des kommunalen Ausschusses für Technik und Klima, hat eine klare Haltung, was einen möglichen Naturnationalpark Pamhule angeht. „Ein solcher Naturnationalpark ist eine riesige Chance für die Kommune Hadersleben“, sagt er.

Nicht alle teilen diese Meinung – es gibt ein Für und Wider (wir berichteten). Den Einwand, es sei das Ministerium, das letztlich entscheide, und eine politische Diskussion in der Kommune sei deshalb sinnlos, lässt er nicht gelten. „Das Ministerium und die zuständigen Folketingsabgeordneten werden schauen, wie die Stimmung vor Ort ist“, ist er überzeugt.

Leth Schmidts Argumente für einen Naturnationalpark

Carsten Leth Schmidt führt folgende Argumente an, die seiner Ansicht nach für einen solchen Park sprechen: Er ist überzeugt, dass ein Naturnationalpark Menschen in die Kommune Hadersleben locken wird – nicht nur Touristen, sondern auch Menschen, die einen neuen Wohnort suchen. Letztere könnten sich dann für Hadersleben entscheiden, weil ein solcher Park die Attraktivität der Kommune erhöht.

Zudem ist er der Ansicht, dass sich die finanzielle Situation verbessern würde. „Wir können die Anlagen um den Wald herum, wie beispielsweise die Naturschule Nørskovgaard dann besser in Schuss halten“, sagt er.

Der Wald von Pamhule ist beliebt und er wird genutzt. Mountainbiker Kim Michaelsen fürchtet um seinen Sport im Pamhule Skov. 13 Kilometer Mountainbikepfad hat er mit seinen Vereinskolleginnen und -kollegen angelegt. Diese, so Michaelsen, könnten auch gern von anderen genutzt werden.

Leth Schmidt sieht mehr Entgegenkommen der Naturbehörde

Das letzte Mal, als der Wald zum Naturnationalpark werden sollte, habe es vonseiten der Naturbehörde kaum Entgegenkommen gegenüber den Mountainbikern gegeben, erinnert sich Carsten Leth Schmidt. Dies sei nun anders, betont er.

Er könne gut nachvollziehen, dass Mountainbiker, Reiterinnen und Reiter sowie Tagesmütter, die das Gebiet mit ihren anvertrauten Kindern gern nutzen, Bedenken haben, wenn ein langer Zaun um den Wald gezogen wird und zusätzlich zu dem vorhandenen Damwild weitere Weidetiere hinzukommen.

Kim Michaelsen hält es durchaus für möglich, dass junge Mountainbiker plötzlich bei voller Fahrt einen Abhang hinunter direkt vor einem aufgeschreckten Rind stehen könnten. Auch Reiterinnen, Reiter und Tagesmütter seien skeptisch, bestätigt Carsten Leth Schmidt. Dass tatsächlich andere Tiere als das Damwild in das Gebiet kommen, sei jedoch keineswegs sicher, wirft er ein. Sollten Rinder hinzugefügt werden, könnten diese auch gezielt scheu gegenüber Menschen gehalten werden, argumentiert der Landwirt.

Kommunalpolitiker will Restriktionen nicht ausschließen

Mit Blick auf Reiterinnen und Reiter sowie Mountainbiker schließt er Restriktionen nicht aus. Sollte es dazu kommen, biete Grøn Trepart neue Möglichkeiten, so Leth Schmidt.

Mit Grøn Trepart wird eine Vereinbarung der Regierung mit mehreren Interessengruppen bezeichnet, die das Ziel hat, Agrarflächen aus der landwirtschaftlichen Nutzung herauszunehmen. Niederungsflächen, die viel CO₂ freisetzen, sollen nicht mehr bearbeitet werden. Neben der Reduktion des CO₂-Ausstoßes geht es auch um Grundwasserschutz und Verminderung des Nährstoffeintrages in Gewässer.

Ziel: Mehrwert für alle

Derartige Flächen gebe es am Hindemade und am Stevning Dam und könnten Reiterinnen und Reitern sowie Radsportlern als Ausweichmöglichkeit dienen, ist der SP-Politiker überzeugt. Dort gebe es auch Gebiete mit Steigungen, fügt Carsten Leth Schmidt hinzu. Auch am Bibæk gebe es landwirtschaftlich genutzte Flächen, die im Zuge der Grøn-Trepart-Einigung aus der Nutzung herausgenommen werden könnten.

Er plädiert dafür, gemeinsam für einen Naturnationalpark einzutreten, aber auch Forderungen zu stellen, damit am Ende für alle ein Mehrwert entsteht – für die Natur und für die Menschen, die den Wald nutzen und genießen wollen.