Umbau

Marschenhalle in Hoyer soll zu offenem Treffpunkt für das Marschgebiet werden

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Die Marschenhalle wurde im Jahr 1974 eingeweiht.

Die Sporthalle in Hoyer gehört zu zehn landesweit ausgewählten Projekten einer Kampagne von DIF und Lokale- og Anlægsfonden. Ziel ist es, die Halle umzubauen, Leerstand zu verringern und neue Räume für Bewegung, Begegnung und Gemeinschaft zu schaffen.

Die Marschenhalle in Hoyer gehört zu den zehn Sporthallen in ganz Dänemark, die im Rahmen einer landesweiten Kampagne für eine grundlegende Neuausrichtung ausgewählt wurden. Ziel ist es, klassische Sporthallen so umzubauen, dass sie künftig nicht nur Raum für Vereinssport bieten, sondern auch als offene und lebendige Treffpunkte für das lokale Gemeinschaftsleben fungieren.

„Dass wir unter den zehn ausgewählten Hallen sind, freut uns enorm“, sagt Hallenleiterin Katja Nielsen auf Anfrage des „Nordschleswigers“.

Hinter der Kampagne „Idrætshaller til tiden“ stehen der dänische Sportbund Danmarks Idrætsforbund (DIF) und die Stiftung Lokale- og Anlægsfonden (LOA). Insgesamt hatten sich 39 Hallen beworben. Die nun ausgewählten zehn Einrichtungen erhalten jeweils 150.000 Kronen, um gemeinsam mit externen Architekturbüros konkrete Umbaukonzepte zu entwickeln. Drei der Projekte sollen später als sogenannte Leuchtturmprojekte ausgewählt werden und können dann mit bis zu zehn Millionen Kronen gefördert werden.

Eine Chance für Hoyer

Für Hoyer ist die Aufnahme der Marschenhalle in das Programm eine besondere Chance. Die Halle steht nach Angaben der Projektpartner bislang zu häufig leer und soll künftig als offenes und leicht zugängliches Aktivitätszentrum für alle Generationen dienen. Geplant ist, die Marschenhalle zu einem Ort weiterzuentwickeln, der das lokale Gemeinschaftsgefühl stärkt, Begegnungen ermöglicht und zugleich Inaktivität und Einsamkeit entgegenwirkt.

Dabei geht es nicht nur um klassische Sportangebote. Auch spontane Aktivitäten sowie neue Nutzungsformen sollen künftig Platz finden. Ein besonderes Augenmerk liegt zudem auf der Einbindung der Außenbereiche, damit die Halle stärker mit ihrem Umfeld verzahnt wird, wie auch Hallenwartin Katja Nielsen betont. Ziel ist es, einen Ort zu schaffen, mit dem sich die Menschen in Hoyer identifizieren und den sie als „ihre“ Halle wahrnehmen.

Anträge aus dem gesamten Land

Die zehn ausgewählten Hallen:

 1. Løkken Idrætscenter
 2. Asaa Hallen
 3. Stadionhallen Holstebro
 4. Ølgod Hallerne
 5. Hammershøj Hallen
 6. Hasselagerhallen
 7. Marschenhalle in Hoyer
 8. Skovparkhallen Nyborg
 9. Sakskøbing Sportscenter
10. Taastrup Idrætscenter

„Das große Interesse an der Kampagne zeigt, dass vielerorts der Wunsch besteht, Sporthallen neu zu denken“, sagt Jon Gerner, Direktor der Stiftung LOA. Gemeinsam mit dem dänischen Sportbund begleitet die Stiftung die ausgewählten Projekte bis in den Herbst hinein. Erst danach wird entschieden, welche drei Hallen als Vorzeigeprojekte weiter gefördert werden.

Hintergrund der Initiative ist der Wandel im Sport- und Freizeitverhalten. In Dänemark gibt es rund 1.600 Sporthallen, von denen viele vor Jahrzehnten vor allem für Ballspiele konzipiert wurden. Soziale Aufenthaltsbereiche und flexible Nutzungsmöglichkeiten spielten damals eine untergeordnete Rolle. Heute, so die Initiatorinnen und Initiatoren, brauche es Räume, die unterschiedliche Aktivitäten, neue Sporttrends und informelle Treffen gleichermaßen ermöglichen.

Entscheidung fällt im Herbst

Auch aus Sicht des dänischen Sportbundes ist der Umbau bestehender Hallen ein zentrales Thema. „Der Sport entwickelt sich ständig weiter, und wir brauchen Hallen, die neue Tendenzen aufnehmen können“, sagt DIF-Direktor Morten Mølholm Hansen. Umbauten seien dabei oft sinnvoller als Neubauten – nicht zuletzt aus Gründen der Nachhaltigkeit und der Wirtschaftlichkeit.

Für die Marschenhalle in Hoyer beginnt nun eine intensive Arbeitsphase. In den kommenden Monaten sollen gemeinsam mit Fachleuten konkrete Pläne erarbeitet werden, wie aus der bislang wenig genutzten Halle ein lebendiger Treffpunkt für das gesamte Marschgebiet entstehen kann. Ob Hoyer am Ende zu den drei besonders geförderten Projekten gehören wird, entscheidet sich im Herbst. Unabhängig davon setzt die Auswahl bereits jetzt ein deutliches Zeichen für die Bedeutung der Halle im lokalen Gemeinschaftsleben.

Marschenhalle in Hoyer – auf einen Blick