Wirtschaft

Industrieverband warnt vor gemeinsamen EU-Anleihen

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DI-Boss Lars Sandahl Sørensen fordert Reformen statt Anleihen.

Staatsministerin Mette Frederiksen hat vorgeschlagen, dass die Europäische Union kollektiv Schulden machen soll. Dansk Industri hält das für einen gefährlichen Weg.

Man vertage nur die Probleme, wenn die EU gemeinsam Anleihen aufnimmt, um große Investitionen zu tätigen. Diese Auffassung vertritt der größte Gewerbeverband des Landes, Dansk Industri (DI).

Staatsministerin Mette Frederiksen (Soz.) hat die Anleihen als Lösung für die großen Herausforderungen, vor denen Europa steht, vorgeschlagen. Doch DI-Direktor Lars Sandahl Sørensen zeigt sich sehr besorgt über diese Pläne.

„Es ist ein sehr, sehr gefährlicher Weg zu sagen, wir verschulden Europa kollektiv und schicken somit die Rechnung ins Kinder- oder Jugendzimmer, denn sie muss ja gezahlt werden“, sagt er.

DI fordert Reform der EU

Sandahl Sørensen sagt, er teile Frederiksens Analyse vom Ernst der Lage. Auch stimme er zu, dass die Probleme auf EU-Ebene gelöst werden müssen, nur eben nicht mithilfe von gemeinsamen Anleihen.

„Dem können wir in keiner Weise zustimmen, denn man wählt damit eine zu einfache Lösung. Das verhindert, dass dort aufgeräumt wird, wo aufgeräumt werden muss“, so der DI-Chef.

Er sieht umfassende Reformen der EU, weniger Bürokratie und einfachere Regeln. Auch müssten die Prozeduren zur Genehmigung von beispielsweise Medikamenten beschleunigt werden.

Dansk Industri wird in der kommenden Woche seine Vorschläge zu einer Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit an die Präsidentin der EU-Kommission, Ursula von der Leyen, schicken.