Umweltschutz

Neue Ära für dänische Landwirtschaft: Stickstoffausstoß wird radikal beschnitten

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Jeppe Bruus (Sozialdemokratie) und Stephanie Lose (Venstre) präsentieren im Ministerium die neue Vereinbarung zur künftigen Landwirtschaftsregulierung.

Eine neue politische Vereinbarung verpflichtet die dänische Landwirtschaft, ihre Stickstoffbelastung drastisch zu verringern. Damit reagiert die Regierung auf die anhaltend schlechte Wasserqualität in Fjorden und Küstengewässern – und setzt auf ein neues, verpflichtendes Quotensystem.

Die Stickstoffbelastung durch die Landwirtschaft soll deutlich sinken: Regierung und mehrere Parteien im Folketing haben sich am Mittwoch auf eine umfassende Regulierung geeinigt. Kern der Vereinbarung ist ein neues Quotensystem, das die Ausbringung und den Ausstoß von Stickstoff begrenzt. Ab 2027 müssen so jährlich 9.600 Tonnen eingespart werden – ein zentraler Baustein des „Grünen Drei-Parteien-Abkommens“ (Grøn Trepart).

„Es ist in den vergangenen Jahren zu wenig passiert, und nun muss sehr viel in kurzer Zeit geschehen“, sagte Trepartsminister Jeppe Bruus (Soz.) bei der Vorstellung der Pläne.

Gezielte Stilllegung der belastetsten Flächen

Ein Hauptziel bleibt die Umwandlung landwirtschaftlicher Flächen. Besonders stark belastete Areale sollen aus der Nutzung genommen werden, um Küstengewässer und Fjorde zu entlasten.

Nach langen Verhandlungen einigte man sich auf eine Verteilung der Reduktionspflichten: 25 Prozent der Maßnahmen richten sich gezielt gegen die am stärksten belastenden Böden, 75 Prozent werden breit gestreut.

Bruus betont, dass erste Verbesserungen der Wasserqualität nach Umsetzung der Maßnahmen nicht lange auf sich warten lassen sollen. Forschende halten allerdings eine Verringerung um 14.800 Tonnen für notwendig, um wieder einen „guten ökologischen Zustand“ zu erreichen. „Wir sind noch nicht am Ziel“, so der Minister.

Enteignungen nicht ausgeschlossen – aber kaum realistisch

Die Debatte, stärker in Richtung der wissenschaftlichen Empfehlungen zu gehen, wurde im Verlauf der Verhandlungen intensiv geführt. Eine vollständige Anpassung sei jedoch nicht machbar, so Bruus: Dafür wären umfassende Enteignungen notwendig.

„Wir haben weder die Mittel noch die Möglichkeit, großflächig zu enteignen – und es wäre auch nicht fair“, betonte der Minister.

Verpflichtend – mit klaren Sanktionen

Teilnehmen müssen alle Betriebe. Wer die Vorgaben nicht einhält, muss mit Sanktionen rechnen. Bruus spricht von Bußgeldern – im Extremfall sogar von einer polizeilichen Meldung. „Es wird gesetzlich verpflichtend“, stellte er klar.

Dänemark verfehlt seit Jahren die Vorgaben des EU-Wasserrahmendirektivs. Für Bruus ist das „eine Bankrotterklärung“, die man nun entschlossen korrigieren wolle.

Mehr Natur und Biodiversität

Mit der Vereinbarung werden gleichzeitig neue Naturinitiativen gefördert. Bis 2035 sollen mindestens zehn große zusammenhängende Naturgebiete entstehen. Dafür werden 150 Millionen Kronen bereitgestellt.

Was die neue Stickstoff-Regulierung vorsieht

Quelle: Ministeriet for Grøn Trepart