Phishing-Gefahr

Betrug im Weihnachtsgeschäft: Tipps für das sichere Shoppen im Netz

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Falsche SMS
Falsche SMS von Versanddienstleistenden sind eine Falle. In der Weihnachtszeit sollte man daher besonders aufmerksam sein.

Falsche SMS von Paketdienstleistern oder ein Fakeshop im Netz: Betrügerinnen und Betrüger werden immer besser darin, Kundinnen und Kunden Echtheit vorzugaukeln, um an sensible Daten zu kommen. Worauf man gerade in der Vorweihnachtszeit achten sollte.

Die „Black Week“ ist nicht nur Hochzeit für gute Angebote, sondern auch für Betrügereien. Jetzt, in der Vorweihnachtszeit, ist das Risiko hoch, im Netz Schwindlerinnen und Schwindlern auf den Leim zu gehen. 

„Die Betrugsversuche werden immer ausgefeilter und schwerer zu erkennen“, sagt Rasmus Ferdinandsen, Sicherheitschef des Paketdienstes „Bring“. Im Namen des Dienstleisters senden Unbekannte beispielsweise SMS mit angeblichen Informationen zur Paketverfolgung an Nutzerinnen und Nutzer. Die Täterinnen oder Täter hoffen, an Daten der Kundinnen und Kunden zu kommen. „Phishing“ nennt sich das Phänomen. 

Im Netz passiert dies auch in sogenannten Fakeshops. Ein vermeintlicher Händler bietet dabei auf einer Online-Verkaufsplattform Waren zu häufig sehr günstigen Konditionen an. Wer bestellt, soll am besten per Vorkasse bezahlen, erhält die gekauften Artikel aber entweder gar nicht oder zumindest nicht in der bestellten Qualität. Auch kann es sein, dass über die Fakeshop-Seite die Kreditkartendaten abgefischt werden.

Das „Abfischen“ von Benutzernamen, Passwörtern oder Bankdaten ist ein seit Jahren immer größer werdendes Problem. 

Betrugsfälle nehmen rasant zu

Die Anzahl der Bürgerinnen und Bürger, die Opfer digitaler Betrugsmaschen werden, ist laut Daten des Kriminalpräventiven Rates (Det Kriminalpræventive Råd) um fast 100.000 innerhalb eines Jahres gestiegen. Fast sechs Prozent der Befragten in der Untersuchung gaben an, dass sie von Onlinebetrug betroffen waren. Dies entspricht 245.000 Menschen in Dänemark – ein Anstieg von 45 Prozent im Vergleich zu 2023. 

Ferdinandsen warnt: „Die Meldungen, die früher voller Buchstabierfehler und merkwürdiger Zwischenräume waren, sind heute dank KI oft perfekt formuliert. Das bedeutet, dass man extra aufmerksam sein muss, wenn man Mitteilungen zu Lieferung von Paketen bekommt.“

„Wir schicken niemals SMS-Nachrichten, in denen wir Zahlungen fordern“, sagt Rasmus Ferdinandsen. Mit der „Bring“-App könne man schnell herausfinden, ob eine Nachricht echt oder falsch ist. Wer die App habe, der bekomme alle Kommunikation zu Paketlieferungen auch darüber. 

Aber es gibt auch Tipps und Verhaltensweisen, um nicht auf einen Schwindel hereinzufallen. 

Die Phishing-Falle: Bürgerinnen und Bürger sollten skeptisch sein, wenn: 

  • die SMS oder die E-Mail den Eindruck erweckt, es müsse schnell reagiert werden, oder wenn direkt Konsequenzen angedroht werden, wenn man nicht reagiert.
     
  • eine Nachricht „aus dem Nichts“ kommt und tatsächlich kein Paket an einen unterwegs ist.
     
  • in der Nachricht um Benutzernamen, Passwörter, Kreditkartendaten oder MitID gebeten wird. Dies sollte ignoriert werden.
     
  • eine unbekannte Anfrage empfangen wird. Hier sollten keine Daten eingegeben werden.

Tipps, um nicht betrogen zu werden:

  • Skeptisch bleiben und auf das Bauchgefühl vertrauen. Wirkt ein Angebot zu gut, um wahr zu sein, kann das eine Warnung sein. Kommt es einem merkwürdig vor, sollte man von einem Geschäft Abstand nehmen und ggf. die Behörden einschalten.
     
  • Keine persönlichen Daten teilen. CPR-Nummer, Bank- oder Kreditkartendaten sollten nicht an unbekannte Personen weitergegeben oder auf unbekannten Webseiten eingegeben werden. Nachrichten, in denen um persönliche Daten gebeten wird, sollten eine Warnung sein.
     
  • In der Vorweihnachtszeit wird das Internet mit Anzeigen und Angeboten überschwemmt. Kennt man den Webshop nicht bereits, sollte die Echtheit und mögliche Bewertungen überprüft werden. Für einen Check bieten sich Seiten wie „Trustpilot“, „GetSafeOnline“ oder den Fakeshop-Finder der deutschen Verbraucherzentrale an. 
     
  • Bei SMS oder E-Mails sollte die Absender-Mailadresse genau geprüft werden. Auch eine andere Ländervorwahl oder der Versand von einer Handynummer sollten Skepsis auslösen. Im Zweifel sollte nie auf den mitgeschickten Link geklickt oder geantwortet werden. Wenn es doch passiert ist, sollte unter keinen Umständen der Installation einer App zugestimmt werden.