Glaube und Religion

Zwischen Himmel und Erde: ein Wochenende mit Pilgern und Erntedank

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Der Nørresø war vor einigen Jahren auch Ziel einer Veranstaltung vom Ortsverein BDN 6240 (Archivfoto), nun soll um den See gepilgert werden.

ACHTUNG: DIE PILGERTOUR IST ABGESAGT (Update am 3.10.25). Ein spirituelles Wochenende in Tondern bringt Menschen zusammen – über Sprache und Konfessionsgrenzen hinweg. Mit dabei: eine dänische Pastorin aus Esbjerg, die auch Stiftspastorin für spirituell Suchende im Bistum Ribe ist, und ganz viele zukünftige Konfirmandinnen und Konfirmanden.

Eine Pilgerwanderung, die Stille, Bewegung und Begegnung vereint – und ein Erntedankgottesdienst, bei dem sich junge Menschen der Gemeinde vorstellen: Am ersten Oktoberwochenende lädt der deutsche Teil der Volkskirche in Tondern gleich zu zwei besonderen Veranstaltungen ein.

Am Sonnabend, 4. Oktober, führt die dänische Pastorin Miriam Florez Ellendersen eine Pilgergruppe durch die Umgebung der Tonderner Christkirche und rund um den Nørresø. Die ausgebildete Retreat- und Pilgerleiterin war bis vor kurzem noch Gemeindepfarrerin auf der Nordseeinsel Fanö und tritt demnächst eine neue Stelle in Esbjerg an, um mehr Zeit für ihr zweites Standbein zu haben: Miriam Florez ist nämlich auch offizielle Pastorin für spirituell Suchende (Stiftspræst for åndeligt søgende) im Bistum Ribe.

Das Angebot des Bistums Ribe ist eine ausgestreckte Hand der Volkskirche – für alle, die nach Orientierung suchen, auch für jene, die der Kirche nicht (mehr) angehören oder sich ihr bislang ferngefühlt haben.

Die Teilnahme an der Pilgerwanderung steht allen offen – auch über Sprachgrenzen hinweg: Die Wanderung wird zwar auf Dänisch gehalten, doch Pilgern, so sind sich die Organisatorinnen einig, geht auch in Stille.

„Ich habe Miriam Florez vor rund zwei Jahren auf der Insel Röm kennengelernt“, erzählt Tonderns deutsche Gemeindepastorin. Dorothea Lindow feiert neben ihrer Tätigkeit in der Wiedaustadt in der Tourismussaison regelmäßig die deutschsprachigen Gottesdienste in der dortigen Sankt-Clemens-Kirche auf der Nordseeinsel. In dem Sommer war ihre Kollegin aus dem Bistum Ribe mit einer Pilgergruppe auf Röm. Schon damals sprachen die beiden Pastorinnen locker über eine mögliche Pilgertour in und um die Christkirche herum.

Bis vor wenigen Tagen war Miriam Florez Ellendersen (Archivfoto) neben ihrer Tätigkeit als „Pilgerpastorin“ im Bistum Ribe auch Gemeindepastorin in Sønderho auf Fanö. Sie wird künftig in Esbjerg als Pastorin tätig sein.

In diesem Jahr wollte die „Pilgerpastorin“ nun Nägel mit Köpfen machen: Weil die dänischen Kolleginnen in Tondern selbst keine Pilgerangebote verfolgen, wurde die Initiative an die deutsche Kollegin weitergereicht – und so landete die Anfrage offiziell auf dem Schreibtisch von Lindow, die das Angebot begeistert aufgriff.

Bereits im Mai hatte eine kleine Pilgergruppe aus dem deutschen Gemeindeteil eine Wanderung unternommen – von Tondern über Aventoft bis nach Süderlügum (Sønderløgum). Die Zusammenarbeit mit Miriam Florez verleiht dem Thema Pilgern in Tondern nun eine neue Dimension. Diesmal werden keine Landesgrenzen, sondern Sprach- und Kulturgrenzen überschritten.

Start ist um 10 Uhr in der Christkirche mit einer kurzen Aussendungsandacht. Anschließend führt die etwa vierstündige Wanderung durch die Landschaft rund um Tondern. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, lediglich Verpflegung für unterwegs sollte mitgebracht werden.

Zwischen Stille und Suppe

Am Sonntag, 5. Oktober, folgt ab 16.30 Uhr der zweite Teil des spirituellen Wochenendes: ein Erntedankgottesdienst in der Christkirche, bei dem sich die neuen Konfirmandinnen und Konfirmanden der Gemeinde vorstellen. Im Anschluss lädt die deutsche Kirchengemeinde zu einem Teller Suppe ins nahegelegene Gemeindehaus, dem Brorsonhaus, ein – als kulinarischer und geselliger Ausklang sowie zum gegenseitigen Kennenlernen.

Beide Veranstaltungen können ohne Anmeldung besucht werden. Sie stehen exemplarisch für ein Wochenende, an dem der deutsche Gemeindeteil der Volkskirche in Tondern nicht nur Angebote macht, sondern auch Brücken baut: zwischen Jung und Alt, zwischen deutscher und dänischer Kirche – und zwischen Menschen, die unterwegs sind. Im wörtlichen wie im übertragenen Sinn.