Deutsche Schulen und Kindergärten

Zwischen Druck und Hoffnung: Lunden und Rapstedt im Dialog mit dem DSSV

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Nicht nur an der Rapstedter Schule bangt man um das Fortbestehen.

Deutsche Minderheit: Wie geht es nach der Schließungsempfehlung weiter? Lunden und Rapstedt stehen unter Druck – und arbeiten an Konzepten für die Zukunft. Der DSSV und beide Standorte berichten von offenen Gesprächen. Die Konzepte sollen Mitte November vorliegen.

Nach der Empfehlung des Deutschen Schul- und Sprachvereins für Nordschleswig (DSSV), die deutschen Einrichtungen in Lunden und Rapstedt zu schließen, gehen die Arbeiten an möglichen Zukunftskonzepten weiter. Der DSSV hatte beide Standorte Ende Oktober besucht. Ziel der Besuche sei es laut Mitteilung des DSSV gewesen, offene Fragen zu klären und den Austausch mit den Vorständen zu suchen. 

Austausch mit den Standorten

Die DSSV-Hauptvorsitzende Kerstin Jürgensen sowie der Geschäftsführer Uwe Jessen berichten von einem konstruktiven Austausch an beiden Standorten. Die Betroffenen und Beteiligten würden mit Engagement an tragfähigen Perspektiven für die Zukunft arbeiten. 

Diese Konzepte sollen bis zum 17. November eingereicht und am 24. November den Hauptvorständen von DSSV und Bund Deutscher Nordschleswiger (BDN) vorgestellt werden.

Druck und Hoffnung in Rapstedt

Aus Rapstedt heißt es, die Lage sei weiterhin belastend. „Wir stehen durch die Gesamtsituation sehr unter Druck und empfinden den gesamten Prozess als herausfordernd“, sagt Christina Buchmeier, Vorsitzende der Deutschen Schule Rapstedt (Ravsted). Man hoffe auf „eine ergebnisoffene und wohlwollende Grundhaltung aller Beteiligten“. 

Ziel sei eine Zusammenarbeit zwischen den Standorten und dem DSSV-Hauptvorstand, „die das Vertrauen stärkt und eine Perspektive für eine lebendige Zukunft ermöglicht“.

Engagement und Unterstützung in Lunden

Auch Marion Petersen, Schulleiterin der Deutschen Schule Lunden, bestätigt, dass die Gespräche mit dem DSSV offen verlaufen seien. In Lunden arbeiten Eltern, Vorstand und Leitung gemeinsam an einem Konzept für den Standort. „Wir hatten einige gut besuchte Elternarbeitstage und konnten bereits Baumängel beheben“, sagt Petersen. „Einige unserer Eltern sind Handwerker und helfen uns fachgerecht.“

Sie betont in diesem Zuge, dass es vor allem mit Bernd Søndergaard und Christian Møller vom Gebäudemanagement des DSSV einen guten Austausch sowie konkrete Hilfestellung gegeben habe.

„Wir arbeiten an einem zukünftigen Standort Nordalsen für Kindergarten und Schule.“

Schwieriger Prozess mit vielen Beteiligten

Von den Deutschen Kindergärten Apenrade (DKA), zu deren Zusammenschluss der Kindergarten Rapstedt gehört, heißt es, die Gespräche zwischen den DKA und dem DSSV seien „so konstruktiv wie möglich“. Die Vorsitzende Kira Hansen Heesch weist darauf hin, dass ein Verlauf eventueller Schließungen immer schwierig sei – „und ein Verlauf, der alle zufrieden stellt, ist wahrscheinlich nicht möglich“.

Redaktioneller Hinweis: Die letzte Passage mit dem Statement von Kira Hansen Heesch wurde auf Hansen Heeschs Wunsch hin überarbeitet. Zuvor hieß es im zweiten Satz:
Die Vorsitzende Kira Hansen Heesch weist jedoch darauf hin, dass ein Prozess, der mögliche Schließungen betrifft, „immer schwierig“ sei – und kaum so verlaufe, dass alle Beteiligten zufrieden sind.

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