Wirtschaft

Windräder statt Weizenfelder: Schackenburg stellt Landwirtschaft ein

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Schloss Schackenburg

Nach Jahrzehnten intensiver Bewirtschaftung verabschiedet sich das Schloss in Mögeltondern von der Landwirtschaft. Die Stiftung stellt den Betrieb ein und will die Flächen künftig für grüne Projekte wie Windkraft und Renaturierung nutzen. Auch der Tourismus soll weiter ausgebaut werden.

Eine Ära geht zu Ende: Die Schackenburg-Stiftung hat beschlossen, den landwirtschaftlichen Betrieb rund um Schloss Schackenburg in Mögeltondern schrittweise einzustellen. Damit verabschiedet sich das ehemalige Gut nach Jahrzehnten intensiver Bewirtschaftung – zuletzt mit Schwerpunkt auf Pflanzenanbau – von einem zentralen Geschäftsfeld.

Hintergrund ist eine strategische Neuausrichtung der Stiftung, die Schloss Schackenburg sowie 340 Hektar Land seit der Übernahme vor elf Jahren verwaltet. Die Entscheidung ist auch eine Reaktion auf anhaltende wirtschaftliche Schwierigkeiten. So wies das Jahresergebnis 2024 ein Defizit von 9,8 Millionen Kronen aus – nach einem Minus von 9,0 Millionen Kronen im Vorjahr. Allein der landwirtschaftliche Betrieb verzeichnete 2023 ein Minus von 3,6 Millionen Kronen, was laut Stiftungsgeschäftsführer Allan Nielsen unter anderem auf ungünstige Wetterbedingungen und sinkende Erzeugerpreise zurückzuführen ist.

Gegenüber der dänischen Tageszeitung „JydskeVestkysten“ erklärte Nielsen: „Diese strategische Umstellung ist Teil unserer Bestrebungen, die Flächen künftig für Zwecke zu nutzen, die die grüne Transformation unterstützen.“ Zugleich sei es ein deutliches Signal, dass die Stiftung in Zukunft verstärkt auf den Ausbau von Schackenburg als Tourismusziel setze.

Windräder statt Korn

Ein konkretes Projekt in diesem Zusammenhang ist die Beteiligung an dem geplanten Energiepark „Energipark Tønder Nord“: Auf den zum Schloss gehörenden Flächen sollen entlang der Bahnlinie sieben 150 Meter hohe Windkraftanlagen entstehen. Das Vorhaben ist eines von 24 Projekten, die sich um eine Priorisierung im Rahmen der kommunalen Energieoffensive der Kommune Tondern (Tønder) bewerben. Eine Entscheidung wird zum Jahreswechsel erwartet.

Darüber hinaus sieht der Entwicklungsplan der Stiftung auch die Renaturierung von Niedermoorflächen sowie mögliche Aufforstungen vor. Begleitet wird die Umstrukturierung von Teilverkäufen: So wurden bereits landwirtschaftliche Nutzflächen sowie einzelne Mietobjekte – darunter der ehemalige Gutshof „Røj“ – veräußert.

Nielsen betonte gegenüber „JydskeVestkysten“, dass diese Verkäufe der Stiftung erhebliche Liquidität verschaffen sollen – Mittel, die in den weiteren Ausbau der touristischen Angebote und in die denkmalgerechte Erhaltung des Schlosses fließen sollen.

Tourismus im Aufwind

Trotz der roten Zahlen sieht die Stiftung optimistisch in die Zukunft. Das touristische Interesse an Schackenburg wächst: Die Zahl der Veranstaltungen – von Konzerten bis zu Hochzeiten – steigt, ebenso wie die Übernachtungszahlen im Schlosskrug mit dem neuen Brasserie-Konzept. Innerhalb von drei Jahren wuchs das Team von 25 auf 40 Mitarbeitende. Zu den kulinarischen Zugpferden gehören nun auch die beiden lokalen Küchenchefs Lasse Monska und Alexander Kretzmann.

Schackenburgs Gastronomie wurde inzwischen für den Preis „Årets Bo & Spis“ (Übernachten & Genießen des Jahres) des renommierten Restaurantführers „Den danske Spiseguide“ nominiert. Auch das verleiht Rückenwind.

Die Stiftung wolle „ein intensives Augenmerk auf die Weiterentwicklung von Schloss Schackenburg als Tourismusdestination“ legen, so der Tenor der Stiftung gegenüber „JydskeVestkysten“. Für das Jahr 2025 erwartet man eine spürbare wirtschaftliche Verbesserung.