Schule

Apenrade: 20 Prozent der Eltern wählen freie Schulen

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Einschulung an der Deutschen Schule Rothenkrug: Individuelle Betreuung in kleineren Klassen spielt bei der Wahl der Schule eine große Rolle für die Eltern.

18 Prozent aller Schülerinnen und Schüler in der Kommune besuchen eine freie Schule. Doch warum entscheiden sich Eltern für diese Bildungswege? Ein Blick zum Unterrichtsministerium gibt die Antwort.

Fast jedes zehnte Kind in der Kommune Apenrade besucht eine deutsche Schule. Seit vielen Jahren ist diese Zahl stabil und verändert sich nur marginal. Das geht aus aktuellen Zahlen des Unterrichtsministeriums hervor, die dem Ausschuss für Kinder und Ausbildung vorgelegt wurden. 

Derzeit sind 1.211 Schülerinnen und Schüler an freien und Privatschulen eingeschrieben. Das entspricht 17,8 Prozent aller Kinder in der Kommune – ein stabiler Wert im Vergleich zu den Vorjahren. Und: Die Kommune liegt dabei im Landesdurchschnitt. 18 Prozent der Schülerinnen und Schüler gehen in Dänemark auf eine freie Schule, zu denen auch die deutschen Schulen in Nordschleswig gehören. 9,3 Prozent der Kinder und Jugendlichen in der Kommune Apenrade besuchen Schulen der deutschen Minderheit. 

In der Kommune Apenrade gibt es elf freie Schulen (Friskoler), davon sind sieben Schulen der deutschen Minderheit unter dem Dach des Deutschen Schul- und Sprachvereins für Nordschleswig (DSSV).

Doch warum wählen Eltern die Alternative zur kommunalen Volksschule?

Warum Eltern freie Schulen wählen

Studien aus Dänemark, unter anderem vom Unterrichtsministerium „Elever i grundskolen“ (Schüler an Grundschulen), belegen: Eltern wählen freie Schulen nicht nur aus praktischen Gründen, sondern wegen der pädagogischen Qualität, der individuellen Förderung und der Wertevermittlung. Das geht aus den Antworten der Eltern hervor. 

Individuelle Förderung

Freie Schulen bieten den Schülerinnen und Schülern eine besondere Form der individuellen Förderung. Durch kleinere Klassen und flexible Lernmethoden können Lehrkräfte gezielt auf die Stärken und Interessen jedes Kindes eingehen. Untersuchungen zeigen, dass dieser Ansatz nicht nur die Lernmotivation steigert, sondern auch den Schulerfolg nachhaltig unterstützt.

Vermittlung von Kultur und alternatives Lernen

Ein weiterer zentraler Aspekt ist die Vermittlung von Werten und Kultur. Besonders die Schulen der deutschen Minderheit legen Wert darauf, Sprachkenntnisse zu fördern und kulturelles Bewusstsein zu stärken, was für viele Familien von großer Bedeutung ist.

Darüber hinaus setzen freie Schulen häufig auf alternative Lehrmethoden. Projektbasiertes und fächerübergreifendes Lernen fördern die Kreativität der Kinder und unterstützen sie darin, selbstständig zu denken und zu arbeiten.

Elternbeteiligung

Nicht zuletzt spielt das Elternengagement eine wichtige Rolle. Freie Schulen bieten den Familien vielfältige Möglichkeiten, sich aktiv einzubringen – sei es bei Projekten, Festen oder im Schulvorstand. Dieses Mitwirken stärkt die Verbundenheit mit der Schule und fördert ein Gefühl von gemeinsamer Verantwortung.

Besonders Minderheitenschulen leisteten einen wichtigen Beitrag für Sprache, Kultur und Gemeinschaft, stellt die Untersuchung des Unterrichtsministeriums fest.