Lokale Medien

Große Änderungen können auf „TV Syd“ zukommen

Veröffentlicht Geändert
Moderator Anders Køpke Christensen im Studio von „TV Syd“ (Archivfoto)

Die Medienlandschaft wandelt sich in diesen Jahren rasant. Das stellt die Lokalnachrichten vor neue Herausforderungen. Damit die Regionalsender von „TV2“ diesen gerecht werden können, schlägt eine Expertengruppe drei mögliche Modelle vor.

Kein „TV Syd“ mehr, dafür eine Reihe von lokalen digitalen Medien für das Publikum in Nordschleswig und Südjütland. Das ist eines der drei Modelle, die ein Ausschuss zur Zukunft der „TV2“-Regionen vorschlägt.

Auch bei einem zweiten Modell würde sich für den Regionalsender mit Sitz in Kolding so einiges ändern. Bei diesem schlagen die Expertinnen und Experten vor, ihn mit den regionalen Redaktionen von „DR“ zu fusionieren. Nur beim dritten Modell bliebe die Struktur von „TV Syd“ unberührt; der Sender würde jedoch mehr Geld erhalten.

Minister möchte lokales Nachrichtenangebot sichern

Kulturminister Jakob Engel-Schmidt (Moderate) hat die Expertengruppe eingesetzt, um die beliebten „TV2“-Regionen einer veränderten Medienlandschaft anzupassen. Eine Landschaft, in der soziale Medien und neue Plattformen die klassischen Medien unter Druck setzten.

„In den lokalen Entscheidungen und im nahen demokratischen Gespräch erleben viele Menschen die engste Bindung an die Demokratie“, schreibt die Vorsitzende der Gruppe, Lene Heiselberg, in ihrem Vorwort zum Abschlussbericht. 

Es sei notwendig, die lokalen öffentlich-rechtlichen Medien neu zu organisieren, um eine vielfältige und tragfähige lokale Medienlandschaft zu gewährleisten.

Zusammenarbeit mit privaten Medien

Im ersten und weitestgehenden Modell sollen die acht „TV2“-Regionen von ungefähr 30 selbstständigen lokalen Medien abgelöst werden, die digitale und audiovisuelle Inhalte als erste Priorität haben. Öffentlich-rechtliche und die bestehenden privaten Lokal- und Regionalmedien sollen zusammenarbeiten, um die Inhalte zu erstellen.

Die Expertengruppe hat sich nicht auf eine geografische Aufteilung festgelegt, daher ist unklar, wie viele solcher Medien in Nordschleswig entstehen würden. Die Gebiete sollen nach einer Reihe von Kriterien wie Anzahl der Kommunen und größeren Städte sowie Einwohnerzahl festgelegt werden. Auch Minderheiten sollen dabei als Kriterium gelten.

Das Publikum könnte die Inhalte auf einer gemeinsamen Homepage, einem Streamingdienst und anderen digitalen Ausgaben abrufen. Dabei soll es möglich sein, die Geografie individuell einzustellen. Der Gedanke ist, dass die Menschen nicht nur Interesse an Nachrichten aus ihrem Wohnort haben, sondern auch vom Ort ihres Arbeitsplatzes, ihres Sommerhauses oder ihrer Kindheit. 

Zwei Modelle mit geringeren Veränderungen

Beim zweiten Modell soll die gesamte regionale öffentlich-rechtliche Produktion von Inhalten in einer Organisation vereint werden. Diese soll Videos in den Fenstern von „TV2“ und Radionachrichten auf dem „DR“-Kanal „P4“ senden. 

Beim dritten Modell bleibt die Struktur der „TV2“-Regionen weitgehend bestehen. Auf Seeland und Bornholm werden die Regionen jedoch neu eingeteilt. 

Das Finanzierungsmodell würde sich jedoch ändern. Bisher erhalten alle denselben Betrag. Zukünftig sollen die Anzahl der Kommunen und Einwohnenden sowie die geografische Ausdehnung in die Berechnung einbezogen werden. Bei einem solchen Modell würden Mittel zugunsten von „TV Syd“ umverteilt werden.