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C02-Steuer trifft Fährgäste: Ticketpreise für die Überfahrt steigen

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Erste offizielle Eintragungen über eine Fährverbindung über den Alsensund gab es bereits 1683. Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs waren Ruderboote im Einsatz, erst dann gab es motorisierte Schiffe.

Die CO₂-Abgabe erhöht die Ticketpreise für die Ballebro-Fähre in Sonderburg. Die Kommune diskutiert aktuell die Höhe der Anhebung, und auch eine Elektrifizierung der Fähre bleibt als mittelfristige Option auf dem Tisch.

Wegen der Einführung der neuen dänischen CO₂-Abgabe steht die Fährlinie Hardeshøj-Ballebro in Sonderburg (Sønderborg) vor spürbaren finanziellen Herausforderungen. Die Abgabe, die zusätzlich zur EU-Quote erhoben wird, verteuert den Betrieb der Fähre deutlich.

In welcher Höhe die Preise steigen, wird noch diskutiert. Geplant sind „moderate“ Preissteigerungen, sagt Stadtratspolitikerin Kirsten Bachmann (Schleswigsche Partei). „Eine Preissteigerung kann eben auch den Effekt haben, dass weniger mitfahren, und dann stehen wir wegen weniger verkaufter Überfahrten in der gleichen Situation“, erklärt Kirsten Bachmann.

Die Verwaltung prüft derzeit mehrere Anpassungen, um die Finanzierung zu sichern. Dazu gehören neben der Erhöhung der Ticketpreise ab 2026 das gezielte Einsetzen von Vertretungskräften sowie ein verringertes Budget für Wartung und Maschinen in der Abteilung Weg und Park. Auch sinkende Dieselpreise könnten kurzfristig zur Entlastung beitragen, bleiben jedoch eine unsichere Größe.

Pläne für eine E-Fähre existieren weiter

Selbst wenn man 20 Minuten auf die Fähre warten muss, lohnt es sich. So kann man entspannen und einfach das Meer angucken.

Swenja Christensen

Um der CO2-Abgabe ganz zu entkommen, bleibt langfristig die Elektrifizierung der Fähre eine Option. Die Kommune prüft weiterhin die Umstellung auf elektrisch betriebene Fähren, um die CO₂-Emissionen zu senken und die Belastungen durch die Abgabe zu reduzieren. Die Umsetzung dieses Projekts liegt jedoch noch einige Jahre in der Zukunft und wird aktuell nicht zentral behandelt, sagt Kirsten Bachmann.

Zurzeit beträgt das jährliche Einnahmeziel für die Fähre rund 5,826 Millionen Kronen. Die realen Einnahmen lagen im Jahr 2024 allerdings bei etwa 5,06 Millionen Kronen. Schon heute lässt sich das vorgeschriebene Einnahmeziel nur schwer erreichen.

Die kontinuierlich steigenden Betriebsausgaben, vor allem durch die CO2-Abgabe, führen in der Finanzplanung zu einer Lücke zwischen Einnahmen und Ausgaben.

Diese Lücke steigt laut aktueller Prognose von 158.281 Kronen im Jahr 2025 auf 462.453 Kronen im Jahr 2030. Für diesen Zeitraum wurde mit durchschnittlich 150.000 Litern Dieselverbrauch pro Jahr kalkuliert.

Die dänische CO2-Abgabe gilt seit 2025 und wird schrittweise bis 2030 angehoben.

Rund 130.000 Fahrzeuge haben die Fähre im vergangenen Jahr genutzt. Ulf Schulze und Swenja Christensen sind fast jeden Tag dabei. Das Paar wohnt in Holm auf Nordalsen (Nordals) und arbeitet in Apenrade (Aabenraa) sowie auf dem Knivsberg.

Die Fähre fährt tagsüber jede halbe Stunde in Richtung der anderen Seite.

Rund 70 Kilometer sind es über den Landweg von Holm bis zum Knivsberg – mit der Fähre sind es nur 43 Kilometer. Somit spart das Paar täglich 54 Kilometer. 270 Kilometer pro Woche und rund 1.000 Kilometer im Monat. Rund 800 Kronen monatlich geben die beiden für die Fähre aus, „aber die Fähre spart uns auf der anderen Seite ja auch viel Benzin“, sagt Ulf Schulze.

Aktuell kostet die Überfahrt für eine Person im Auto 65 Kronen (100 Kronen inklusive Rückfahrt), wer eine Pendlerkarte hat, zahlt 28,60 Kronen pro Überfahrt.

Wir wollen die Fähre bewusst unterstützen

Zweimal am Tag nutzt das Paar die Fähre über den rund zwei Kilometer breiten Alsensund.

Swenja Christensen sieht die angekündigte Erhöhung der Fährpreise gelassen. Sie betont, dass die Entscheidung davon abhängt, welche Summe die Kommune letztlich festlegt. Früher hätte eine Preisanhebung größere Auswirkungen gehabt: „Als wir nur einen Lohn hatten, wäre unsere Antwort wohl anders ausgefallen als jetzt“, sagt Swenja Christensen.

Die beiden haben ausprobiert, den Weg über die Straße statt über die Fähre zu nehmen. Dabei stellte sie immer wieder fest: „Selbst wennn man 20 Minuten auf die Fähre warten muss, lohnt es sich. So kann man entspannen und einfach das Meer angucken. Es bringt wirklich nicht viel, nicht mit der Fähre zu fahren.“

Für sie bleibt die Fähre eine attraktive Alternative, da sie Zeit spart und den Heimweg angenehmer gestaltet. „Wir wollen die Fähre bewusst unterstützen, daher würden wir uns preislich auch weit strecken. Wenn es eine moderate Anhebung ist, wird das keine Auswirkung auf unser Pendlerverhalten haben.“

Erst im Falle deutlich höherer Anhebungen, etwa einer Verdoppelung, würde die Familie mögliche Alternativen prüfen.

Rund 30 Personenwagen passen auf die Fähre „Bitten“, die seit 2001 über den Alsensund pendelt.