Währung

150 Jahre Krone: Kaum noch jemand will den Euro in Dänemark

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Mit Bargeld wird hierzulande nur noch selten bezahlt – doch auch digital oder im Wechsel für einen Pfandbon bevorzugen die Menschen in Dänemark die Krone (Symbolfoto).

Die Menschen in Dänemark vertrauen ihrer eigenen Währung – seit 150 Jahren. Dabei stand sie mehrfach kurz vor dem Aus. Dass die Krone in Wirklichkeit nicht so unabhängig ist, wie es scheint, könnte ein Grund für ihre Beliebtheit sein.

Am Neujahrstag 1875 wurde die dänische Krone als neue Währung in Dänemark eingeführt – vor 150 Jahren also. Dies geschah im Zuge eines neuen Münzgesetzes, das zwei Jahre zuvor verabschiedet worden war. Die Krone ersetzte den Reichstaler (Rigsdaler), der damals jeweils gegen 2 Kronen umgetauscht werden konnte.

Aktuell große Ablehnung gegen den Euro

Mehr als 77 Prozent der Befragten in Dänemark wollen aktuell, dass die Krone das gesetzliche Zahlungsmittel in Dänemark bleibt, so eine Umfrage, die Voxmeter im Dezember für „Ritzau“ durchgeführt hat.
Umgekehrt sprechen sich 16 Prozent für den Euro aus.

Die Krone stand bereits zweimal knapp vor dem Aus

Blitzanalyse: „Scheinwährung“ Krone ist seit 26 Jahren fest an den Euro-Kurs gebunden

Cornelius von Tiedemann

Dass sich die Menschen in Dänemark für die Krone und gegen den Euro aussprechen, wird ihnen durch den Umstand erleichtert, dass beide Währungen ohnehin eng aneinander gebunden sind. Anders als in anderen EU-Ländern, die der Währungsunion nicht beigetreten sind (zum Beispiel Schweden), kann die Dänische Krone nur unwesentlich vom Euro-Kurs abweichen.

Hintergrund ist der sogenannte „Wechselkursmechanismus II“ der EU. An ihm nimmt neben Dänemark auch Bulgarien teil. Die Vereinbarung besteht seit dem 1. Januar 1999. Wichtigstes Element: der feste Wechselkurs. Der Zielkurs beträgt immer 7,46038 Dänische Kronen für einen Euro. Es wurde zudem vereinbart, dass der Wechselkurs nur innerhalb einer engen Bandbreite von 2,25 Prozent um diesen Zielkurs schwanken darf. In der Praxis hält die Dänische Nationalbank die Schwankungen des Wechselkurses sogar noch enger, in den vergangenen Jahren bewegte sich der Kurs typischerweise in einer Bandbreite von maximal 0,5 Prozent um den Zielkurs.

Diese enge Bindung sorgt für eine hohe Stabilität im Währungsverhältnis zwischen Dänischer Krone und Euro, weshalb die Menschen in Dänemark die Dänische Krone als sehr stabil erleben – zum Beispiel im Vergleich zur Schwedischen Krone. Kein Wunder also, dass die Krone so beliebt ist und nur wenige es für notwendig halten, die Währung zu ändern: In Wahrheit ist sie nur eine Scheinwährung.

Cornelius von Tiedemann

Zweimal war die Krone kurz davor, abgeschafft zu werden. Das erste Mal 1992, als ein Referendum über den Vertrag von Maastricht stattfand, der den Weg für die Einführung der gemeinsamen europäischen Währung, den Euro, ebnete.

Das dänische Volk stimmte ab – und insgesamt 50,7 Prozent votierten gegen den Vertrag, 49,3 Prozent stimmten mit Ja. Daraufhin führte Dänemark seine berühmten EU-Vorbehalte ein – auch für den Euro.

Im Jahr 2000 versuchte die damalige Regierung aus Sozialdemokratie und Radikaler Venstre dann, das Opt-Out aufzuheben. Doch bei der Volksabstimmung sprach sich eine Mehrheit von 53,2 Prozent gegen die Einführung des Euro in Dänemark aus, während 46,8 Prozent dafür stimmten.

Die Krone hat sich verändert

Die Münzen und Scheine haben sich im Laufe der Jahre verändert – und werden es bald wieder tun.

Im Laufe der Jahre haben verschiedene Münzen und Geldscheine das Licht der Welt erblickt, viele wurden aber auch wieder abgeschafft. Zuletzt wurde die 25-Öre-Münze im Jahr 2008 nach 134 Jahren als dänische Münze aus dem Verkehr gezogen. Als Nächstes wird die 1.000-Kronen-Banknote ausgemustert, die seit 1975 produziert wurde. Sie wird nach dem 31. Mai dieses Jahres ungültig werden.

Am selben Tag werden auch die Banknoten der früheren Serien, die zwischen 1944 und 1997 ausgegeben wurden und die noch angenommen werden, ungültig.

Dies sei Teil der Strategie der Nationalbank, das Bargeld zukunftssicher zu machen, sagt Jakob Mølgaard Heisel, Leiter der Abteilung Bargelddienste und Analyse: „Wir wollen Bargeld zukunftssicher machen, damit es an die Bedürfnisse der Gesellschaft angepasst ist und auch in Zukunft ein sicheres und effizientes Zahlungsmittel sein kann“, sagt er. Aus diesem Grund wird die Nationalbank ab 2028 neue Banknoten ausgeben. Das wird die 11. Banknotenserie seit der Einführung der Krone im Jahr 1875 sein.

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